Die Berliner Literaturkritik, 25 Juli 2008
Überzeugende Nachberichterstattung – „Hakenkreuz und rundes Leder“.
Der Verlag Die Werkstatt legt mit diesem Werk die Finger in die Wunden des DFB. Die Kombination Fußball/Nationalsozialismus wurde historisch bereits einige Male aufgearbeitet, dummerweise meist mit einem faden Beigeschmack, zumindest für diejenigen, die wussten, dass dort Kraft einer beschönigenden Verschleierungstaktik, die wahre Essenz dezent unter den Tisch gekehrt wurde. Damit, das kann zweifelsfrei konstatiert werden, ist jetzt erstmal Schluss. Ein bärenstarkes Kompendium, ein historischer Sammelband, der allen modernen wissenschaftlichen Standards Genüge trägt und der den Ball in seiner Rundheit von allen Seiten beleuchtet, wartet hier auf die interessierten Leser/innen, die eindringlichst auf dieses Prachtstück hingewiesen werden sollen. Alles in allem ist dies nicht nur die umfassendste Darstellung dieses Sujets bis jetzt, sondern darüber hinaus auch die beste. Für die Anschaffung dieses Buches spricht eigentlich alles, vorausgesetzt man will sich in dieser Richtung bedingungslos weiterbilden. Denn durch diesen kompetenten und exakten Blick wird der Tisch voll, die Sache rund, und dann erst, erst dann, kann es auch wieder ins Eckige, das Runde.
taz, 29. Juli 2008
War der DFB fester Bestandteil Nazideutschlands? Oder waren nur einzelne Funktionäre ins NS-System verstrickt? Lesen Sie dieses Buch. er Sporthistoriker Lorenz Pfeiffer aus Hannover und der Münsteraner Fußballpublizist Dietrich Schulze-Marmeling haben sich trotzdem Zeit gelassen, haben sehr viele kompetente und keinesfalls auf einer Linie liegenden Experten gebeten, die vielen Aspekte des Themas zu bearbeiten, und der Göttinger Werkstatt-Verlag hat den Beiden dafür viel Platz zwischen den Buchdeckeln eingeräumt. Auf über 600 Seiten wird sich dem Thema gewidmet. Konkret und doch von so allgemeiner Bedeutung, die noch über den Fußball hinausweist, wird in "Hakenkreuz und rundes Leder" gestritten. Dazu haben sich die Herausgeber angenehm viel Zeit genommen und ließen alle Positionen, die es wert sind, gehört zu werden, auch wirklich zu Wort kommen.