Eddie Felson, von allen nur "der schnelle Eddie" genannt, ist ein As am Billiardtisch Und schnell ist er nicht nur am Tisch, auch sein Leben führt er auf der Überholspur als selbstherrlicher Exentriker und Trinker. Seine Gegner in den kleinen Billardhallen der Großstädte bringt er regelmäßig um ihr gesamtes Bargeld. Sein großer Traum ist es, den Landesmeister Minnesota Fats vernichtend zu schlagen. Als er die Chance erhält, sieht er zunächst wie der überlegene Sieger aus. Aber nach einem Dauermarathon von über 30 Stunden scheitert er an seinem Hochmut und verliert alles: Sein Geld und sein Selbstvertrauen.
Am Tiefpunkt angekommen beginnt er eine Laison mit der Alkoholikerin Sarah, die in Selbstmitleid zergeht. Ihr Schicksal ist Grund genug für Eddie, es nochmal mit Minnesota Fats aufzunehmen. Denn nur so, glaubt er, kann er sich zurückholen, was er verloren hat und verhindern, ähnlich wie Sarah zu enden. Dabei lernt er mehr, als er sich gewünscht hätte...
Der Film (Originaltitel: "The Hustler", was soviel wie der Draufgänger oder Drängler bedeuten soll) gilt bei vielen Leuten als Film über das Billiardspiel. Das Billiardspiel ist aber nur das dramaturgische Element, das Eddies Leben bestimmt. Vielmehr ist dieser Film die Geschichte von Eddie (grandios gespielt von Paul Newman und sein großer Druchbruch in Hollywood) und sein Kampf gegen sich selbst. Zunächst gescheitert, wie im Leben, wagt er den steinigen Weg, um sich alles zurück zu holen. Minnesota Fats (Jackie Gleason, bekannt als Sheriff aus "Ein ausgekochtes Schlitzohr") ist dabei der Gradmesser für sein eigenes Leben. Und um diese Hürde im zweiten Anlauf zu meistern, muß Eddie einen tiefgehenden Wandel durchmachen.
Die DVD überzeugt in Ton und Bild vollauf, auf Dolby Digital 5.1 läßt sich die 2.0-Mono-Fassung sehr gut anhören. Das Cover täuscht hier aber, der Film ist nicht nachkoloriert, sondern wie im Original schwarz-weiß. Das sollte man beim Kauf dieser DVD schon wissen.
Das Zusatzmaterial beschränkt sich neben dem "Üblichen" (Audiokommentare, Fotogalerie, Trailer) auf die Erklärung der Billiardstöße aus dem Film. Nett, aber sicher nur dazu gedacht, die breite Masse zufrieden zu stellen. Und doch ist es interessant, wenn Mike Massey (Billiard-Weltmeister) zeigt, das viele der Stöße gar nicht so spektakulär in der Ausführung sind, sondern nur so aussehen.
Mein Fazit: Ein absoluter Kultfilm! Sicher ist der Film eher etwas für Fans von Paul Newman, aber auch Liebhaber von starken Charakterfilmen und Dramen kann man ihn ans Herz legen. Diejenigen, denen der Fortsetzungfilm "Die Farbe des Geldes" von Martin Scorsese aus dem Jahr 1986 ein Begriff ist, werden sicher viele Parallelen zu der Geschichte wiederkennen. So wie zum Beispiel, dass der junge Eddie nochmal in Vince Vega (Tom Cruise) auflebt, diesmal aber von seinem erwachsenen Ich als Lehrmeister begleitet wird. Den Oscar als bester Hauptdarsteller für Newman (seinen ersten überhaupt bei seiner achten Nominierung) für seine Rolle hier kann man sicher auch als nachträgliche Anerkennung für den Erstling "Haie der Großstadt" und seine großen Karriere in den 70iger und 80iger Jahren werten.