Den Nachfolgeband zu "Bleib bei uns, Beate!" mochte ich noch nie. Daran hat sich nichts geändert.
Katrin ist das jüngste von vier Geschwistern. Als ihre Mutter, die Stiefmutter der anderen drei, starb, war sie zwölf. Seitdem führt sie den Brüdern mehr schlecht als recht den Haushalt und geht sonst ihren Hobbys nach. Ihre Bildung wurde bei diesem Arrangement allerdings etwas vernachlässigt.
An ihrem 18. Geburtstag konfrontiert sie ihr ältester Bruder nicht nur mit seiner Verlobten, sondern auch mit dem Umstand, daß er bald heiraten würde und seine Frau dann die Hausherrin sein werde, so daß Katrin sich dann ja um ihre Ausbildung kümmern könne. Dieses äußerst "feinfühlige" Verhalten wird von BB als sehr positiv gewertet (!). Daß Katrin, der gegenüber die Verlobte bislang noch nicht mal mit einer Silbe erwähnt worden war und der urplötzlich nicht die finanzielle, aber die soziale Basis ihres Lebens unter den Füßen weggezogen wird, mit Eifersucht und Trotz reagiert, verwundert nur die Autorin. Da taucht zum Glück Beate Rywig als rettender Engel auf und holt Katrin nach Oslo, um ihr die Grundbegriffe des gehobenen Lebensstils beizubringen.
In erster Linie mißglückt ist die Charakterisierung von Katrin. Sie wird beschrieben als ein Mädchen mit bemerkenswert schneller Auffassungsgabe und unglaublichem Fleiß. Wenn das so ist, passt das völlige Fehlen von Manieren nicht zu ihrem Charakter, immerhin war sie schon zwölf, als ihre Mutter starb, und die Grundbegriffe, deren Fehlen hier beklagt wird, hat man üblicherweise in diesem Alter schon gelernt. Daß ein so schlaues Mädchen in den Folgejahren lediglich in den Tag hineinlebt, ohne auch nur einen vernünftigen Schulabschluß zu machen, erstaunt dann doch - vor allem, daß weder die extrem seriösen Brüder noch die total vernünftige ältere Schwester sich um die Sache kümmern, passt hinten und vorne nicht.
Und dann noch die Werte, die hier vermittelt werden sollen: ein Mittelding zwischen großbürgerlich und kleinkariert. Während Geld weder in Katrins noch in Beates Familie die große Rolle spielt (man hat es, und basta), legt BB hier auf Äußerlichkeiten einen Wert, den sie sich bei anderen Büchern (auch anderen Büchern der Serie) glücklicherweise spart.