So beginnt der Enkel des Musikprofessors Parker Wilson(Richard Gere) seinen Schulvortrag über "seinen Helden". Dann erzählt er die Geschichte von seinem Großvater Parker Wilson und dessen Hund Hachiko. Eine Geschichte, die ihresgleichen sucht und die jeden, der sie hört, zu Tränen rührt.
Wie bekommt man eine Geschichte, die tatsächlich geschah und 1934 in Japan endete, in das heutige Amerika, ohne den Zauber der Story zu verlieren? Wenn man weiß, wie es geht, ist das ziemlich einfach. Man engagiert Lasse Hallström und beauftragt ihn, ein Remake des japanischen Film-Originals -Hachiko Monogatari-, aus dem Jahr 1987, zu drehen. Dazu besetzt man die Hauptrolle mit Richard Gere; das hat ja auch schon einmal in -Shall we dance- geklappt, ebenfalls einem japanischen Remake, 2004 unter der Regie von Peter Chelsom. Den Rest erledigt die Geschichte...und natürlich dieser phantastische Hund!
Hallström, der uns in der Vergangenheit mit Filmen wie -Chocolat, Schiffsmeldungen, Gottes Werk und Teufels Beitrag, oder Ein ungezähmtes Leben- begeisterte, ist der romantische Geschichtenerzähler unter den Filmemachern. Wie er es allerdings schafft, -Hachiko- souverän an den Klippen des Kitsches vorbeizusteuern und einfach nur todtraurig zu beenden, dass ist ganz großes Kino der Extraklasse. Unterstützt wird dieser Eindruck von einem Soundtrack, vornehmlich aus Klavierstücken, der jeder Szene dieses gefühlvollen Films gerecht wird.
Professor Parker Wilson ist ein durchweg positiver Mensch. Er liebt seine Frau Kate(Joan Allen), seine Tochter Andy(Sarah Roemer) und seinen Beruf als Musiker. Könnte in diesem Leben noch etwas fehlen? Ja...ein Hund! Aber das weiß Parker erst, als ihm am Bahnhof der kleine Akitawelpe Hachiko über den Weg läuft. Hachiko hat eine Reiseodyssee der besonderen Art hinter sich. Er wird seinen "richtigen" Bestimmungsort jedoch nie erreichen. Parker nimmt den Hund, zunächst gegen Kates Widerstand, bei sich auf. Zwischen Parker und dem Hund entsteht ein festes Band aus Treue und Freundschaft. Das führt dazu, dass Hachiko Parker jeden Tag zum Bahnhof bringt und ihn dort wieder abholt, wenn er von der Arbeit kommt. So könnte das Leben der Familie Wilson immer weiter gehen. Das tut es aber nicht. Ein Schicksalsschlag beendet alles, was die Wilsons sich aufgebaut haben. Aber für Hachiko ist die Geschichte noch lange nicht zu Ende...
Lasse Hallström hat es wieder einmal geschafft, den Zauber und die Magie in den alltäglichen Dingen des Lebens zu wecken. So banal und einfach das Leben der Wilsons plus Hund auch sein mag, Hallström packt jeden Moment am Schopf und taucht ihn in eine Melodie aus Bildern und Farben, die atemberaubend ist. Sein Kniff, die ein oder andere Szene, schwach belichtet, aus Hachikos Sicht zu zeigen, ist dabei so genial wie perspektivisch gut gelungen. Egal, ob der Zeitraffer die Jahre verstreichen lässt, oder Parker in Hachikos Gedanken zurückkehrt, das Gesamtpaket von Hallströms Verfilmung ist perfekt gelungen.
Kommen sie also mit zur Bedrigde Station und schauen sie sich diesen Hund an. Sie können den Hotdog-Verkäufer Shabir(Erick Avari), Professor Ken(Cary-Hiroyuki Tagawa) oder den Bahnhofsvorsteher Carl(Jason Alexander) nach seiner Geschichte fragen. Sie werden sie ihnen gern erzählen. Sie können sich aber auch Lasse Hallströms Film anschauen. Ich verspreche ihnen schon jetzt: Egal, ob sie ein Hundefreund sind oder nicht, den werden sie ganz sicher nie wieder vergessen.