Das (für mich als Nichtbeteiligter) authentischste Buch über den Zweiten Weltkrieg. Ott schildert den Kriegsalltag von drei Rekruten, die sich zu Kriegsbeginn freiwillig zur Kriegsmarine melden. Kein Anflug von Hurra-Patriotismus beherrscht das Buch, kein Sterben für's Vaterland, keine heroischen letzten Worte, wie diesbezüglich inFilmen so gerne eingesetzt - nur das tägliche Grauen im Kampf um's eigene Überleben, in dem selbst der Tod des Kameraden nur am Rande wahrgenommen und sofort wieder verdrängt wird. Otts fast nebensächliche Schilderung des Sterbens lässt einen frösteln und ein Happy-End gibt es für keinen der beteiligten Soldaten, auch wenn die zwischenzeitlichen Aspekte, das Leben in der dienstfreien Zeit auch zu LEBEN, teilweise recht amüsant beschrieben sind. Kein Buch für Leser mit nervösem Magen, denn beim Schildern der täglichen Gräuel wird klar, was Ott von der "Dulce et decorum..."-Philosophie der "neuen Herren" gehalten hat - nichts. Und das ist auch gut so. Ein sehr empfehlenswertes Buch, das meiner Meinung nach Buchheims "Boot" übertrifft.