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Hab acht auf meine Schritte: Roman
 
 
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Hab acht auf meine Schritte: Roman [Taschenbuch]

Mary Higgins Clark , Andreas Gressmann
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (73 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Eigentlich müsste Celia Nolan eine glückliche Frau sein. Sie hat einen wundervollen Sohn und einen Mann, der sie nicht nur vergöttert, sondern auch noch reich ist. Wenige Frauen dürften wie sie zum 34. Geburtstag ein großes Haus in einem beschaulichen Städtchen, nicht weit von New York, geschenkt bekommen. Stattdessen wird dieser Tag für sie zum Albtraum. Alles bricht über ihr zusammen, als das dunkelste Kapitel ihrer Vergangenheit ans Licht gezerrt wird. Wie es der Zufall will, ist ihr neues Haus ihr altes Elternhaus, in dem sich Schreckliches ereignete. Als kleines Kind hatte Liza, wie sie eigentlich heißt, bei einem Unfall ihre Mutter erschossen und den gewalttätigen Stiefvater verletzt. Für die Sensationspresse war sie damals das kleine Monster, das aus Eifersucht tötete. Der Stiefvater wurde von jeder Schuld freigesprochen und erbte das gesamte Vermögen. Liza änderte ihren Namen und nannte sich fortan Celia.

24 Jahre später treffen sie die Erinnerungen wie eine Keule: Da ist der Teppich, auf dem die Mutter lag, da das Schlafzimmer, aus dem sie die Waffe holte. Währenddessen scheint sich in der Vorortidylle wenig verändert zu haben, und so begegnet sie -- ohne selbst erkannt zu werden -- den bekannten Gesichtern aus ihrer Kindheit: Sergeant Earley, den damals ermittelnden Polizeibeamten, oder die tratschsüchtige Nachbarin Marcella Williams, die sie im Gerichtsprozess seinerzeit bezichtigte. Für Celia steht fest: Sie muss herausfinden, was damals wirklich geschehen ist, und ihre eigene Unschuld beweisen.

Mary Higgins Clark ist die Grand Dame der amerikanischen Kriminalliteratur, die Freunden intelligenter Unterhaltung hier ein wahres Fest bereitet. Dazu benötigt sie nicht, wie die neue Generation amerikanischer Krimi-Autoren, Dutzende Leichen und bestialisch verübte Morde. Subtil und beharrlich webt sie einen erzählerisch wie psychologisch raffinierten Plot, der sich wie ein Spinnennetz über die vermeintliche Vorstadtidylle legt. Verschiedene Erzählperspektiven erlauben es Higgins Clark, gleichsam ungefiltert das verletzte Selbst der Celia Nolans darzustellen, aber auch die Marotten, Motive und Abgründe von Grundstücksmaklern, Lokaljournalisten und Staatsanwälten, die jeder auf ihre Art in den Fall verstrickt sind.

Hab acht auf meine Schritte ist eine wahre Lehrstunde in Sachen Vielschichtigkeit und psychologischem Gespür. Mary Higgins Clark beweist mit diesem eindringlichen und unheimlichen Roman einmal mehr eindrucksvoll ihr Können. --Henrik Flor, Literaturtest -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»Mary Higgins Clark ist die Grande Dame der amerikanischen Krimiliteratur.« (Bunte )

»Eine mörderische Story.« (Bunte )

»Ein routinierter Thriller von einer der erfolgreichsten Krimiautorinnen der Welt.« (Hamburger Morgenpost )

Kurzbeschreibung

Bei einem schrecklichen Unfall tötet die kleine Liza Barton aus Versehen ihre eigene Mutter. 24 Jahre später kehrt sie an den Ort des Geschehens zurück und erkennt langsam, dass hinter dem angeblichen Unfall von damals der perfide Plan eines Mörders steckte. Und plötzlich ist ihr eigenes Leben in Gefahr.


Klappentext

»Mary Higgins Clark - die international erfolgreichste Thrillerautorin.«
Die Welt

»Die Königin der Spannung.«
The New York Times

»Eine mörderische Story.«
Bunte

Über den Autor

Mary Higgins Clark, geboren in New York, lebt und arbeitet in Saddle River, New Jersey. Sie zählt zu den erfolgreichsten Thrillerautorinnen weltweit. Ihre große Stärke sind ausgefeilte und raffinierte Plots und die stimmige Psychologie ihrer Heldinnen. Mit ihren Büchern führt Mary Higgins Clark regelmäßig die internationalen Bestsellerlisten an und hat bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten, u.a. den begehrten "Edgar Award". Zuletzt bei Heyne erschienen: "Denn niemand hört dein Rufen".

Auszug aus Hab acht auf meine Schritte von Mary Higgins Clark, Andreas Gressmann. Copyright © 2005. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Vierundzwanzig Jahre später

Es ist unfassbar, aber ich stehe genau auf demselben Fleck,

auf dem ich damals stand, als ich meine Mutter erschossen

habe. Ich frage mich, ob ich dies wirklich erlebe, oder ob es

nur zu einem Albtraum gehört. In der ersten Zeit nach dieser

furchtbaren Nacht hatte ich andauernd Albträume. Einen

großen Teil meiner Kindheit habe ich damit verbracht,

Bilder von diesen Träumen für Dr. Moran zu malen, einen

Psychologen in Kalifornien, wo ich nach dem Prozess gelebt

habe. Dieses Zimmer kam in vielen dieser Zeichnungen vor.

Der Spiegel über dem offenen Kamin ist noch derselbe,

den mein Vater ausgesucht hat, als er das Haus einrichten

ließ. Er wurde in die Wand eingelassen und mit einem Rahmen

versehen. Ich erblicke mein Spiegelbild darin. Mein Gesicht

ist leichenblass. Meine Augen wirken nicht mehr dunkelblau,

sondern schwarz, in ihnen scheinen sich alle

schrecklichen Visionen zu spiegeln, die aus meiner Erinnerung

auftauchen.

Die Augenfarbe habe ich von meinem Vater geerbt. Die

Augen meiner Mutter waren heller, saphirblau, sie passten

perfekt zu ihren goldblonden Haaren. Ich selbst wäre aschblond,

wenn meine Haare noch ihre natürliche Farbe hätten.

Ich lasse sie jedoch dunkler färben, seitdem ich vor sechzehn

Jahren an die Ostküste zurückgekehrt bin, um die Hochschule

für Design in Manhattan zu besuchen. Außerdem bin

ich zehn Zentimeter größer als meine Mutter. Trotzdem, mit

zunehmendem Alter werde ich ihr äußerlich in vielerlei Hinsicht

immer ähnlicher, und ich bemühe mich, diese Ähnlichkeit

so weit wie möglich zu kaschieren. Ich habe immer

mit der Angst gelebt, jemand könnte zu mir sagen: "Sie kommen

mir irgendwie bekannt vor ..." Damals war das Bild

meiner Mutter durch alle Medien gegangen, und gelegentlich

taucht es immer noch auf, wenn die Geschichte um ihren

Tod wieder aufgewärmt wird. Wenn also jemand zu mir

sagt, ich käme ihm bekannt vor, weiß ich, dass es ihr Bild ist,

das er im Kopf hat. Ich dagegen, Celia Foster Nolan, ehemals

Liza Barton, jenes Kind, das von der Boulevardpresse

"Little Lizzie Borden" getauft wurde, würde wohl kaum als

das pausbäckige Mädchen mit den goldenen Locken wiedererkannt

werden, das damals von der Anklage des vorsätzlichen

Mordes an seiner Mutter sowie des Mordversuchs an

seinem Stiefvater freigesprochen - wenn auch nicht entlastet

- worden war.

Mein zweiter Ehemann, Alex Nolan, und ich sind jetzt seit

einem halben Jahr verheiratet. Wir wollten heute eigentlich

mit meinem vierjährigen Sohn Jack zu einem Reitturnier in

Peapack, einer vornehmen Ortschaft im Norden New Jerseys,

aber auf einmal ist Alex Richtung Mendham gefahren,

einer benachbarten Stadt. Erst dann hat er mir verraten, dass

er eine wunderbare Überraschung zu meinem Geburtstag

habe, und ist in die Straße eingebogen, die zu diesem Haus

führt. Alex hat den Wagen geparkt, und wir sind eingetreten.

Jack zieht mich an der Hand, aber ich bleibe wie angewurzelt

stehen. Er ist voller Tatendrang und möchte, wie die

meisten Vierjährigen, alles erkunden. Ich lasse ihn los, und

im Nu läuft er aus dem Zimmer und rennt den Flur entlang.

Alex steht hinter mir. Ohne ihn anzusehen, spüre ich seine

Aufregung. Er glaubt, dass er ein wunderschönes Zuhause

für uns gefunden hat, und seine Großzügigkeit geht so weit,

dass er es allein auf meinen Namen überschrieben hat, es soll

sein Geburtstagsgeschenk sein. "Ich kümmere mich um Jack,

Schatz", beruhigt er mich. "Sieh du dich in Ruhe um und

mach dir schon mal Gedanken, wie du alles einrichten

willst."

Als er das Zimmer verlassen hat, höre ich ihn rufen: "Geh

nicht die Treppe runter, Jack. Erst müssen wir Mommy das

Haus zeigen."

"Ihr Mann hat mir gesagt, dass Sie Innenarchitektin sind",

meldet sich jetzt Henry Paley, der Makler, zu Wort. "Dieses

Haus ist immer in sehr gutem Zustand gehalten worden, aber

natürlich hat jede Frau den Wunsch, ihrem Heim ihren eigenen

Stempel aufzudrücken, umso mehr, wenn es ihr Beruf

ist."

Noch bringe ich es nicht über mich zu antworten und

blicke ihn wortlos an. Ein eher schmächtiger Mann um die

sechzig, mit ausgedünntem, grauem Haar, korrekt gekleidet

in einem dunkelblauen Nadelstreifenanzug. Natürlich erwartet

er, dass ich mich begeistert zeige über das wundervolle

Geburtstagsgeschenk, das mir mein Mann gemacht hat.

"Wie Ihr Mann Ihnen vielleicht gesagt hat, war ich selbst

nicht mit dem Verkauf befasst", erklärt Paley. "Meine Chefin,

Georgette Grove, war gerade dabei, Ihrem Mann verschiedene

Objekte in der Umgebung zu zeigen, als er im Vorbeifahren

das Schild ›Zu verkaufen‹ auf dem Rasen entdeckte.

Offenbar hat er sich sofort in das Haus verliebt. Nun, es handelt

sich ja auch um ein architektonisches Schmuckstück,

und außerdem steht es auf vier Hektar Grund in bester Lage,

in einer der gefragtesten Gemeinden."

Ich weiß, dass es ein Schmuckstück ist. Mein Vater war der

Architekt, nach dessen Plänen das baufällige Herrenhaus aus

dem achtzehnten Jahrhundert restauriert und in ein bezauberndes

und geräumiges Wohnhaus verwandelt wurde. Mein

Blick fällt an Paley vorbei auf den offenen Kamin. Mutter

und Daddy haben die Einfassung in Frankreich gefunden, in

einem Schloss, das abgerissen werden sollte. Daddy hat mir

damals die Bedeutung der einzelnen Ornamente erklärt, all

diese Putten und Pinienzapfen und Weintrauben ...

Ted, er drückt Mutter gegen die Wand ...

Mutter schluchzt ...

Ich richte die Waffe auf ihn. Daddys Waffe ...

Lass meine Mutter los ...

Bitte sehr! ...

Ted reißt Mutter herum und schleudert sie gegen mich ...

Mutter schaut mich mit entsetzten Augen an ...

Der Schuss löst sich ...

Lizzie Borden mit dem Beile ...

"Ist Ihnen nicht gut, Mrs. Nolan?", fragt Henry Paley.

"Doch, doch, natürlich", bringe ich mit Mühe heraus.

Meine Zunge fühlt sich taub an, unfähig, die Worte zu bilden.

Gedanken an Larry, meinen ersten Ehemann, schwirren

mir durch den Kopf, der mich hoch und heilig hatte

schwören lassen, keiner Menschenseele je die Wahrheit über

mich zu verraten, nicht einmal meinem zukünftigen Ehemann,

falls ich noch einmal heiraten sollte. In diesem Augenblick

nehme ich Larry übel, mir dieses Versprechen abgerungen

zu haben. Er war so verständnisvoll, so einfühlsam

gewesen, als ich ihm vor der Hochzeit die ganze Geschichte

erzählt hatte, aber am Ende hat auch er mich enttäuscht. Er

schämte sich meiner Vergangenheit, er befürchtete, dass sie

eine Belastung für die Zukunft unseres Sohnes sein könnte.

Diese Befürchtung hat dazu geführt, dass ich jetzt hier stehe.

Die Lüge hat bereits einen Keil zwischen Alex und mich

getrieben. Wir spüren es beide. Er redet davon, bald Kinder

haben zu wollen, und ich frage mich, was er davon halten

würde, wenn er wüsste, dass Little Lizzie Borden ihre Mutter

sein würde.

Es ist vierundzwanzig Jahre her, aber solche Erinnerungen

verblassen kaum. Wird irgendwer in der Stadt mich

wiedererkennen? Vermutlich nicht. Ich war zwar einver-

standen, in diese Gegend zu ziehen, aber ich habe mich nicht

einverstanden erklärt, in diese Stadt oder gar in dieses Haus

zurückzukehren. Ich kann hier nicht wohnen. Ich kann es

einfach nicht. (...) -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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