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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
christianisieren ist beschwerlich, 26. Januar 2003
Die Aufzeichnungen eines Mönchs aus der Wikingerzeit. Ein sehr schönes Buch das mir viel Freude bereitet hat, da es die Zeit so zeigt wie sie wahrscheinlich war. Ab Bremen und Hamburg war die christliche Welt zu Ende und das Jahr 895 war gezeichnet von Raub, Mord und Überfällen. Die Wikinger hatten einige Jahre vorher das Kloster Lindisfarne überfallen und die christlichen Mönche, Priester und weltlichen Herren waren dabei Ihren Anteil an der Christianisierung Europas zu leisten. Die Diskussionen und Debatten die sich um den Mönch mit seinen Wikingergesprächspartnern entspinnen sind real und zeigen wie schwer es war für einen Christen nicht gleich als Sklave auf einem Wikingerhof zu enden. Der unbezähmbare Wille und die Kampfkraft der Wikinger ist brillant dargestellt und man fiebert selbst mit, wenn es wieder hinaus geht... Das Buch ist kein Zeugnis des letztendlich siegreichen Christentums in den nordischen Ländern, es zeigt die Spannungen auf und läßt den Leser teilhaben an der teils etwas brutalen aber herzlichen und ehrlichen Welt von damals.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Von Helden und Heiligen, 4. Dezember 2001
Ein fränkischer Mönch, den es Ende des 9. Jahrhunderts nach Norden zu den Sachsen, an die Elbgrenze des Reiches verschlagen hat, schildert in einer fiktiven Chronik im Wesentlichen Ereignisse aus dem Leben eines jungen Mannes, dem er sich als väterlicher Freund verbunden fühlt. Dieser Jüngling, in dessen Adern selbst Wikingerblut fließt, hat früh Vater und Mutter durch einen Überfall der Nordmänner auf sein (und des Mönchs) Heimatdorf Ramsolano (Ramelsloh) verloren. Ein traumatisches Erlebnis, das ihm nicht mehr aus dem Sinn geht. Als er herangewachsen ist, begeben sich Jüngling und Mönch gemeinsam auf Fahrt nach Haithabu - der Gottesmann, um in der Nachfolge des heiligen Ansgar in der blühenden Handelsstadt am Südrand des Dänenreichs die Heiden zum Christentum zu bekehren, sein junger Begleiter, um den Mörder seiner Eltern, der als angesehener Jarl über den Ort herrscht, zur Rechenschaft zu ziehen. Diese Erzählung, im ruhigen Ton des Chronisten geschrieben und zünftig gespickt mit allerlei altertümlichen Redewendungen und lateinischen Zitaten, kreist - trotz manch einschlägiger Episode - nicht in erster Linie um Schwerterkampf und Schlachtenlärm. Sie gestattet uns vielmehr einen Blick auf die Lebensverhältnisse jener Zeit, die im ethnischen Spannungsfeld von Franken, Sachsen, Wikingern und Slawen und im religiösen von Thorskult und Christusbotschaft besonders gewalttätig, unsicher und wechselhaft waren. Sie ist auf unterhaltsame Weise vermittelte Geschichte und zeigt vor allem den Hamburgern und Bremern die Anfänge ihres Gemeinwesens als Vorposten von Reich und Kirche in schwierigem Grenzland. Wenn auch am Ende Fragen zu den Personen und Geschehnissen offen bleiben, bietet sie doch eine ebenso lehrreiche wie anregende Lektüre. Und Leserinnen und Lesern, die die Möglichkeit haben, in Haithabu durch die schönen Museumsräume zu wandern und den Lageplatz der historischen Siedlung zu betreten, kann sie sicher helfen sich zu vergegenwärtigen, dass am Noor nicht nur unzählige "Grabungsfunde" geborgen und zur stilvollen Bewahrung aufbereitet wurden, sondern auch lange vor unserer Zeit Menschen aus Fleisch und Blut gelebt haben.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Gemütvoller Lebensbericht eines Mönchs, 2. Januar 2001
Von Ein Kunde
Selten habe ich einen so gemütvollen Bericht über die Wikingerzeit gelesen wie diesen. Einfach herrlich, wie der gute Agrippa immer wieder seiner allzu menschlichen Schwäche für das schöne Geschlecht erliegt, seiner Menschlichkeit überhaupt, die ihn auch oft genug innehalten läßt, wo sein christlicher Glaube ihm das Einschreiten geboten hätte. So läßt er den Dingen seinen Lauf und sich vom Strom des Lebens tragen, der ihn erst den Wikingersohn Heitu, dann dessen Sohn Herward über Jahrzehnte begleiten läßt. Manchmal stellt er sich dabei ein bißchen unbeholfen an, doch immer wieder siegt die Zuneigung zu den Menschen, die er in Gottes Auftrag auf den rechten Weg führen will (auch wenn ihm das oft genug mißlingt). Die gute Absicht zählt, die menschliche Wärme und das gegenseitige Verstehen, selbst wenn es im Widerspruch zu den eigenen Überzeugungen steht - selten wird das so deutlich wie in diesem Roman, der sich sehr viel Zeit läßt mit all seinen Betrachtungen. Letztendlich reift auch der zunächst etwas naive Mönch Agrippa durch seine Missionstätigkeit im heidnischen Umfeld zu einem gestandenen Gottesmann, der die Grenzen seiner Möglichkeiten realistischer einschätzen und so seine Kräfte nutzbringender einsetzen kann. Lediglich das Ende erscheint mir zu abrupt. Ist Herward nach Beendigung der einen Aufgabe zu Frau und Kindern nach Haithabu zurückgekehrt oder hat er sich noch einmal auf die Suche begeben, um auch die andere zu erfüllen?! Wie ist das Schicksal seiner Schwestern verlaufen, wie das seiner eigenen Familie?!? Gerade hier hat der Autor meiner Meinung nach das Potential des Romans nicht ausgeschöpft. Schade! Trotzdem ein wundervolles Buch für ein paar still amüsierte Abende, das das 10. Jh. in einer Weise lebendig werden läßt, die nicht vielen gelingt!
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