Dan Dunne lehrt Geschichte an der Highschool eines vorwiegend von Schwarzen bewohnten Problemviertels, in dem Drogengeschäfte den einzigen Weg aus der Trostlosigkeit und Armut darstellen. Auch wenn Dan seinen Job eher unkonventionell ausführt, so ist er doch gewissenhaft bei der Sache und versucht, den Blickwinkel der Jugendlichen über ihre Welt hinaus zu erweitern. Der Grund hierfür wird recht schnell deutlich: der Lehrer kann selbst die Finger nicht von den Drogen lassen und bekämpft mit ihnen Tag für Tag seine Einsamkeit. Als ihn eine seiner Schülerinnen nach dem Unterricht high in der Umkleidekabine erwischt, entwickelt sich daraus im Laufe der Zeit eine erstaunliche Freundschaft.
Dass der Film erst mit 2 Jahren Verspätung in unsere Kinos kam, ist nicht wirklich erstaunlich. Die Rahmenhandlung scheint auf den ersten Blick vielleicht zu sehr US-spezifisch zu sein. Wenn man allerdings das Ergebnis betrachtet, kann man froh sein, dass uns dieses kleine Juwel letztlich doch nicht vorenthalten wurde.
Der Film bringt es ohne weiteres fertig, Themen wie Moral, Freundschaft, Philosophie, Gesellschaftskritik sowie eine erstaunlich USA-kritische Haltung aufzutischen, ohne dass man je den Eindruck hat, es wäre zu dick aufgetragen. Obwohl gerade die politischen Statements bzw. historischen Geschichtsausschnitte nur kurz eingeschoben werden und daher beinah untergehen, reichen diese dennoch aus, um beim Zuschauer einen weitaus kritischeren Eindruck zu hinterlassen wie manch ein anderes als anti-amerikanisch deklariertes Filmchen.
Sowohl Ryan Gosling als orientierungsloser, gutmütiger, aber drogenkranker Lehrer wie auch Shareeka Epps als gerade mal 13-jährige Schülerin, die ihre Kindheit bereits lange begraben hat, liefern grandiose Leistungen ab. Auch wenn das Thema "Drogen" die ganze Zeit über im Mittelpunkt steht, so wird der Zuschauer dennoch nicht sinnlos nur mit dem dahintersteckenden Leid konfrontiert. Die Darstellung des passiven, ziellosen, leicht phlegmatischen, trotz allem aber sympathischen Grundcharakters des Lehrers steht weitaus mehr im Vordergrund.
Jeder, der "ruhigen" Filmen abseits des Massengeschmacks nicht ganz abgeneigt ist, sollte dieses kleine Meisterwerk nicht verpassen.