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Habenwollen. Wie funktioniert die Konsumkultur?
 
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Habenwollen. Wie funktioniert die Konsumkultur? [Gebundene Ausgabe]

Wolfgang Ullrich
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 217 Seiten
  • Verlag: Fischer (S.), Frankfurt; Auflage: 2 (Oktober 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3100860047
  • ISBN-13: 978-3100860040
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 13,4 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 453.972 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Wolfgang Ullrich
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Warum kaufen wir so viel, obwohl unsere Grundbedürfnisse längst befriedigt sind? Konsumgüter versprechen ein erfüllteres, glücklicheres, längeres Leben - man kann sich mit ihnen identifizieren oder darstellen, aber sie verändern uns auch. Ob Zahnbürste, Rasierer oder Auto: Produkte werden mittlerweile auf Charaktermerkmale hin angelegt, die sich auch als Ausdruck menschlicher Eigenschaften interpretieren lassen. Und sie verheißen viele Möglichkeiten, große Freiheit, ewige Jugend, weshalb man kaum anders kann, als sie haben zu wollen. Es kommt zu einer völlig neuen, intimen Beziehung zwischen Ding und Mensch. Ein "Konsumbürgertum" ersetzt das traditionelle (Bildungs)bürgertum. Doch wie genau werden die Produkte entwickelt und vermarktet, die so viel Einfluss auf uns haben? Das Buch erzählt, wie Dinge heute gemacht werden und was sie mit uns machen.

Über den Autor

Wolfgang Ullrich, Jahrgang 1967, studierte Philosophie, Kunstgeschichte und Germanistik. Promotion 1994 mit einer Arbeit über das Spätwerk Martin Heideggers. Seitdem freier Autor, Hochschuldozent und Unternehmensberater. Lebt in München. Zahlreiche Publikationen, insbesondere zur Geschichte und Kritik des Kunstbegriffs, über moderne Bildwelten sowie Wohlstandsphänomene.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
40 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Prof. Dr. Karsten Kilian VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Ich habe selten ein so bewegendes, so intensives und zugleich nachdenkliches Buch über unsere heutige multioptionale Konsumkultur gelesen wie Wolfgang Ullrichs Habenwollen. Das Buch ist noch zu neu, um ein Klassiker zu sein, aber es hat das Zeug dazu, einer zu werden!

Auf 206 Textseiten (plus Anhang) geht Ullrich dem Konsum auf den Grund, aber ganz bestimmt nicht - wie viele von uns - auf den Leim! Er erläutert auf kurzweile Art warum wir Waren kaufen, deren Substanz "Zweckmäßigkeit ohne Zweck" verspricht, die uns verjüngen auf ewig, ohne dass wir uns (auf ein Alter) festlegen müssten. Uns stört es auch nicht, wenn ein Produkt einen Widerspruch in sich darstellt, z.B. ein Kaffee, der zugleich als anregend und entspannend angepriesen wird. Was nun? Beides zugleich. Wir suchen uns aus, was wir gerade gerne hätten, was unserer Stimmung am Ehesten entspricht. Ob es Sinn macht? Sinnlos darüber nachzudenken. Zumindest scheint es heute so, denn: Es wird gekauft!

Habenwollen blickt aus 4 Richtungen auf das Phänomen "Konsumkultur" und zeigt auf, wie der Konsum salonfähig und damit zu einem Kulturgut und das sich zum Teil über die Kunst definierende und abgrenzende Bildungsbürgertum durch das Konsumbürgertum abgelöst wurde:

1. Entwicklung (u.a. "Kultur der Fiktionalisierung")

2. Ästhetik (u.a. "Produktwandel", "Virginität" und "Zeitumkehr")

3. Wissenschaftliche Grundlagen (u.a. "Von der Soziologie zur Psychologie")

4. Dimensionen (z.B. "Grenzen der Konsumkultur" und Die "Zukunft des Habenwollens")

Ullrichs Buch öffnet die Augen, macht Zusammenhänge und Unterschiede zwischen Soziologie, Psychologie, Neurologie, Zaltmans Metaphor Elicitation Technique (ZMET) klar und verdeutlicht die Vorzüge und Nachteile altbekannter Ansätze (z.B. Sinus-Milieustudien) und neuerer Herangehensweisen (z.B. Verfassungsmarketing) zum "besseren Verstehen des Konsumentenverhaltens"; er kritisiert, polarisiert und polemisiert, überlässt es dann aber doch dem Leser, sein eigenes "Gedankengerüst" zu entwickeln.

Mein Fazit: Das (bisher) beste Buch über die Konsumkultur des noch jungen 21. Jahrhunderts und die Wurzeln des Konsums (die keine mehr sind). Statt wollen gilt "Habenmüssen". Mit Ullrichs Buch erhalten Sie, was es heute (nicht nur auf dem Buchmarkt) nur noch selten gibt: "Konsum mit Kultur" (und voller Zweck)!
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25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Ohne Abschrecken zu wollen, muss ich vorweg an Kants Definition zur Aufklärung erinnern: sie ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen.

Wolfgang Ulrich ist dieser Aufforderung im besten Sinne gefolgt als er sich dem Konsumphänomen angenommen hat. Konsum wird mehrheitlich ja gerne als Geißel der modernen Gesellschaft apostrophiert. Wir alle seien nur Getriebene über die Marktplätze dieser Welt, die sich lammfromm und nimmersatt mit unnötigen Waren vollstopfen und ununterbrochen medial berieseln lassen, damit wir nicht unserer geistigen und emotionalen Leere wahrhaftig würden. Dass dem mitnichten so ist, sondern Konsumieren eine selbst zu verantwortende, freie Handlung ist und zudem auch sinnstiftend sein kann, beschreibt Ulrich sehr überzeugend. Doch nicht nur das. Sehr plausibel sind auch seine Schlüsse bzgl. moderner Produktdesign- und -ausstattungsmerkmale, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden: so z.B., dass aktuell bevorzugte Produkte zumeist unerschöpfliche Potentiale und Optionen zu bieten scheinen. Eine wesentliche Essenz aus seinen spannend zu lesenden Betrachtungen schien mir, dass Konsum heute mehr denn je nicht Habenwollen, sondern Seinwollen ist. Und zwar nicht im Sinne von Status und Prestige, sondern im Sinne einer möglichen Option (heute bin ich mal Snob, morgen Bohème und im Urlaub Freibeuter) oder eines gewünschten Moments (romantisch, ernsthaft, ausgeflippt). So stünde beim Konsum auch nicht der Besitz im Fokus, sondern der Weg dahin und die sich erste noch ergebenden Möglichkeiten danach. Insofern kann Konsum recht sinnstiftend sein, wenn er im vollen Bewusstsein der individuellen Freiheit getätigt wird und mit ihm sich eine Erweiterung an Möglichkeiten verbindet. Die Reife des modernen Konsumenten zeigt sich insbesondere dort, wo sie/er nicht infantil und neidgetrieben "Habenwollen" denkt, sondern sich bewusst einen nachhaltigen, selbst geschätzten Wert erwirbt. Oder in Anlehnung an Oscar Wilde ausgedrückt: wir nicht nur den Preis der Dinge kennen, sondern auch ihren Wert. So lautet meine Empfehlung: Konsumieren Sie dieses Buch - mir ist es mehr Wert als es kostet.
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22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wie entsteht KONSUM? 4. Dezember 2006
Von Thorsten Wiedau HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Ein sehr gutes Buch, welches sich mit dem großen Thema KONSUM beschäftigt. Der Autor Wolfgang Ullrich beschreibt sehr sachlich und mit viel Hintergrundwissen die Mechanismen und auslösenden Faktoren zum Thema Konsum. Hier wird einfach und doch haarklein erklärt wie unsere Konsumkultur funktioniert.

Dieses Buch sollte Pflichtlektüre in den Universitäten bei den Studiengängen Wirtschaft und Marketing werden, denn so klar haben nur wenige erkannt, wie unsere Konsumuhr sich dreht. Der Autor Wolfgang Ullrich ist vom Fach und hält mit keinem noch so interessanten Detail zum Thema Konsum hinter dem Berg. Forschungsergebnisse großer Firmen werden ebenso publiziert und dargestellt wie sich eine Analyse des Geschriebenen anschließt. Hier wird bis zu den Anfängen der Konsum geschildert und wie er sich entwickelt bis zur möglichen Zukunft.

Was löst Konsum aus, wie kann man ihn steuern, was ist erlaubt und was verboten, was tun die großen Firmen um Konsum zu verstehen und eventuell auch zu steuern?

Entwicklung, Ästhetik, Wissenschaftliche Grundlagen zur Konsumforschung und die Dimensionen in denen sich die Konsumkultur entwickelt - sind die großen Hauptthemen des Buches. So gut habe ich selten über dieses Thema etwas gelesen. Spannend bis zur letzten Seite.

Sehr empfehlenswert!
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