1.) Ausstattung (Hardware)
Die Ausstattung des Handys läßt nur wenige Wünsche offen.
Manch einer mag bei der Fotokamera ein Blitzlicht oder LED-Licht für Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen vermissen. Die Qualität der Fotoaufnahmen ist mittelmäßig, weder gut, noch schlecht. Aber angesichts dessen, daß das Objektiv etwa Stecknadelkopf groß ist, geht die Qualität absolut in Ordnung und ist von daher nicht mit Digitalkameras vergleichbar. Die JPEG-Komprimierung fällt auch bei höchster Qualitätsstufe recht erheblich aus. Ein Autofokus ist vorhanden. Gute Momentaufnahmen von Personen gelingen nicht, da die Kamera erst nach dem Auslösen fokussiert und zuviel Zeit dabei verloren vergeht. Das Objektiv wird durch eine Glasscheibe geschützt. Ein zusätzlicher Verschluß für das Objektiv wäre nicht schlecht gewesen. Geotags sind nach einer Änderung in der Windows Registry möglich. Eine zweite Kamera, für Videotelefonie, befindet sich auf der Vorderseite.
Bei HTC Handys nicht immer selbstverständlich, aber dieses Handy besitzt eine separate Klinkenbuchse. Die Qualität der mitgelieferten Kopfhörer ist gut. Über einen Software Equalizer kann der Klang verändert werden. Klanglich stört nur das Knacken, wenn ein MP3-Titel zu Ende ist und der nächste angespielt wird. Mit angeschlossenen Kopfhörern ist Radioempfang möglich. Mittels der Zusatzsoftware HD Tweak läßt sich die Einstellung für die Empfangsqualität erhöhen. Bei gutem Empfang wird der Sendername (RDS) statt der Frequenz im Display angezeigt.
Die Qualität von Telefongesprächen ist ausreichend gut. Die Qualität des Monolautsprecher auf der Rückseite ist der Größe entsprechend bescheiden.
Das Gerät verfügt lediglich über drei physikalische Tasten: den Ein-/Ausschalter (bzw. für Standby) sowie die Lautstärkewippe. Das Herausnehmen des Stiftes (Stylus) führt auch zum Einschalten des Handys bzw. zum Entsperren. Auf ein Steuerkreuz hat der Hersteller verzichtet. Das benötigt man eigentlich auch nicht mehr. Es sind jedoch Spiele und Anwendungen für Windows Mobile erhältlich, die die Existenz eines Steuerkreuzes voraussetzen. Ansatzweise gibt es Lösungen, um dieses Fehlen auszugleichen, z.B. virtuelles Pad, Nutzung des G-Sensors.
Gelegentlich löst man unbeabsichtigt die Lautstärkewippe aus, was ein wenig störend ist.
W-Lan und GPS-Empfang sind sehr gut. Die ungefähre Positionsbestimmung erfolgt zunächst (abhängig vom Netzbetreiber) über die Ortung im Handynetz. A-GPS (Assisted GPS) lädt, sofern gewünscht, aktuelle Daten über die Satelliten herunter, dann geht das Auffinden der Satelliten noch schneller. Navigationssoftware muß separat gekauft werden. Google Maps ist vorinstalliert. Spaß macht die Suche nach Namen, Orten, Begriffen etc. Gibt man z.B. Restaurant als Suchbegriff ein, werden die Restaurants in der Nähe angezeigt, mit einem Klick kann man die Telefonnummer wählen oder die Kontaktdaten im Handy abspeichern.
Alle wichtigen Netzstandards der Netzbetreiber werden vom Handy unterstützt.
Mit dem großen Display (3,8") und der hohen Auflösung (800 x 480 Pixel) setzt das Handy neue Maßstäbe. Mittels Zusatzsoftware (Gyrator 2) lassen sich E-mails, SMS, Texte, etc. mit der virtuellen Tastatur auch im Querformat schreiben. Mit einer echten Tastatur ist das nicht vergleichbar. Grundsätzlich dürfte das Handy aber auch mit einer externen Bluetooth Tastatur betrieben werden können.
Videos werden nur bis zu einer bestimmten Bandbreite ruckelfrei abgespielt. In den einschlägigen Foren gibt es dazu eine Hilfestellung, z.B. ein kostenloses Programm, das auf dem PC die Bandbreite anpaßt und auch Videoformate konvertieren kann. Einige Youtube-Videos laufen auch erst flüssig, nachdem das Video komplett heruntergeladen ist.
Die Akkuleistung ist gut. Die Laufzeit ist von vielen Faktoren abhängig, z.B. W-LAN Nutzung, Videos, etc. Bei Dauerbetrieb und unter Vollast sind mindestens 4 Stunden Laufzeit drin. Ansonsten hält der Akku einige Tage.
Intern verfügt das Handy nur über 512 MB Flashspeicher (nicht zu verwechseln mit dem RAM-Hauptspeicher, der ist 288 MB groß). Für das Windows Dateisystem stehen davon rund 316 MB zur Verfügung, der Rest ist reserviert für das ROM, Windows Wiederherstellung und Auslagerungsspeicher für Programme. Von den 316 MB sind im Auslieferungszustand bereits 30 MB belegt. Dem Handy beigefügt ist eine SD Microkarte mit 8 GB Speicher. Bei Bedarf können Programme auch auf der Speicherkarte installiert werden. Ich hätte es jedoch besser gefunden, wenn der interne Speicher größer ausgefallen wäre. Einen Adapter für die SD Microkarte habe ich vergeblich gesucht.
Die Verarbeitung ist gut. Der Kunststoff fühlt sich recht glatt an. Eine geriffelte Oberfläche als Widerstand zum Aufschieben der Akkuabdeckung wäre hilfreich. Drückt man hinten auf die Akkuschale, knarzt es.
Der Bildschirm sowie auf der Rückseite die Kunststoffverkleidung für die Antenne nehmen die Fettabdrücke der Finger auf. Störend und sichtbar ist das nur, wenn man das Handy gegen das Licht hält.
Eine Schutzfolie für das Display ist beigefügt. Ohne Anleitung ist das Aufbringen eine fummelige Sache. Die Folie paßt aber auf den Bruchteil eines Milimeters genau. Es empfiehlt sich, die Schutzfolie gleich zu Anfang aufzubringen. Bei Ersatz ist auf die Qualität zu achten. Eine Videoanleitung findet sich z.B. beim Fremdhersteller Vikuiti. Es sind woanders auch matte Schutzfolien erhältlich, auf denen die Fingerabdrücke auf der Folie weniger auffallen als bei Hochglanzfolien.
Der Kunststoff, der für die Abdeckung der Antenne verwendet wird, scheint sehr kratzempfindlich zu sein. Ich habe daher das Silikoncase SC S420 bestellt. Diese könnte auch hilfreich sein, um das Handy für das Schreiben eben auf einer Oberfläche abzulegen. Ansonsten wackelt das Handy, da die Kamera auf der Rückseite hervorsteht.
2.) Software
Mein Tipp: Update des ROMs durchführen. Erhältlich über die Homepage von HTC. Dabei werden Fehler ausgemerzt, z.B. auch daß eine WLAN Konfiguration nicht möglich ist, weil der Verbindungsassistent fehlerhaft ist. Einziger Bug, den ich bei der aktuellen Version gefunden habe: Wenn die Option "Besitzerinformation beim Starten anzeigen" aktiviert ist, wird die Einstellung für den Energiesparmodus des Displays bei jedem Neustart überschrieben. Also bereits nach 10 Sekunden geht dann die Helligkeit herunter.
Die Software läuft sehr stabil. Ein einziges Mal reagierte das Handy auf Eingaben nicht mehr und mußte per Softreset (Akkufach) neu gestartet werden.
Eingaben werden in der Regel ohne Wartezeit verarbeitet. Programme werden (abhängig von der Systemeinstellung) durch ein kurzes Drücken auf X in den Hintergrund befördert, erst längeres Drücken bewirkt ein Beenden des Programmes. Kontextmenüs öffnen sich, wenn man auf ein angezeigtes Element etwas länger drückt, z.B. zum Löschen etc. Im Telefonmodus (und nur dort) führt das Aufrufen eines Kontaktes dazu, daß dieser sogleich angerufen wird.
HTC hat das System mit der Menüoberfläche TouchFlo3D ausgestattet, die die Heute Seite von Windows Mobile standardmäßig ersetzt. Ganz nett, aber für mich nicht wirklich praktisch. Zu groß ist auch die Kluft, wenn man dann in die vorinstallierten Anwendungen und Einstellungen des Betriebssystems Windows Mobile gelangt. Diese sind im Gegensatz zu TouchFlo (Fingerballen) für die Bedienung mit dem Stylus ausgelegt. Bei dem großen Touchscreen sind Eingaben statt dem Stift aber auch gut mit der Fingerspitze (Fingernagel) möglich. Der Slider (Scrollbar) bei TouchFlo erwartet einen gewissen Fingerdruck, daran muß man sich erst gewöhnen (Einstellung der Empfindlichkeit über HD Tweak möglich).
Effizienter läßt es sich arbeiten, wenn man die kostenpflichtige Software SPB mobile shell verwendet. Auf 3 Desktops können Widgets abgelegt werden. U.a. handelt es sich um Abkürzungen, so daß wichtige Funktionen, Profile, Lesezeichen, Kontakte, Programme, Dateien, Internetradiostream mit nur einem einzigen Klick aufrufbar sind. Ich kann nicht alles beschreiben, einfach mal ausprobieren. Ebenso empfiehlt sich zur Datensicherung die kostenpflichtige Software SPB Backup.
Zum Browsen verwende ich Opera. Funktioniert prima. Die Darstellung von Webseiten erfolgt insbesondere sehr schnell, wenn man die mobile Version (häufig: wap., mobile. statt www.) aufruft, so sie denn angeboten wird. Ansonsten kann die Aufbereitung auch über Google Mobile erfolgen. Bei normalen Webseiten hatte ich mit der Darstellung noch nie Probleme. Lediglich Flash funktioniert bei der mitgelieferten Version von Opera derzeit noch nicht. Zoom von Internetseiten geht entweder über einen virtuellen Schieberegler oder einfach über ein Doppelklick auf den Touchscreen. Spalten werden in der Regel an die Fensterbreite angepaßt. Die Schrift bei Opera ist sehr gut lesbar. Das Handy verfügt über einen G-Sensor, dreht man das Handy, dreht sich der Bildschirm mit (z.B.
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