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24 Jahre später treffen sie die Erinnerungen wie eine Keule: Da ist der Teppich, auf dem die Mutter lag, da das Schlafzimmer, aus dem sie die Waffe holte. Währenddessen scheint sich in der Vorortidylle wenig verändert zu haben, und so begegnet sie -- ohne selbst erkannt zu werden -- den bekannten Gesichtern aus ihrer Kindheit: Sergeant Earley, den damals ermittelnden Polizeibeamten, oder die tratschsüchtige Nachbarin Marcella Williams, die sie im Gerichtsprozess seinerzeit bezichtigte. Für Celia steht fest: Sie muss herausfinden, was damals wirklich geschehen ist, und ihre eigene Unschuld beweisen.
Mary Higgins Clark ist die Grand Dame der amerikanischen Kriminalliteratur, die Freunden intelligenter Unterhaltung hier ein wahres Fest bereitet. Dazu benötigt sie nicht, wie die neue Generation amerikanischer Krimi-Autoren, Dutzende Leichen und bestialisch verübte Morde. Subtil und beharrlich webt sie einen erzählerisch wie psychologisch raffinierten Plot, der sich wie ein Spinnennetz über die vermeintliche Vorstadtidylle legt. Verschiedene Erzählperspektiven erlauben es Higgins Clark, gleichsam ungefiltert das verletzte Selbst der Celia Nolans darzustellen, aber auch die Marotten, Motive und Abgründe von Grundstücksmaklern, Lokaljournalisten und Staatsanwälten, die jeder auf ihre Art in den Fall verstrickt sind.
Hab acht auf meine Schritte ist eine wahre Lehrstunde in Sachen Vielschichtigkeit und psychologischem Gespür. Mary Higgins Clark beweist mit diesem eindringlichen und unheimlichen Roman einmal mehr eindrucksvoll ihr Können. --Henrik Flor, Literaturtest -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Inhalt: Alles dreht sich um ein Haus! Ein wundervolles Haus mitten in einer beschaulichen Kleinstadt nicht weit von New York entfernt und somit ideal für die begabte Innenarchitektin Celia Nolan und ihren Mann Alex, einen erfolgreichen Anwalt, geeignet. Denn seit längerem planten die beiden zusammen zu ziehen und als Alex das Haus entdeckt, kauft er es seiner Frau als Geburtstagsüberraschung. Eine Überraschung mit Folgen: Genau in diesem Haus hatte Celia Nolan bereits einmal gewohnt: Das Haus ist das Haus ihrer Eltern und in diesem Haus hat sie als zehnjähriges Mädchen ihre Mutter erschossen und deren Liebhaber angeschossen. Man warf ihr damals vor, den Mord kaltblütig aus Eifersucht begangen zu haben und dennoch wird sie freigesprochen. Fernab baute sie sich bei Pflegeeltern ein neues Leben auf und nun - 24 Jahre später - kehrt sie exakt an den Ort des Grauens zurück.
Kaum angekommen holt sie ihr Kindheitstrauma ein: Haus und Garten sind bei ihrer Ankunft verunstaltet und weisen eindeutig auf das vergangene Verbrechen hin. Und irgendjemand scheint über die wahre Herkunft Celia Nolans Bescheid zu wissen, denn es ereignen sich immer mehr ungewönliche und bedrohliche Ereignisse. Zudem schließen sich langsam ihre Erinnerungslücken an die Tat von damals und ihr wird klar, dass hinter dem tragischen Unfall von damals weit mehr steckt...
Doch als sich plötzlich weitere Morde ereignen, gerät Nolan ins Visier der Polizei...
Fazit: Ein Roman, der nicht nur hervorragend geschrieben und spannend erzählt wird, sondern auch mit einer gelungenen Mischung aus Gefühlschaos und atemloser Spannung aufwartet. Der Roman ist von Beginn an äußerst spannend und hält dieses hohe Niveau fast bis zum Ende. Die Story ist gut durchdacht und geschickt konzipiert, so dass es nur bei sehr genauer Konzentration und sehr genauem Nachdenken möglich ist, den Täter schon kurz vor Ende zu entlarven.
Die Story wird zudem kontinuierlich erzählt und versucht mit überschaubaren Handlungssträngen immer verständlich und nachvollziehbar zu bleiben, was zumeist auch gelingt, wenn man Teile des Beginns ausnimmt. Die Perspektive der Hauptfigur Celia Nolan alias Liza Barton ist gut gewählt und hervorragend erzählt. Die Gefühle der Figur bleiben weitestgehend gut nachvollziehbar und werden detailliert erzählt, so dass ein Mitfühlen mit der Figur jederzeit möglich bleibt. Durch die Kombination aus doppeltem Mordfall (damals und heute), die in einer Person verbunden werden (Liza Barton alias Celia Nolan) bleibt die Spannung von Anfang bis Ende erhalten und es gibt folglich genug Möglichkeiten für den Leser über die einzelnen Elemente nachzudenken.
Nur die Hauptfigur wird ausführlich dargestellt, alle übrigen Figuren bleiben weitestgehend etwas undurchschaubar, was sich erst zum Ende hin auflöst. Diese Machart sorgt für eine hohe Spannung, da nahezu alle Figuren als mögliche Täter in Frage kommen, ist aber nichts sonderlich überraschendes. Allerdings lassen sich aus der Machart eventuell Schlüsse auf die Handlung ziehen, was bei geübten Mary Higgins Clark Lesern eventuell schon zu früh für den gewohnten Aha-Effekt sorgt.
Dennoch stellt dieser Roman eine spannende, kurzweilige und gut durchdachte Kriminalgeschichte dar, die hervorragend erzählt wird und mit großem psychologischen Tiefgang bis ins Detail für Spannung sorgt.
Fazit: Wer die Autorin noch nicht kennt, sollte sich den Roman unbedingt kaufen, wer bereits mehrere Roman von Higgins Clark gelesen hat, kann sich auf gewohnt gute Unterhaltung freuen, sollte allerdings nichts überraschend neues erwarten. Dennoch sehr gut!
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