Ehrlich gesagt ist diese ganze New Wave- (und auch Punk-) Bewegung ganz an mir, ohne mich in irgendeiner Form zu beeindrucken, vorübergezogen. Ganz?! -Nein, drei, vier Scheiben haben es tatsächlich zu Ruhm und Ehre gebracht. Dazu gehört auch "Ha!Ha!Ha!" von Ultravox.
Rauhbeinig und hart, Aufsehenerregend kommt die Scheibe daher und hat noch nichts von ihrer damaligen Vitalität eingebüßt.
War Ultravox' Erstling nichts anderes als ein roher, hölzerner Roxy Music-Aufguß, wenn auch mit Tendenzen zu mehr Eigenenständigkeit, so war "Ha!Ha!Ha!" auf ihre Weise eigenständig. -Teilweise sogar richtig rotzig!
Ich hör' mir diese Musik natürlich nicht mehr oft an (man wird alt...!). Aber wenn mir mal nach den "wilden(?!)" New Wave-Jahren ist, dann ist es meist "Ha!Ha!Ha!" oder Magazine's "Second Hand Daylight" die ich mir anhöre. Nicht ganz, dass wär' mir dann doch etwas zuviel, aber einzelne Titel. -Die "Kracher" sozusagen.
Bei der "Ha!Ha!Ha!" sind dies unbedingt "The Frozen Ones", dass schräge "Fear In The Western World" (für mich immer noch der beste Track der Scheibe), "Distant Smile", "Artificial Life" und das, in die neue Ultravox-Richtung (Electro-Pop) weisende, aber immer noch kultige "Hiroshima Mon Amour". Lediglich "The Man Who Dies Every Day" fällt im Vergleich zu den anderen Titeln wirklich ab.
Fazit: Durchwegs gelungene New Wave-Scheibe, die weit über dem Durchschnitt der, unter diesem Genre angesiedelten (und oft naiv-doofen), Aufnahmen liegt.
Bedingt eignet sich dieses Album auch für Altrocker (dazu zähle ich auch) mit offenen Ohren.