So muss es wohl in den 60ern gewesen sein: Das Fernsehen hält Einzug in die Wohnzimmer. Die Teenies hocken kreischend vor den neuen Wundergeräten, mit hoch gesprayten Haaren und den Twist schwingenden Hüften und träumen von der großen Karriere, während die Eltern im Hintergrund nur verständnislos den Kopf schütteln. So ist es auch der Fall bei der jungen Tracy Turnblad (Nikki Blonsky) im Baltimore des Jahres 1962. Zusammen mit ihrer besten Freundin Penny (Amanda Bynes) träumt sie der große Star der Corney Collins Show zu werden, einer Musikshow im regionalen Fernsehen. Trotz etwas zuviel Hüftspecks ist Tracy zum Tanzstar auch vorbestimmt, nicht nur weil ihre hart betonierte Jackie-Kennedy-Frisur dank Unmengen an Haarspray wie in Blei gegossen sitzt, sondern auch weil sie den gewissen Groove intus hat, der für das Bestehen eines Tanzwettbewerbs im TV unbedingt von Nöten ist. Ärgerlich ist nur, dass die Produzentin der Show Velma Van Tussle (Michelle Pfeiffer) etwas dagegen hat, denn ihre Tochter hat genau das gleiche Ziel wie Tracy. Ein klarer Fall von Interessenkonflikten, die miteinander ausgefochten werden müssen. So kommt es nicht nur, dass Tracys warmherziger Vater Wilbur (Christopher Walken) und ihre sorgenvolle Mutter Edna (ein toller John Travolta) in die Angelegenheit verwickelt werden. Auch der bei den Zuschauern sehr beliebte Negro-Day der Show, bei dem einmal in der Woche die Rhythm & Blues Musik der Schwarzen gespielt und getanzt wird, soll abgesetzt werden. Tracy hat weder für die Segregation von Schwarzen und Weißen Verständnis, noch für die Absetzung der Sendung. Und wie sollte letztendlich im Jahr 1962 das Ganze auch in etwas Anderem münden, als in einer Protestbewegung.
Regisseur Adam Shankman konzipierte den Film weder als strenges Remake des 1988er Originals noch als Adaption des Bühnenmusicals. Er ließ das Drehbuch umschreiben und baute auch neu geschriebene Songs in den Film ein. Wieder mit von der Partie ist auch mit einem kleinen Auftritt Jerry Stiller, diesmal jedoch als gerissener Mr. Pinky, Chef einer Bekleidungskette, der Tracy einen exklusiven Werbevertrag andrehen will. Die Dosierung aus Komödie und Musical ist perfekt gelungen. Dass die 60er durchaus urkomische Seiten gehabt haben müssen, zeigt die Szene im Scherzartikelladen als Wilbur Turnblad allen Verführungsversuchen der intriganten Velma zwischen Springteufeln, Riesenbrillen und Furzkissen widersteht. Bemerkenswert sind auch die vielen politischen Seitenhiebe im Unterton. So wird die kleine Tracy schon mal als "pummelige Kommunistin" beschimpft, die wohl demnächst Ärger mit J. Edgar Hoover bekommt. Perfekt konstruiert sind zumeist auch die Taktung und das Timing aus Dialogen, Choreographie und Musik. Das Tempo ist recht hoch, der Film ist so gerade am Anfang ziemlich mitreißend und lässt das eine oder andere Abdriften in Richtung Kitsch verschmerzen. Hinzukommen die knallbunten Bilder der Ausstattung und der 60er typischen Kostümierung. Das Cast ist absolut top. Zu nennen sind hier noch vor allem Queen Latifah und James Marsden als Showmoderatoren Mothermouth Maybelle und Corney Collins. So sind die 112 Minuten insgesamt ein recht kurzweiliges Vergnügen an leicht-lockerer Musical-Unterhaltung.