EINLEITUNG
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Ich bin aktuell auf der Suche nach einem günstigen Android Handy für meine Freundin. Eigentlich dachte ich bereits mit dem
Samsung Galaxy Ace 2 das perfekte Handy gefunden zu haben, als ich von Amazon eine Empfehlung für das HTC Desire C erhalten habe. Da der Name "Desire" bei mir gute Erinnerungen an mein gleichnamiges Smartphone weckte, war ich neugierig auf das kleine C und habe es direkt bestellt. Ein Vergleich mit dem Ace 2 werde ich stellenweise ziehen, aber es wird nicht in die Bewertung des Desire C einfließen, denn das C spielt preislich in einer anderen Liga.
DAS DESIRE C
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Das Gerät selbst ist wesentlich kleiner als das Ace 2, um es in den Worten meiner Freundin zu sagen: "Das ist ja süß". HTC selbst setzt es auf der eigenen Homepage in Relation zu einer Scheckkarte (1cm länger als eine Scheckkarte). Es ist wirklich schnucklig, und besticht durch hochwertige Materialien (Metallgehäuse) und sehr gute Verarbeitung - ganz wie der Namen "Desire" verpflichtet. Ich habe auch noch nie so ein schickes "Innenleben" gesehen... sehr stylisch, aber eigentlich völlig unwichtig - aber es zeigt, wie wertig das C daherkommt. Lade nachher gleich noch ein Bild hoch von Akkufach und Akku. Letzter ist übrigens bereits im Gerät eingelegt (allerdings mit Schutzfolie, so dass er nicht entlädt) und kann getauscht werden.
INNENLEBEN
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Ganz ehrlich, ich war etwas pessimistisch als ich gelesen habe, dass das C nur eine 600MHz CPU verbaut haben soll, ein eigenständiger Grafikprozessor wurde dem C ebenfalls nicht spendiert. Umso überraschter war ich dann, als ich es eingerichtet und einige Apps installiert hatte. Das Android 4.0.3 (Ice Cream Sandwich) läuft absolut flüssig und auch der integrierte Android Browser ruckelt kein bisschen - nichts zu spüren von fehlender Dual- bzw. Quad-GHz-Power.
Die Bilder der Kamera sind ebenfalls für die Größe und den Preis des Desire C überdurchschnittlich gut, auch wenn man - so wie es mir scheint - auf Autofokus verzichten muss. Im Kameramenü gibt es nur (digitalen) Zoom, aber keine Fokus-Option. Für viele schnell hintereinander abgegegbene Schnappschüsse fehlt aber wohl wirklich eine etwas leistungsfähigere CPU. Eine Frontkamera, die man für Videotelefonie oder das unlocken des Geräts mittels Gesichtserkennung bräuchte, hat das Desire C nicht.
Von den in den technischen Daten aufgeführten 4 GB Speicher stehen nur knapp 1GB für die Installation von Apps bereit. Eine SD-Karte kann jedoch nachgerüstet werden.
Das Desire C bringt neben GPS auch eine ganze Reihe Sensoren mit, so auch z.B. einen Helligkeitssensor für eine automatische Anpassung der Displayhelligkeit (fehlt z.B. dem Ace 2).
Kommen wir zum in meinen Augen wichtigsten Kritikpunkt am Desire C... das Display. Ich konnte leider nicht herausfinden auf was für einer Technik es basiert, die HVGA-Auflösung mit 320×480Pixeln, verteilt auf die 3,5" Displaygröße, lassen das Schriftbild etwas grob und unscharf aussehen. Hier ist z.B. das Ace 2 deutlich überlegen. Der Touchscreen reagiert jedoch flüssig und exakt. Eingaben über das Softkeyboard werden von leichtem Vibrieren (abstellbar) quittiert.
FAZIT
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Trotz Understatement hinsichtlich Geräte- und Displaygröße und einer kleinen 600MHz CPU muss sich das HTC Desire C in keinsterweise verstecken. Es bietet für wenig Geld Android 4 und Sense 4, das ganze verpackt in einer sehr hochwertigen Hülle. Wäre da nicht die kleine Auflösung von 320×480 und vielleicht eine bisschen stärkere CPU (z.B. die aus dem Ur-Desire) hätte das kleine C ein ganz großes werden können.
Für wen ist das Desire C denn dann aber gedacht?
Ich würde sagen, für all diejenigen, die trotz schmaler Geldbörsen einen günstigen Einstieg in Android 4 suchen und für alle Liebhaber des HTC Wildfire - denn auch wenn der Name nun Desire C lautet - von der Spezifikation her ist es meiner Meinung nach quasi eine Neuauflage des Wildfire. Meiner Meinung nach ist das korrekte Preisleistungsverhältnis ab ca. 180,- Euro gegeben.
Für Poweruser ist das Desire C eher nichts, da sich die kleine CPU/fehlende GPU vermutlich bei kommenden Spiele/Anwendungsneuerscheinungen als Hindernis erweisen wird. Hier sollte man besser knappe 80 bis 100 Euro mehr in die Hand nehmen...