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Habibi
 
 
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Habibi [Gebundene Ausgabe]

Craig Thompson , Stefan Prehn , Matthias Wieland
4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 672 Seiten
  • Verlag: Reprodukt; Auflage: 1., Auflage (20. September 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3941099507
  • ISBN-13: 978-3941099500
  • Größe und/oder Gewicht: 23,8 x 18,6 x 6,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 37.684 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Vor einer fantastischen Kulisse aus orientalischen Wüstenlandschaften, märchenhaften Harems und der allgegenwärtigen Kluft zwischen "Erster" und "Dritter Welt" erzählt HABIBI die bewegende Geschichte von Dodola und Zam, zwei Sklavenkindern, die der Zufall eint, das Schicksal auseinanderreißt und deren tiefe Liebe zueinander allen Widrigkeiten zum Trotz überdauert.
Vielschichtig, mitreißend und in Bildern von opulenter Pracht ist HABIBI eine außergewöhnliche, epische Liebesgeschichte, eine eindringliche Parabel über das gemeinsame Erbe von Islam und Christentum und allem voran eine Ode an die Magie des Geschichtenerzählens.
Sechs Jahre nach seiner international erfolgreichen und vielfach preisgekrönten Graphic Novel BLANKETS legt Craig Thompson endlich sein mit Spannung erwartetes neues Buch HABIBI vor ein modernes Märchen aus TAUSENDUNDEINER NACHT.

Über den Autor

Craig Thompson 1975 in Traverse City, USA, gelang Ende der 90 Jahre ein viel beachtetes Debüt. Auf der Frankfurter Buchmesse 2005 zum "Comic des Jahres" gekürt, zählt BLANKETS zu den wichtigsten Graphic Novels der letzten zehn Jahre.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Craig Thompsons Magnum Opus 20. September 2011
Von David Eberhardt TOP 500 REZENSENT
Wäre der Begriff 'Magnum Opus' bisher nicht geprägt worden ... Craig Thompsons Habibi wäre ein guter Grund, das jetzt zu tun.

Thompsons neuestes Werk ist auf vielen Ebenen beeindruckend. Zum einen wäre da das schiere Ausmaß dieses Buches: Sieben Jahre akribisches Recherche, Skizzieren und Tuschen ... 672 Seiten wunderschön gezeichnete, umwerfend detaillierte Tinten-Opulenz. Das Buch lässt jedes Bücherregal ächzen und lässt sogar seinen Vorgänger 'Blankets' erblassen ... aber das ist gar nicht der Punkt: was Thompson hier mit Habibi erschaffen hat, ist weit mehr als nur ein umfangreicher Comic. Es ist ... nun, ein Meisterwerk. Da, ich hab's gesagt.

Von seinem gold-geprägten Cover bis zu den wunderschönen Ornamenten, scheint dieses Buch makellos. Das liegt zum Teil natürlich an Thompons Zeichenstil. Knapp aber sehr spezifisch, detailliert aber energetisch: jedes Panel wirkt so real, so glaubwürdig, dass man die Gerüche und den Staub eines orientalischen Basars quasi riechen kann. Alles ist in Bewegung, jedes Gesicht zeigt Emotion und alles fühlt sich wie eine reale Welt ins ich selbst an: fremd (für mich als Mitteleuropäer zumindest), doch irgendwie sehr sehr vertraut. Genau DAFÜR hat der Autor wochenlang Unmengen an Brushpens und Skizzenblöcken im Orient verbraucht: für die glaubhafte Übersetzung der Islamischen Welt in Bilder. Bilder die in der Lage sind zu zeigen, wie diese Welt wirklich ist. Und Thompson gelingt das.

Aber Habibi hat weit mehr zu bieten als nur schicke Portraits des Orients: Thompsons Geschichte von Dodola und Zam spielt, wie schon Blankets damals, sehr kreativ mit religiöser Bildsprache und Symbolik und gibt einen Einblick in die Kultur und Menschen dahinter. Und wo in Blankets noch jede Menge Fragezeichen um die Christliche Mythen standen, erschließt Thompson den Koran hier über dessen faszinierende Geschichten ... und über die Leute, die diese Geschichten erzählen.

Ein weiterer Aspekt, der dies auch aufgreift, ist Thompsons Zurschaustellung (Arabischer!) typographischer Fertigkeiten jenseits von Worten (hehe). Es wäre wirklich schwierig hier zu beschreiben, wie er Typographie, Symbolik, Erzählung und Emotion in eine Geschichte epischen Ausmaßes verpackt ... und es wäre ebenso schwer einen weiteren Autoren / Künstler aufzuzeigen, der ähnlich gekonnt mit einer derartig komplexen, aber immer einfühlsame Bildsprache, umzugehen vermag. Neben den herkömmlichen rechteckigen Panels, die die Geschichte erzählen, gibt es immer wieder ganzseitige, reichhaltig inszenierte und mehr oder weniger abstrakte Darstellungen der Geschichte HINTER der Geschichte. Das fängt bei detaillierten Ornamenten, die langsam in typographische Kunstwerke morphen an und endet bei der nahezu surrealistischen Darstellung ganzer Koran Suren.

Okay, das ist zwar alles ganz toll ABER: kann denn die Story an sich da mithalten? Kurz gesagt: absolut, ja! Die Geschichte ist ergreifend, andächtig, spannend und hat natürlich auch den ein oder anderen Lacher parat. Thompson arbeitet auch hier wieder mit verschiedenen Zeitebenen und kreiert eine Struktur, die die Erzählform auf eine Ebene mit den Bildern hebt, die sie erzählen. Und dann ist da noch Thompsons kompromisslose Liebe zu seinen Charakteren, die allesamt tiefgründige, komplexe aber immer nachvollziehbare menschliche Wesen sind, zu denen der Leser schnell eine Verbindung aufbauen kann.

All das und mehr macht Habibi zu einer der wichtigsten Graphic Novels bis heute ... in meinem Bücherregal sowieso, aber auch im Allgemeinen. Thompson verschafft Einblick in eine fremde Welt, die er so bestechend bebildert und beschreibt, dass man glauben könnte, er wäre schon immer ein Teil davon gewesen ... und nicht ein dürrer, weißer Christenjunge aus Michigan. Habibi erzählt seine Geschichte so selbstverständlich und glaubwürdig wie seinerzeit Blankets ... und dieses Werk war autobiographisch ... was so einiges über Thompsons Befähigung als Geschichtenerzähler aussagt.

Du magst Graphic Novels? Echte Graphic Novels, nicht der nächstbeste Superheldencomic in Buchform, sondern illustrierte Literatur mit Anspruch?
Kauf dieses Buch, es ist brillant.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Nachdem ich mich selbst nur zu den passiven Rezensions-nutzern zählen kann und bisher noch nie eine eigene geschrieben habe, wird es nun endlich Zeit für meine erste eigene Rezension.

Nachdem ich davor auch schon "Blankets" und "Good Bye Chunky Rice" von Craig Thompson gelesen und geliebt habe, konnte ich es kaum erwarten endlich sein neues Buch zu erhalten und ich muss sagen, es hat meine hohen Erwartungen sogar noch übertroffen. Jede einzelne Zeichnung des Buches ist ein eigenes Kunstwerk, die Handlung ist fesselnd und noch tiefgründiger als bei Blankets, und nachdem ich es innerhalb kürzester Zeit verschlungen habe, überlege ich bereits gleich nochmal zu beginnen. Ich beneide jeden der das Vergnügen es zum ersten mal zu lesen noch vor sich hat - meiner Meinung nach sein bisher bestes Buch und definitiv meine beste Graphic Novel bis jetzt, also eine klare Kaufempfehlung meinerseits!!!
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Craig Thompson legt mit dieser Graphic Novel etwas vor, das wahrhaft seinesgleichen sucht. Die Opulenz und der Detailreichtum der Bilder, die Atmosphäre, die Charaktere, die Recherche dahinter, die epische Breite des ganzen Werkes, die Meisterschaft der Illustration - kaum anderes als Superlativen, die man hier vorfindet.
Die Geschichte spielt im (noch) feudalen Orient, es gibt den Sultan mit seinem Harem und seinem Hofstaat auf der einen Seite, und die arme Bevölkerung auf der anderen. Die Moderne steht vor der Tür in Form eines gewaltigen Staudammes, aber auch in Form von Müll, Abgasen, Kanalistaion und Industrie. Doch alles, was wir sonst von 1001 Nacht kennen, ist hier eine glänzende Fassade. Der Sultan ist ein perverser Narziß, die Menschen sind schmutzig, korrupt, feige, und die beiden Hauptfiguren wirken buchstäblich wie Blumen in einer Wüste, wo man sich fragt, woher sie überhaupt noch ihre Lebenskraft nehmen. Es ist regelrecht qualvoll, mitansehen zu müssen, in welch widerwärtiger Umgebung sie sich zurecht finden, welche Grausamkeiten sie erleiden, und welche Perversitäten sie ertragen müssen. Der Kontrast zwischen der Unschuld der Hauptfiguren und der Welt, in der sie leben, in der fast alles gestört und degeneriert ist, macht die Lektüre manchmal geradezu unerträglich. Ein Vater verkauft seine minderjährige Tochter, ein Sultan konsumiert Frauen wie Pralinen (und wirft sie ebenso weg, wenn sie nicht mehr munden), Männer vergewaltigen mit Vorliebe Frauen, die Eunuchen zimmern sich ihre eigens gefühlte Monstrosität in Auserwähltheit um und kastrieren auch ohne weiteres unschuldige Knaben, um ihren Selbstbetrug aufrecht zu erhalten. Gerade weil alles so brillant dargestellt und erzählt ist, wirkt es dermaßen abartig, widerwärtig und verstörend, wie ich es selten bisher gesehen habe, eine Bild- und Wort gewordene Depression vom Feinsten.
Die Geschichten aus Koran, Bibel, Legende, Philosophie und Wissenschaft bilden die Zuflucht in etwas Besseres, doch gerade hier liegt das Problem. Trotz liebvollster, prächtiger Details in Ornamentik, Kalligraphie und betörenden Bildern ist die bösartige Wucht der Realität so groß, dass sich Trost und Hoffnung nicht so recht einstellen möchten. Die Flucht in die Welt des Schönen erscheint, womöglich anders als vom Autor beabsichtigt, vielmehr als eine Lebenslüge, besonders da die Geschichten der gleichen Kultur und Tradition entstammen, wie die Abartigkeiten, die sie hervorgebracht haben. Wo gerade noch im Namen des Korans Kinder zwangverheiratet werden und Frauen als Eigentum des Mannes gezeigt werden, werden aus dem gleichen patriarchal-despotischen Geist heraus Geschichten erzählt, die die Welt letztendlich rechtfertigen, wie sie ist, als habe man sich damit abzufinden - oder, noch schlimmer: es sei doch eigentlich alles doch ganz schön.
Ein großartiges, beeindruckendes, extrem eindringliches Werk, das einen sofort in den Bann zieht, aber Eines absolut nicht ist: schön und heiter. Vielleicht liegt ein "Fehler" des Autors auch darin, dass er ein Buch gezeichnet und geschrieben hat, das einfach noch besser ist als "Habibi": das absolut uneinholbare "Blankets".
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