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Habichte über Karthago (Historische Romane Von Zabern)
 
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Habichte über Karthago (Historische Romane Von Zabern) [Gebundene Ausgabe]

Bernd Hertling
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 463 Seiten
  • Verlag: Philipp von Zabern; Auflage: 1 (27. August 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 380534080X
  • ISBN-13: 978-3805340809
  • Größe und/oder Gewicht: 22,6 x 14,8 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 598.317 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Bernd Hertling
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»'Habichte über Kathargo' ist ein ausgesprochen interessanter, spannender und gut geschriebener, historisch sehr genauer Roman.« (Fanstasia. Aus der Welt der Fantasie, Nr.254e/Dez. 2009)

»... so schwungvoll und leidenschaftlich, dass Liebhaber dieser Literaturgattung mit der Zunge schnalzen werden, während sie die nächste Seite umblättern.« (regionalfernsehen-freiberg.de, 25.10.2009)

»... spannend, plastisch und phantasievoll, aber auch mit der erforderlichen historischen Genauigkeit. Der Besuch der vom Konzept her nicht völlig unumstrittenen Ausstellung kann von der Lektüre dieses Buches durchaus profitieren.« (Funkfeuer. Magazin für Kunst, Kultur und Meinung, Nr.75/2009)

Kurzbeschreibung

Karthago im 5. Jahrhundert n. Chr.: Bonifacius, Heerführer in der römischen Provinz Africa proconsularis, wird aufgrund einer Intrige vom römischen Kaiser zum Tode verurteilt. Er revoltiert und ruft die Vandalen zu Hilfe. Doch ahnt er nicht, dass deren König ein ganz anderes Spiel spielt: Geiserich, im heimischen Spanien von den Westgoten bedrängt, will sich selbst mit den Vandalen in Nordafrika niederlassen und die Römer vertreiben. Das mutige Volk mit dem Habicht im Wappen bereitet sich darauf vor, gegen Rom Krieg zu führen. Königssohn Arwid, der asketische Philosoph Truchthari und die geheimnisvolle Druidin Ceridwen aus dem Norden geraten in einen Strudel von Ereignissen, die die Weltkarte verändern werden …

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Von timediver® HALL OF FAME REZENSENT TOP 100 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Er erntete auf so vielen Feldern, dass ihm auch unversehens so manches Unkraut in die Hände fiel".
(Zitat von Seite 88)

Im Jahre 429 nach Chr. setzten die von den Westgoten bedrängten Vandalen und Alanen unter ihrem König Geiserich von Iulia Traducta (dem späteren Gibraltar) nach Tinigis (heute Tanger) in Nordafrika über. Danach zogen nahezu 20.000 Krieger mit ihren Familien an der afrikanischen Küste ostwärts. Nachdem sie dem weströmischen "comes africae" Bonifatius eine Niederlage bereitet hatten, konnten die Germanen im Jahre 431 nach einer vierzehnmonatigen Belagerung die Stadt Hippo Regius im heutigen Algerien einnehmen. Im darauf folgenden Jahr kam es erneut zu einer Schlacht, bei der die Weströmer zwar vom oströmischen Heermeister Flavius Ardaburius Aspar unterstützt wurden, jedoch erneut eine weitere Niederlage erleiden mussten. Geiserich konnte dem weströmischen Kaiser Valentinian III. den Föderatenvertrag vom 11. Februar 435 mit beachtlichen Gebietsabtretungen abringen und nach der cleveren Einnahme Karthagos (439) im heutigen Tunesien schließlich sein germanisches Königreich auf afrikanischem Boden etablieren.....

.....diese weltgeschichtlichen Ereignisse bilden den Handlungsrahmen für Bernd Hertlings ersten historischen Roman "Habichte über Karthago". Hierbei hat er eine Vielzahl historischer, militärischer, kultureller und religiöser Details eingebaut, die zur Gründung eines germanischen und multikulturellen Staates in Nordafrika geführt haben. Während er die nautischen und diplomatischen Fähigkeiten Geiserichs und die Besonnenheit seiner Krieger angemessen würdigt, bedient er sich auch der umstrittenen Darstellung des Historikers Prokopios von Caesara, wonach die Vandalen vom weströmischen Feldherrn Bonifatius nach Nordafrika gerufen worden seien. Die Verlobung und spätere Heirat von Geiserichs Sohn Hunerich und der weströmischen Kaisertochter Eudokias wurde jedoch, wie auch die anderen historischen Personen, geschickt in die Handlung eingebaut. Die zahlreichen Friedelfrauen des Hasdingers erlauben die Schöpfung eines weiteren Sohnes, des Protagonisten Arwid, der mit der ebenfalls erdichteten Druidin Ceridwen aus Hibernia (= Irland) verheiratet wird. Sein bester Freund Truchthari ehelicht mit Gunhild eine fiktive Nichte Geiserichs. Dies alles bietet reichlichen Stoff für Liebe, Erotik und Verrat....

....bei dessen Darstellung allerdings eine Vielzahl von flapsigen Redensweisen, Floskeln, Anglizismen und Begriffe aus der modernen Umgangssprache auffällig sind. Hierzu eine kleine Auswahl: "Ach Kinder....", (S. 63), "Gott hab in selig" (S. 63), "Fair für alle" (S. 104), "Wenn es hart auf hart geht" (S. 104), "auf Nummer sicher gehen" (S. 121), "Haus- und Hoftheologe" (S. 121), "ein weiterer (S. 142), "wie ein begossener Pudel" (S. 162), "agents provocateurs" (S. 166), "Sozialrevolution" (S. 170), "(Punier)kaff" (S. 170), "wir werden das schon deichseln" (S. 179), "Plausch" (S. 205), "abkopiert" (S. 224), "einen gewaltigen Bock geschossen" (S. 230), "Pergament ist geduldig" (S. 245), "da bleibt einem die Spucke weg" (S. 248) "Luftschlösserbauer, Gewäsch, nachplappern" (S. 288 ff.), "Wirtschaftswachstum und Zicke" (S. 262), "gezinkte Karten und gefilzt" - im Sinne von durchsucht- (S. 268).

Daneben gibt es einige Begriff, die schlicht falsch sind oder falsch verwendet wurden: Die Stadt "Sevilla" (S. 64) hieß damals noch Hispalis. Der griechische Plural von Stigma lautet nicht "Stigmen" (S. 159) sondern Stigmata. Hopliten (S. 189) und (vandalische) Phalangen (S. 224) gab es zur Zeit der Romanhandlung schon lange nicht mehr, denn sie entstammen der Zeit des klassischen Griechenlands.....

.....diese Begriffe wären jedoch als auflockerndes Stilmittel noch zu verkraften. Bei einer Vielzahl von Anachronismen in der direkten Rede oder in den Überlegungen der Akteure, muss man jedoch den Eindruck gewinnen, dass sich der Autor seiner "nimmermüden" Lektorin (S. 462) gegenüber oftmals belehrungsresistent gezeigt hat. Hier einige Beispiele anachronistischer Bonbons des Romans, der im 5. nachchristlichen Jahrhundert spielt: "Schachspieler" (S. 66) und den Begriff "in Schach halten" (S. 123) konnte es noch nicht geben, denn das Strategiespiel sollte erst im 11. Jahrhundert durch die Araber in den Mittelmeerraum gelangen. Das Verb "(sich) trollen" (S. 205) stammt aus dem Mittelhochdeutschen (1050 - 1350). Eine "Porzellanprothese" (S. 106) konnte frühestens im 15. Jahrhundert angefertigt werden, denn erst zu diesem Zeitpunkt gelangte "Porzellan" in den europäischen Raum wurde. Aus dem 16. Jahrhundert stammen: der - im Sinne eines Wertpapieres - "Wechsel" (S. 90), die "Kurtisane" (S. 103), der "Halunke" (S. 351). Das 17. Jh. ist mit "Fidibus" (S. 62), "Haudegen" (S. 123), dem "Troll" (S. 155, 156), einem "Maskenball" (S. 372) und "Strolchen" (S. 393), das 18. Jh. mit "Jux (und Tollerei)" (S. 34), "Detachment" (S. 45, 123) und "Diät" - im Sinne von Schonkost - (S. 72) vertreten. Besonders grotesk sind die aus dem 19. Jahrhundert stammenden Termini, wie "Schweinehund" (S. 45), "einstürzen wie ein Kartenhaus" (S. 50), "Humanitätsduselei" (S. 52), "Flirt" (S. 137, 230), "Binsenweisheit" (S. 261), "Trottel" (S. 287) und "Snobs" (S. 339). Mit "Maskottchen" (S. 256), "Sesselfurzer" (S. 279) und "knutschend" (S. 379) leistet auch das 20. Jh. seine Beiträge.

Ab Seite 459 gibt ein Glossar, das mit drei Seiten jedoch besonders schmal ausgefallen ist. Eine Erläuterung von "Nekromantikon" (S. 115), "Circumcellionen" (S. 128), "Exsikkose" (S. 139), "Donatisten" (S. 144), "Emporion" (S. 169), "Intestinum" (S. 176), "der Pogrom" - ein russisches Wort! - (S. 181), "Metoiken" (S. 188), "Thanatos" (S. 191), "Angelologie" (S. 197), "Kataphrakten" (S. 224), "Xenie" (S. 256), "Präliminarien" (S. 261), "Tanitriten" (S. 269), "Epiphanie" (S. 272) "Ploiaphesien" (S. 281), "Perpathos" (S. 287), "Tritonen, Adoranten" (S. 293) sucht der in lateinischer und altgriechischer Sprache weniger bewanderte Leser darin vergeblich. Als weitere Materialien wären zudem noch eine historische Karte, Zeittafel oder ein Stammbaum der Hasdingen wünschenswert gewesen.

Trotz der geschilderten Mängel liegt Spannung und Stärke des Romans in der Darstellung der verschiedenen Religionen, Strömungen und Konfessionen. Angefangen bei den Arianern, Athanasiern (Katholiken), Judentum, Donatisten, Pythagoräern, gnostischen, dualistischen und anderen sogenannten ketzerischen Lehren, bis hin zur keltischen Religion und dem Mithraskult. Besonders gelungen sind die theologischen und philosophischen Dispute der Akteure und die gesellschaftlichen Spannungen und Auseinandersetzungen der verschiedenen Konfessionen. Der im Jahre 430 verstorbne Kirchenvater Augustinus wird zwar mehrfach erwähnt, eine Nennung oder gar Erläuterung der manichäischen Lehre und ihren Einfluss auf den Bischof von Hippo Regius fehlt allerdings. Auch die zwischenmenschlichen Interaktion sind dem Autor glaubwürdig gelungen, so dass sein Erstling noch mit 4 Amazonsternen zu bewerten ist und auf eine nachdrücklicher lektorierte und ausgestattete Zweitauflage hoffen lässt.

Auch eine mögliche Fortsetzung der Protagonistenschicksale, z. B. "am Hofe Attilas" könnte wieder spannend werden!
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von callisto TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Karthago 430 n. Chr.: Der römische General Bonifatius spielt ein falsches Spiel. Er lädt germanische Truppen nach Karthago ein, um sie für seine eigenen Ränkespiele zu missbrauchen, aus denen er selber als Herrscher von Afrika hervorgehen möchte. Er hat die Vandalen jedoch unterschätzt. Nun belagert der Vandalenkönig Geiserich mit seinem Volk das römische Karthago und sie haben das afrikanische Volk auf ihrer Seite, denn die Invasoren betreiben eine soziale Revolution im großen Stil. Geiserich führt nur Krieg gegen die römische Oberschicht und den Klerus und nimmt fast sozialistische Umverteilungen vor.

Diese Geschichte wird aus mehreren Blickwinkeln erzählt, zum einen aus der Sich von Geiserichs unehelichem Sohn und Philosophen Arwid, seinem bodenständigen Freund Truchthari und der keltischen Druidin Ceridwen, die mit beiden Männern ihr Spiel spielt
Zum anderen aus der Sicht einiger Bewohner der belagerten und Eroberten Städte, wie der Edelhure Ischtoreth.

Der Zabern Verlag war für mich bisher immer ein Garant für hochkarätige historische Romane, dieses Buch jedoch hat mich sehr geärgert.

Zum einen ist die Aufteilung der Kapitel kapriziös. Kapitel 1 spiel 430 n. Chr., Kapitel 2 419 n. Chr., Kapitel 3 429 n. Chr., dann springt der Autor sowohl zwischen den Sichtweisen alsauch zwischen den Jahren 430 n. Chr. und 429 n. Chr., statt lieber wirklich parallel laufenden Handlungen zu beschreiben oder die geschilderten lieber chronologisch wiederzugeben, den einen wirklichen Grund für diese Zeitenverwirrung gibt es in der Handlung nicht.
Einige Handlungsstränge sind dann teilweise auch noch (bis zum Ende des Buches) unabgeschlossen oder irgendwie unmotiviert nicht in die Geschichte eingebunden, wie die Episoden um den Lehrer Arwids und Truchtharis, oder die Szene in welcher Ceridwen Arwid erzählt sie sei schwanger, aber nie wird geklärt was mit dem Kind geschieht, wird es geboren, stirbt es, war es eine Fehlgeburt oder log Ceridwen. Ich könnte hier noch einige solche Fehlende Enden aufzählen.

Die verschiedenen Blickwinkel auf diese geschichtlichen Ereignisse verbinden sich zwar irgendwann für kurze Zeit, aber dieser Roman hätte durch eine einheitliche Schilderung aus einer Sicht deutlich gewonnen, so wirkt diese Erzählweise einfach nur unfertig und halbgar. Keine der Handelnden Personen wird wirklich lebendig, alle bleiben irgendwie leblos, bis auf Ceridwen die sehr moderne feministische Druidin, die andauernd eine nervige Diskussion über Frauenrechte anfängt und zu Beginn des Buches auch tatsächliche Psi Kräfte demonstriert, so dass ich zu Beginn des Buches dachte, dass es vielleicht möglicherweise doch ein Fantasy Buch in der Art der Nebel von Avalon werden könnte.

Anders als üblich, fehlt in diesem Buch eine Karte, es ist kein Nachwort enthalten, dass Fiktion von Tatsächlichen Begebenheiten trennt, keine Historische Tabelle oder eine Erläuterung der Intentionen des Autors. Das Glossar ist kurz und sehr unvollständig.

Zusätzlich strotzt das Buch von Anachronismen wie Puderkoffer (S. 58) oder "schieß los", die ein anderer Rezensent bereits ausfühlich gelistet hat. Die Sprache des Autors ist streckenweise fast bis zur Unleserlichkeit blumig und antikisierend. Dennoch versucht sich der Autor in durchaus gelehrten Witzen indem er den froschartig beschrieben Verwalter bei der königlichen Marine Rana (rana = biologischer Gattungsname der echten Frösche) nennt.

Fazit: Das Buch wirkt unfertig, schafft es nicht zu fesseln und strotzt von Anachronismen. Ein nicht sonderlich gelungenes Erstlingswerk, welches mich schwer enttäuscht hat.
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