Ich war anfangs begeistert, aber noch weit vor der Hälfte ging die Luft raus. Der Einstieg und die beschriebenen Beispiele weckten mein Interesse und meine Aufmerksamkeit, so viel, wie möglich am Stück (an einem Tag) in mich einzusaugen. In der Folge, etwa nach einem Drittel, ging es leider viel zu lange und zu tief in mehrere familiäre Türkengeschichten, Roma-und Sinti-Blutrache und dergleichen. Nichts, womit der Normalbürger etwas anfangen könnte oder wollte. In der Hoffnung auf die Wiederkehr ähnlicher, wie der anfänglich interessanten Berichte, zog ich durch bis zum Ende. Das hätte ich mir sparen sollen. Ein Großteil des Buches war dann nur noch eine unglaublich langatmige Rede von Nazi-Unrecht und der Umgang damit. Also das Übliche, was tagtäglich in den Nachrichten auf einen einströmt und kein Ende findet. Mit Juden, Ausländer-und Minderheitenunrecht, usw. im Dritten Reich hatte ich bei diesem Buch nicht im Geringsten gerechnet, sondern mit modernen Abhandlungen aktueller und relevanter Beispiele der heutigen Zeit. Schade, nochmal würde ich es auf keinen Fall kaufen. Es verspricht zuviel, bietet zu wenig und kann eigentlich auf einige wenige Blätter reduziert werden. Mein persönliches Facit: Mehr eine SED/PDS Geschichtsstunde gegen Braun und Rechts, als fachmännische Aufarbeitung von haarsträubenden Alltagsurteilen von heute, wie angekündigt.