"Schlaf, geh zu ihnen und verlasse mich. Die Traumschlingen will ich nicht um mich."
Anita Pichler schreibt in ihrem Buch "Haga Zussa. Die Zaunreiterin" über eine namenlose Frau, die versucht, sich durch den Kontakt mit den Menschen, an die sie Fragebögen austeilt, über Wasser zu halten. Finanziell, aber auch emotional. Indem sie teilweise in die Welt der Befragten eintaucht, bekommt sie eine Vorstellung "funktionierender" Leben. Eine nicht benennbare Schwere hindert sie jedoch daran, selbst Teil dieser "plappernde[n], bunte[n], volle[n], überquellende[n] Welt" zu werden.
Anita Pichler erschafft durch den Wechsel zwischen Traum und Erinnerung, Phantasie und tatsächlich Erlebtem eine Realität, die bedrückend und schwer greifbar ist.
Die bildhafte und symbolische Sprache (fast jeder Satz könnte als Zitat stehen) ist geheimnisvoll. Dadurch entsteht ein phantastisches Buch, das psychologisch raffiniert das Dasein einer Zaunreiterin darstellt, ohne es voll und ganz zu erklären.