Ich weiß nicht, ob es daran lag, daß dieses das erste Robbins-Buch ist, das ich auf Deutsch gelesen habe. Kann sein, daß die Übersetzung schlecht ist, aber es kann auch sein, daß mir im Deutschen Dinge aufstoßen, die mich im Englischen relativ kalt lassen. Da wären z.B. Floskeln wie "Nee, Du" - abgesehen davon, daß ich mir nicht vorstellen kann, wo da das englischsprachige Äquivalent sein könnte (doch nicht etwa "nope"?) - dieses "Nee, Du" in dieser Form verbinde ich unweigerlich mit Teetrinken, Gruppentherapien und Gesprächen über ganzheitliche Ernährung oder die mangelnde Tiefe in der zwischenmenschlichen Kommunikation. Um nicht falsch verstanden zu werden - das finde ich auch nett und wichtig, aber das hat nix mit Tom Robbins zu tun. Robbins, wie ich ihn bisher gelesen habe, ist hauptsächlich durchgedreht und on the edge ... andererseits - vom Inhalt her war ich diesmal auch etwas enttäuscht. Gut, die Geschichte und die Charaktere sind hinreichend schräg; aus der Sicht der geldgeilen Börsenmaklerin Gwendolyn Mati und im Zeitrahmen eines Wochenendes wird ein Crash an den amerikanischen Börsen geschildert. Im Laufe der Handlung lernt man ihren naiven, herzensguten, spießigen Freund kennen - der sympathischerweise einen Affen als Haustier hat. Weiter ist da ihre Freundin Q Huff, eine massige Wahrsagerin aus dem Apartment gegenüber und schließlich Larry Diamond. Diamond übernimmt den Part des in jedem Robbins-Buch auftauchenden Freaks, der gleichzeitig von brillianter Weisheit und einem totalen Durchblick gezeichnet ist. Ein Superman der esoterisch-intellektuellen Szene. Und an diesem Typen habe ich mich diesmal auch gestoßen - irgendwie wurde ich das Gefühl nicht los, daß Robbins Diamond als sein alter ego sieht und durch diese Figur die unwissende Leserschaft an seinen erhabenen Weisheiten teilhaben läßt. Zuviel Klugscheißerei, meiner Meinung nach, zuviel was-bin-ich-doch-für-ein-kreatives-und-wissendes-Gehirn-Gehabe. Im Gegensatz zu früheren Robbins-Büchern habe ich kaum gelacht und war auch schnell gelangweilt. Natürlich gibt es da auch geniale Szenen und vor allem Metaphern wie etwa diese: "Er macht eine erwartungsvolle Pause. Die erwartungsvolle Pause ist so riesig, daß man, wäre sie ein Haus, Jesus und sämtliche 12 Apostel drin unterbringen könnte, auch wenn Judas Ischarioth draußen auf der Veranda pennen müßte.". Insgesamt aber war ich eher enttäuscht. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)