Ich wollte als Kind schon immer einen Lenkdrachen, musste bis zu meinem Jungfernflug jedoch 30 Jahre alt werden. Gestern war es dann soweit. Meine Wahl war auf den Yukon gefallen. Nicht zu groß, nicht zu klein, nicht so teuer, dass ich es bereuen muss, falls ich doch zu doof bin, ihn zu lenken.
Auf den Acker gestiefelt, die wenigen Streben zusammen gesteckt und ab ging's nach oben.
Die Handschlaufen sind bitter nötig, denn ich hätte ihn sonst sicher verloren bei der steifen Brise. Aber mein Gott, war der toll zu lenken. In der Mitte des "Windfensters" ging er ab wie Schmitts Katze, an den Seiten wurde er zahmer, um eine Verschnaufpause einzulegen.
Er ist mir kein einziges Mal abgeschmiert, war sehr leicht zu bedienen und die Lenkung fühlte sich unmittelbar und sehr direkt an. Schnell legte ich mich ziemlich in die Kurven, die er am Himmel beschrieb. Sturzflug zum Boden und ein kurzer Ruck genügte, um ihn wenige Millisekunden vorm Aufschlagen wieder nach oben sausen zu lassen. Ich war nicht mehr zu bremsen. Mein Freund hielt meine Begeisterung nicht mehr aus und wollte nun auch mal das Ruder übernehmen.
-DOTZ!- übler Aufschlag
Ich stapfte in den Acker, grub die Spitze aus dem Lehm und weiter ging der Ritt.
-Dotz... :) -
und so weiter...
nein, ich will mich nicht über meinen Freund lustig machen (der es am Schluss übrigens noch gut hinbekam), sondern ich kann somit gleich noch berichten, dass der Yukon nahezu unzerstörbar scheint. Er hat keinen einzigen Kratzer. er flog sogar noch absolut lenkbar, als eine Strebe aus der Halterung gerutscht war. Ich hab also keine Angst, wenn ich sehe, dass das gute Stück aus voller Höhe ungespitzt in den Boden gerammt wird.
Mal sehen, ob ich ihn putze oder lieber gleich wieder fliegen geh, wenn der Wind ein bisschen auffrischt. Viel braucht es ja wirklich nicht, um das Leichtgewicht in die Luft zu bekommen.
Schade, dass ich so alt werden musste, bis ich endlich mal am eigenen Leib erfahren durfte, wie viel Spaß Lenkdrachenfliegen macht.