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Vom
Messias abgesehen, ist
Athalia wohl das beste von Händels biblischen Oratorien. Es besitzt eine dichte Handlung: Die böse Königin Athalia, Tochter des Jezebel, unterliegt zugunsten des einzigen Nachkommen König Salomons, den sie nicht töten konnte. Ein außergewöhnlich gutes Libretto basierend auf den Texten Racines. Die Chorpassagen sind aufrührend und bewegend, die Da Capo-Arien sind dramaturgisch sinnvoll. Die einzige Aufnahme, die vorher existierte, ist Christopher Hogwoods glänzende Fassung von 1986 (mit einer göttlichen Riege von Barockspezialisten, angeführt von Emma Kirkby, und einer Joan Sutherland, deren Performance nicht von dieser Welt war). Leider ist diese Aufnahme derzeit nicht erhältlich, weswegen dies die einzige
Athalia auf dem Markt ist. (Anm. d. Redaktion:Dies ist eine Rezension von Amazon.com. Bei Amazon.de ist die Aufnahme mit Christopher Hogwood erhältlich!) Wenn Ihnen die manchmal echt komische Aussprache der durchweg deutschen Akteure nichts ausmacht, erhalten Sie hier eine hervorragende Aufführung. Chor und Orchester sind sehr präzise und einfühlsam und -- bei vollem Einsatz der Hörner, Trompeten und des Schlagwerkes -- voller Kraft. Trotz ihrer sehr speziell klingenden Vokale sind die Solosänger allesamt überzeugend. Eine Extraerwähnung verdient die Altistin Annette Reinhold, die als Hohepriesterin Joad einfach sensationell ist: Ihr Gesang ist klar, beherrschend, feurig und überzeugend maskulin. Besitzer der Hogwood-Aufnahme sollten dieser treu bleiben, aber speziell der Niedrigpreis von Naxos macht diese Version für jeden Händel-Liebhaber zu einem Muß.
--Matthew Westphal