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Ob das nun alles autobiografisch ist? Richard Wagner kennt jedenfalls sehr genau, wovon er erzählt. Verließ er doch 1987 mit seiner damaligen Frau Herta Müller Rumänien und schreibt seitdem über beide Welten. Denn das ist auch das Los der Hauptfigur dieses beeindruckenden Familienromans: seine doppelte Heimatlosigkeit. Von der alten, verlorenen Heimat nicht lassen können, und zugleich im Westen nie ganz angekommen zu sein. Das ist der zweite Handlungsstrang von Habseligkeiten, der geschickt mit der Familiengeschichte verknüpft ist: Werner Zillichs Westexistenz, das Scheitern seiner Ehe, die Entfremdung der Tochter, die berufliche Stagnation. Und doch wartet am Schluss ein überraschendes Happy End: Auf der Rückreise verliebt er sich in Budapest in die Prostituierte Clara, nimmt sie mit, heiratet sie sogar. Ez az élet -- Das ist das Leben, lernt Zillich auf Ungarisch.
Was diesen Roman aber zu einem besonderen macht, ist doch in erster Linie das Familienepos, in dem Richard Wagner berührend aber unpathetisch eine untergegangene Welt literarisch auferstehen lässt und den Mikrokosmos dieser deutschsprachigen Enklave in Osteuropa in einem imposanten Erzählpanorama einfängt. --Christian Stahl -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Und er, der letzte Abkömmling dieser vom Aussterben bedrohten Familiendynastie, denkt auch über sein eigenes Schicksal nach, schlägt damit eine aufschlussreiche, bemerkenswerte Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Er erzählt von seiner ersten Liebe, der Frau die er dann später geheiratet hat. Die Ehe funktionierte in Zeiten der kommunistischen Diktatur Rumäniens, insbesondere deshalb, weil man sich zusammenfand als „Geheimbund „ gegen den spitzelnden Staatsapparat. Später, im freien Westen, entfielen diese Umstände, die Ehe scheiterte.
Und dann kommt Werner Zillich, auf der ständigen Suche nach der „wahren Heimat dieser ständigen Aussiedler", zu der Erkenntnis, dass die Heimat für ihn nur dort sein kann, wo die Menschen sind, die man liebt.
Es ist ein wunderbarer Roman, komisch und traurig zugleich, brillant geschrieben, völlig unsentimental, auf vielen Reflexionsebenen. Die Klarheit der Sprache ist phantastisch. Dieses Buch kann man nur empfehlen.
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