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Hagakure: Der Weg des Samurai
 
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Hagakure: Der Weg des Samurai [Taschenbuch]

Tsunetomo Yamamoto , Guido Keller
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Die Anfang des 18. Jahrhunderts aufgezeichneten Lektionen, Regeln und Erzählungen des japanischen Samurai Tsunetomo Yamamoto stellen einen höchst gelassenen Gegenentwurf zu den derzeit beliebten Ratgebern und Seminaren zum Umgang mit Macht und Karriere dar.« Der Standard

Kurzbeschreibung

Hagakure heißt der Ehrenkodex der Samura aus dem alten Japan. Durchsetzungsfähigkeit und Integration, Entschlossenheit und Mitgefühl, Mut und Loyalität - so lauten die Schlüsseltugenden. Das Hagakure ist ein spiritueller Leitfaden für den beruflichen und privaten Erfolg gerade in der heutigen Welt. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor

Tsunetomo Yamamoto (1659-1719) lebte als Samurai im Gefolge des Saga-Clans im nordwestlichen Kyushu. Nach dem Tod seines Fürsten im Jahre 1700 und nachdem ihm von diesem der rituelle Selbstmord verboten worden war, zog sich Tsunetomo als Einsiedler von der Welt zurück. Aus den Aufzeichnungen der Gespräche mit seinem Freund und Schüler Tashiro Tsuramoto entstanden die elf Bücher Hagakure. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Auszug aus Hagakure. Der Samurai-Weg von Tsunetomo Yamamoto, Yamamoto Tsunetomo, Wolfgang Höhn, Mariko Sakai. Copyright © 2005. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Einführung

Hagakure gehört zu den bemerkenswertesten und widersprüchlichsten Werken der klassischen japanischen Literatur.
Den Titel Hagakure könnte man mit »Blätter-Versteck« übersetzen. Zu seiner Bedeutung gibt es verschiedene Auslegungen, doch dürfte er sich auf den Umstand beziehen, dass der Text in einer »unter Blättern verborgenen Hütte« erzählt
und aufgezeichnet wurde. Die ursprüngliche Textsammlung enthält die Lehren und Erzählungen des Tsunetomo Yamamoto (1659-1719), eines Gefolgsmanns mittleren Ranges der Nabeshima-Fürsten von Hizen im nordwestlichen Kyûshû, der sich im Jahr 1700 nach dem Tod seines Herrn als buddhistischer Mönch und Einsiedler von der Welt zurückgezogen hatte. Die Gespräche mit seinem Schüler und Freund Tsuramoto Tashiro (1678-1748), einem »arbeitslosen« Samurai (Rônin), wurden von diesem zwischen 1710 und 1716 aufgezeichnet. Auch wenn wir nicht wissen, wie
groß der eigene Anteil des »Schreibers« am Hagakure sein mag, sprechen doch zahlreiche Indizien dafür, dass der literarisch gebildete und talentierte Tsuramoto als Herausgeber und Koautor mitgewirkt hat. Bei vielen Texten ist deutlich zu erkennen, dass er die Angaben seines Mentors nachgeprüft und ergänzt hat; so werden zum Beispiel manche Begebenheiten in zwei Versionen geschildert.

Im Gegensatz zum modernen Sprachgebrauch war es unter den Bushi im alten Japan üblich, den Vornamen als Kurzform des ganzen Namens zu verwenden. Das unter den Bushi beliebte Werk kursierte bis zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts in verschiedenen Abschriften im Verborgenen, vor allem unter den Vasallen des Nabeshima-Klans. Denn seine Veröffentlichung und Lektüre waren verboten, da sein Inhalt im Widerspruch zu der offiziellen konfuzianistischen Staatsdoktrin des Shogunats stand.
Nach der ersten Teilveröffentlichung im Jahr 1906 wurde Hagakure in Japan einerseits als die klassische Darstellung des Bushidô, der Samurai-Ethik, anerkannt, andererseits erreichte es bald einen fragwürdigen Ruhm, denn aus Tsunetomos realistischem, menschlichem, lebendigem und widersprüchlichem
Werk wurde ein strenger Ehren- und Verhaltenskodex herausdestilliert, der mit seinen Geboten von absoluter Loyalität und heroischer Todesverachtung von den japanischen Nationalisten und Militaristen bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs einseitig für ihre Zwecke missbraucht wurde. Von Anfang an wurde die »Botschaft« des Hagakure als reiner Ausdruck des Yamato-damashii, der japanischen Volksseele, interpretiert, und eine der zentralen Aussagen - »Sterben ist der Kern des Bushidô« - wurde zu einer Parole degradiert, welche die patriotische Opferbereitschaft des japanischen Volkes in Kriegszeiten steigern und die Kamikaze-Piloten in ihrem Todesmut bestärken und rechtfertigen sollte.
Daher ist es nicht verwunderlich, dass man nach der Niederlage im Zweiten Weltkrieg nichts mehr von den hehren Idealen des Bushidô wissen wollte und das Buch als gefährlich und subversiv brandmarkte. Erst das ebenso glühende wie fehlgeleitete Bekenntnis des weltberühmten Schriftstellers Yukio Mishima zu den Idealen des Bushidô und zum Geist des Hagakure sowie sein Aufsehen erregender ritueller Selbstmord, den er 1970 vor den Augen der ganzen Welt vollzog, haben dieses Werk wieder ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit gehoben. Vor wenigen Jahren hat dann der Kultfilm »Ghost Dog« (1999) von Regisseur Jim Jarmusch, dessen Held, ein Auftragskiller, sich als moderner Samurai begreift und nach den Bushidô-Prinzipien des Hagakure lebt und handelt, neues Interesse für dieses Werk geweckt. Zusammen mit anderen fernöstlichen Traktaten der Kampfkunst und der Strategie gehört Hagakure auch zur wachsenden Zahl jener Werke, die in jüngerer Zeit im Westen als Anleitung zu zielgerichtetem und erfolgreichem strategischem Handeln in der modernen Geschäftswelt und zur Selbstverwirklichung im Bereich der Persönlichkeitsschulung genutzt werden.

Hagakure ist jedoch weder ein Handbuch des Bushidô noch ein Traktat über das Sterben und den Tod, sondern eine umfassende, facettenreiche Anthologie von Texten, die sowohl moralische und praktische Instruktionen für die Bushi
als auch eine Fülle von Informationen zu persönlichen Begebenheiten
und historischen Fakten beinhaltet. Bei vorurteilsloser Lektüre und nüchterner Betrachtung des gesamten Textmaterials zeigt sich, dass es in diesem Werk um mehr geht als um die Darstellung einer abstrakten, elitären Samurai-Moral,
die in absoluter Treue und heroischem Tod gipfelt. Tsunetomos Geschichten und Sentenzen handeln von den Tugenden des rechten Handelns, der Persönlichkeit, der Charakterstärke, der Leidenschaft und der Liebe. Sie vermitteln uns eine
Fülle praktischer Lebensweisheit mit Ratschlägen, die vom richtigen Verhalten bei Treffen oder Trinkgelagen bis zur Kindererziehung oder Körperpflege reichen. Was die persönliche Ethik betrifft, betont Hagakure die körperliche und geistige
Vervollkommnung des Individuums und die Rolle der persönlichen Motivation, bei der es vor allem auf das »Wie« des Handelns und weniger auf das »Was« und das »Wozu« ankommt.
Tsunetomos Augenmerk liegt auf dem Individuum, das nach Selbstdisziplin und -verwirklichung strebt und dem es weniger um den Einsatz für die Gesellschaft geht. Ein weiteres Grundthema des Hagakure ist Tsunetomos nostalgisch gefärbte Kritik am damaligen dekadenten Zeitalter, in dem die herrschende japanische Kriegerklasse ihre eigentliche Aufgabe und ihre Macht bereits weitgehend verloren hatte.

Nach Abschluss der Gespräche und ihrer Niederschrift befahl Tsunetomo seinem Schreiber und Gesprächspartner, alle Aufzeichnungen zu verbrennen, doch zum Glück missachtete Tsuramoto diese Anweisung, ergänzte seine Aufzeichnungen
mit eigenen Anmerkungen - und eventuell auch Texten - und gab die fertige Handschrift heimlich zum Kopieren weiter.
So wurde das Werk in mehreren alten Abschriften für die Nachwelt gerettet, während das Original leider verloren ging.
Als Herausgeber hat Tsuramoto Tashiro die insgesamt 1343 Texte des Hagakure in thematisch lockerer Reihenfolge in elf Bücher gefasst, die folgende Themen behandeln:

Vorwort: Einleitender Essay von Tsuramoto (Midari-gusa)
Einleitung: »Vertrauliches Gespräch in der Dunkelheit der Nacht«
Buch 1-2: Moralische Lehren (sog. Kyôkun)
Buch 3: Worte und Taten des Fürsten Naoshige Nabeshima (dem Begründer des Klans)
Buch 4: Über Katsushige Nabeshima (1. Generation der Fürsten von Hizen) und seinen Sohn Tadanao
Buch 5: Über Mitsushige und Tsunashige Nabeshima (2. und 3. Generation der Nabeshima) -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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