Kindliche Naivität, Schlichtheit der Sprache und das Aufstellen gänzlich antirationaler Thesen - so mancher Kritiker hat zweifellos richtig bemerkt, dass dies die Attribute sind, die "Hallo, Mister Gott, hier spricht Anna" kennzeichnen und treffend beschreiben könnten. Was ihnen jedoch entgangen sein muss, ist der unfassbare Charme, den das Buch gerade als Synthese jener Aspekte entfaltet, die Liebenswürdigkeit hinter der Kindlichkeit und Naivität.
Eine Geschichte von sondersamer Sensibilität und Wärme ist es, die Fynn uns hier erzählt - ein kleines Mädchen ist es, das den Leser faszinieren muss, das Freundlichkeit und Warmherzigkeit predigt. "Das Lächeln, das du aussendest, kehrt zu dir zurück." Dies könnte eine der Botschaften Annas sein. Oder: "Freundlichkeit ist eine Sprache, die Taube hören und Blinde sehen."
Kritik auf Basis eines immanenten Antirationalismus, die mancher anbringt, ist sicher unzulässig. Wir reden hier ja nicht von Goethe oder Schiller, die es zu deuten und bewerten gilt.
"Die Dinge haben nur den Wert, den man ihnen verleiht.", sagte einst Moliere. Und wer sein Kinderherz noch nicht verloren hat, der wird der kleinen Anna und ihrem Mister Gott einen zweifelsohne hohen Wert zusprechen, denn...
Ein großer Mensch ist, wer sein Kinderherz noch nicht verloren hat. (Mencius)