Nach dem gleichnamigen Debut und seinem Nachfolger "In A Reverie" präsentieren Lacuna Coil mit "Halflife" nun ihr drittes Werk in Form einer EP, die alles andere als ein halbes Ding ist. In eine Schublade läßt sich die sechsköpfige Band aus dem schönen Italien nicht stecken. Ihre Musik ist eine Verschmelzung aus vielen Richtungen und das Ergebnis klingt so orginell, dass es fast schon unheimlich wird. Für alle, die es ganz genau wissen möchten, kann man ihren Musikstil als eine Mischung aus verspieltem Wave, düsterem Psychedelic und melodiösem Gothic/Metal bezeichnen, erzeugt durch Gitarren, Bass, Schlagzeug und Keyboards. Vervollständigt wird das ganze durch eine bezaubernde weibliche Stimme und betörenden männlichen Gesang. Alles zusammen läßt das Klangbild der fünf Tracks perfekt erscheinen. Das Prädikat reicht von "gut" ("Hyperfast", "Trance Awake") über "besser" ("Stars") bis hin zu "am besten" ("Senzafine", "Halflife"), wobei jedes Stück als überdurchschnittlich zu bezeichnen ist. "Hyperfast" macht durch seine emotional durchtränkte Stimmung auf sich aufmerksam. "Trance Awake", ein kurzes meditatives Instrumentalstück, entführt in höhere Sphären. Die Neuinterpretation des
Dubstar - Hits "Stars" zeigt, dass Lacuna Coil in der Lage sind, einem bereits vorhandenen Titel durch ihre Individualität eine ganz neue Bedeutung zu verleihen. "Senzafine", das erste Stück in ihrer Muttersprache, besticht durch ein wunderschönes Duett zwischen Sängerin Cristina Scabbia und Sänger Andrea Ferro. Und "Halflife", der absolute Überflieger dieses Werkes, gewinnt durch schnelle geniale Melodien und abwechslungsreiche Vocals voller Elan und Energie. Auszusetzen gibt es an diesem Silberling rein gar nichts. Obwohl, wenn ich recht überlege...es könnten mehr Songs sein...