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Habseligkeiten
 
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Habseligkeiten [Taschenbuch]

Richard Wagner
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

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Taschenbuch, 2004 --  

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 281 Seiten
  • Verlag: Aufbau (2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3351030274
  • ISBN-13: 978-3351030278
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 13,4 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 411.107 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Richard Wagner
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Er kennt die Strecke in- und auswendig: von Süddeutschland ins rumänische Banat und zurück, diesmal zur Beerdigung des Vaters. Ich-Erzähler Werner Zillich ist schon vor Jahren nach Deutschland gegangen, aber die alte Heimat hält ihn noch fest, auch wenn von seiner verzweigten Familie nur noch die alte Mutter dort lebt. Die lange Autofahrt zurück nach Deutschland wird für ihn und den Leser zu einer Reise in die Vergangenheit -- Zillich erzählt die bunte, aber auch tragische Geschichte seiner Familie: Die Auswanderung der Urgroßeltern in die USA -- sie kehrten nach zehn Jahren desillusioniert ins Banat zurück --, die qualvollen Jahre seines Vaters in russischer Kriegsgefangenschaft. Und schließlich die erfolgreichen Bemühungen von Diktator Ceausescu, die Deutschen -- im 18. Jahrhundert von Maria Theresia in dieser nach der Türkenherrschaft verödeten Region angesiedelt -- zu unterdrücken und aus dem Land zu treiben.

Ob das nun alles autobiografisch ist? Richard Wagner kennt jedenfalls sehr genau, wovon er erzählt. Verließ er doch 1987 mit seiner damaligen Frau Herta Müller Rumänien und schreibt seitdem über beide Welten. Denn das ist auch das Los der Hauptfigur dieses beeindruckenden Familienromans: seine doppelte Heimatlosigkeit. Von der alten, verlorenen Heimat nicht lassen können, und zugleich im Westen nie ganz angekommen zu sein. Das ist der zweite Handlungsstrang von Habseligkeiten, der geschickt mit der Familiengeschichte verknüpft ist: Werner Zillichs Westexistenz, das Scheitern seiner Ehe, die Entfremdung der Tochter, die berufliche Stagnation. Und doch wartet am Schluss ein überraschendes Happy End: Auf der Rückreise verliebt er sich in Budapest in die Prostituierte Clara, nimmt sie mit, heiratet sie sogar. „Ez az élet“ -- „Das ist das Leben“, lernt Zillich auf Ungarisch.

Was diesen Roman aber zu einem besonderen macht, ist doch in erster Linie das Familienepos, in dem Richard Wagner berührend aber unpathetisch eine untergegangene Welt literarisch auferstehen lässt und den Mikrokosmos dieser deutschsprachigen Enklave in Osteuropa in einem imposanten Erzählpanorama einfängt. --Christian Stahl

Kurzbeschreibung



Ein bedeutendes Familienepos von großer Wärme und Klugheit


Dieser Roman steht in einer Erzähltradition, die Christa Wolf, Johannes Bobrowski und Uwe Johnson begründet haben. Richard Wagner verfolgt darin die Spuren einer kuriosen Familie, die seiner eigenen ähnelt. Über Generationen im rumänischen Banat ansässig, geraten diese kleinen Leute immer wieder in den Strudel der Geschichte, bis hin zum letzten Sproß, dem Erzähler Werner Zillich.

Die Beerdigung des Vaters ist der Anlass für Werner Zillich, sich die Geschichte seiner Familie vor Augen zu führen, einer schwäbischen Handwerkerfamilie im Banat. Die Müller, Pferdehändler oder Hausfrauen hatten keinerlei Einfluss auf das Weltgeschehen, dennoch hat es ihr Leben folgenreich beeinflusst. So berichtet Zillich vom Abenteuer einer Amerika-Auswanderung im 19. Jahrhundert und vom Liebesentzug eines zurückgelassenen Kindes; er erzählt von einer heimlichen Liebe im Arbeitslager der Nachkriegszeit und von der käuflichen Lust junger ungarischer Prostituierter unserer Tage.

Richard Wagner beschreibt karge und traumhafte Landschaften, erzählt von Verrat und Korruption zu allen Zeiten und setzt den Menschen einer aussterbenden Familie mit diesem Roman ein wunderbares Denkmal. Indem er Gegenwart und Vergangenheit auf brillante Weise verschränkt, zeigt er uns das Leben in seinem ganzen Ausmaß, als komisches und trauriges Schauspiel.

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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Ein Mann pendelt regelmäßig zwischen seiner fremdgewordenen "alten Heimat" im rumänischen Banat und der neuen, fremdgebliebenen Heimat in Deutschland hin und her um die Verbindung zu seinen Eltern aufrechtzuerhalten.

Vor kurzem ist sein Vater gestorben und er hat seine Mutter zu dessen Beerdigung begleitet. Auf der langen Autofahrt zurück nach Deutschland holt ihn die Erinnerung an seine Familie ein, eine Familiengeschichte, die auf das Engste mit der Geschichte der sog. "Banater Schwaben" und den Wirren und Umwälzungen verbunden ist, die diese Menschen seit der Auswanderung aus dem Ulm des frühen achtzehnten Jahrhunderts geprägt haben: die Not der ersten Generationen der "Neusiedler", der Aufbau einer neuen Existenz in der Fremde, die Weltkriege, der Nationalsozialismus, der Kommunismus, das Ceausescu-Regimes und dessen blutiges Ende und die neue Zeit der grenzen- und gelegentlich gesetzlosen Freiheit.

Vor diesem Hintergrund erinnert er sich an die vielen großen und kleinen Erfolge und Schicksalsschläge, die das Leben seiner Familie bestimmt haben: Die Auswanderung der Urgroßeltern in die USA, die nach zehn Jahren wieder im Banat endet, die russische Kriegsgefangenschaft des Vaters, die Enteignungen, die nie überwundene Fremdheit gegenüber den Rumänen.

In seine Reflektionen bricht die Realität des Jahres 1999, zehn Jahre nach der Revolution: Seine Arbeit als Bauleiter in Deutschland, bei der Bestechung und Schlendrian ebenso allgegenwärtig scheinen, wie im verhassten kommunistischen Rumänien, seine geschiedene Ehe, die Entfremdung von der Tochter.

In dieser Situation lernt er die ungarische Prostituierte Clara und deren "Beschützer" kennen, die - immer auf der Suche nach dem schnellen Geld - die neue Zeit repräsentieren. Doch mit Clara nimmt sein Leben eine gewisse unerwartete (um nicht zu sagen: unglaubwürdige) Wendung, die herrlich pointiert in einen Sonnenuntergang auf den Seychellen mündet!

Wagners Roman entwirft ein bilderreiches Kaleidoskop vom Leben der Familie Zillich über die verschiedenen Generationen. Er beschreibt dies plastisch und spannend mit viel Atmosphäre und hohem Tempo. Zwischendurch gerät die Erinnerung gelegentlich etwas überladen, zu viele Personen tauchen in zu kurzen Sätzen auf, um unmittelbar wieder zu verschwinden; insgesamt handelt es sich in diesen Passagen aber um ein überdurchschnittlich gut geschriebenes Buch, das ich einen unsentimentalen, einen "kitschfreien Heimatroman" nennen möchte. Der aktuelle Handlungsstrang um die Situation des Erzählers Werner Zillich kann dieses Niveau aufgrund gewisser "Glaubwürdigkeitsschwächen" nach meiner Einschätzung nicht immer ganz halten.

In der Gesamtsicht überwiegen für mich die geschilderten positiven Eindrücke klar gegenüber den wenigen Einschränkungen, so dass ich hier durchaus vier Sterne vergeben und guten Gewissens eine Leseempfehlung aussprechen kann.
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Unsentimentales Familienepos 31. Dezember 2004
Von Carl-heinrich Bock HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Im Mittelpunkt dieses Romans von Richard Wagner steht das Schicksal von Werner Zillichs Vater und seiner schwäbischen Handwerkerfamilie. Er forscht auch in dem Leben seiner Großeltern und Urgroßeltern. Die im rumänischen Banat angesiedelte Familie, hat nie großen Einfluss auf die Umwelt oder die große Politik nehmen können.
Vorfahren sind im 19. Jahrhundert sogar nach Amerika ausgewandert, sind auch dort gescheitert und mit nur wenigen „Habseligkeiten" in die Heimat zurückgekehrt.

Und er, der letzte Abkömmling dieser vom Aussterben bedrohten Familiendynastie, denkt auch über sein eigenes Schicksal nach, schlägt damit eine aufschlussreiche, bemerkenswerte Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Er erzählt von seiner ersten Liebe, der Frau die er dann später geheiratet hat. Die Ehe funktionierte in Zeiten der kommunistischen Diktatur Rumäniens, insbesondere deshalb, weil man sich zusammenfand als „Geheimbund „ gegen den spitzelnden Staatsapparat. Später, im freien Westen, entfielen diese Umstände, die Ehe scheiterte.

Und dann kommt Werner Zillich, auf der ständigen Suche nach der „wahren Heimat dieser ständigen Aussiedler", zu der Erkenntnis, dass die Heimat für ihn nur dort sein kann, wo die Menschen sind, die man liebt.

Es ist ein wunderbarer Roman, komisch und traurig zugleich, brillant geschrieben, völlig unsentimental, auf vielen Reflexionsebenen. Die Klarheit der Sprache ist phantastisch. Dieses Buch kann man nur empfehlen.

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Familienchronik 15. Januar 2010
Von Ben
Format:Taschenbuch
Der Roman erzählt die Geschichte der Familie Zillich, die beispielgebend für die Familiengeschichten von Donauschwaben bzw. Banatdeutsche vorgestellt wird. So wird über die Zillichs berichtet, die unter größten Entbehrungen ihre deutsche Heimat in primitiven Booten verließen, um Siedlungsland im heutigen Rumänien zu finden und dort der Sumpflandschaft abzutrotzen. Es wird von den folgenreichen politischen Umstürzen berichtet, die diese Familien mit Tod, Kriegsgefangenschaft, Konzentrationslager, Gulag oder Securitatehaft bedrohten. Der Roman endet in der Jetztzeit im Goldenen Westen". Man hat den Eindruck, der Autor möchte uns sagen, dass Wohlstand und Sicherheit niemals durch ehrliche Arbeit und Fleiß zu erreichen sind, sondern nur durch das Glück in günstigen gesellschaftlichen Verhältnissen zu stehen.
Der Roman ist spannend und berührend, dazu in wirklich schöner Sprache geschrieben. Unbedingt lesenswert.
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