Wie haben sich doch die Zeiten gewandelt: Tintenstrahldrucker, einst für 1000 Mark angeboten (HP Deskjet 500 im Jahr 1991), sind inzwischen schon für 29 Euro zu finden. Allerdings hat man den Eindruck, die Tintenpreise seien im umgekehrten Verhältnis gestiegen. Nicht wenige Drucker beeindrucken heute vor allem durch ihre hohen Folgekosten.
Da die Druckqualität selbst durchschnittlicher Drucker inzwischen sehr ansehnlich geworden ist, rücken die Patronenpreise in den Mittelpunkt der Kritik. HP hat hier Positiv- wie Negativbeispiele zu bieten. Modelle wie der Multifunktionsdrucker F2180 gehören bei nur 5 + 5ml Farbinhalt in einer Schwarz- und Dreifarbpatrone sicher zu den Negativbeispielen. Der K5400 Pro hat schon serienmäßig die vierfache Tintenmenge an Bord; die ebenfalls verfügbaren XL-Patronen haben mit 17 + 17 + 17 + 59 ml insgesamt 110 ml Inhalt. Die Patronen sind für rund 20 Euro pro Stück verfügbar. Damit erreichen die Druckkosten tatsächlich Laserniveau. Vieldrucker freuen sich über den mit 250 Blatt sehr großen Papierschacht und die sehr robuste Verarbeitung. Apropos Papier: da die Zufuhr von vorn erfolgt, muss das Papier um die Einzugswalze geführt werden. Auch mit 160 Gramm-Karton oder 200 Gramm-Fotopapier habe ich keine Probleme, dagegen sollte man mit solchen Druckern keine Selbstklebeetiketten verarbeiten, da diese sich von der Trägerfolie lösen könnten.
Neben dem hier beschriebenen Standardmodell HP Officejet K5400 Pro gibt es auch Modelle mit Duplexeinheit ("D"), zweitem Papierfach ("T") und Netzwerkanschluss ("N"). Das Standardmodell ist mit den Einzelkomponenten "D" und "T" nachrüstbar.
Die Druckgeschwindigkeit ist sehr hoch, an der Druckqualität habe ich nichts zu bemängeln. Die Drucke bleichen im Sonnenlicht nicht aus, die Farben sind jedoch (im Gegensatz zu Epsons Dura-Brite-Tinten) wasserempfindlich. Fotos auf entsprechendem Papier machen einen sehr guten Eindruck und werden erfreulich schnell gedruckt (A4-Foto in etwa 1,5 Minuten in höchster Qualität). Die Farben unterscheiden sich dabei nicht von meinen Bildschirmfarben, auf Fotopapier ist mit bloßem Auge kein Druckraster erkennbar. Text ist randscharf schon in Normalqualität. Selbst der Entwurfsmodus, bei dem nominell 36 Seiten pro Minute gedruckt werden, ergibt noch eine durchaus brauchbare Qualität.
Ob wirklich 36 Seiten pro Minute dabei herauskommen, habe ich nicht gemessen, aber subjektiv druckt der HP schneller als jeder andere mir bekannte Drucker. Das Druckgeräusch ist deutlich hörbar, aber noch nicht laut. Der sehr gute Geschwindigkeitseindruck wird allerdings etwas durch die relativ lange Startprozedur nach dem Einschalten getrübt.
Besonders freut mich, dass HP Treiber auch für Linux anbietet, und zwar inklusive Füllstandsanzeige. Dass Canon dieses Betriebssystem völlig ignoriert, hat nun zum zweiten Mal zum Kauf eines Konkurrenzproduktes geführt. Ich nutze den K5400 unter PCLinuxOS und WindowsXP.
Zum Abschluss ein paar Tipps:
Die Patronen haben, wie heute leider üblich, Sicherungschips gegen Nachfüllen. Findige Hersteller bieten inzwischen so genannte CIS-Systeme an, das sind externe Tintentanks mit Schläuchen zu den innenliegenden Patronenhalterungen. Damit können (zum Preis eines normalen Patronensatzes) offenbar auch höchste Druckaufkommen preiswert erledigt werden. Selbst probiert habe ich es noch nicht, im Internet gibt es aber vielversprechende Berichte dazu.
Darüber hinaus hat HP tatsächlich ein "Haltbarkeitsdatum" vorgesehen. Allerdings ist die Angabe auf der Packung so zu verstehen, dass ab diesem Zeitpunkt die Patrone noch 30 Monate verwendet werden kann. Ich mache aus der Not eine Tugend und kaufe abgelaufene Patronen günstiger: wer druckt schon 2,5 Jahre mit einer Patrone?
Besonders interessant: bis zum 31.10.2008 bietet HP in Deutschland registrierten Käufern des K5400 kostenlos 3 Jahre Vor-Ort-Garantie an. Dazu muss man sich auf der Webseite von HP (Stichwort "Promotions") anmelden und eine Kopie des Kaufbelegs einsenden.
Fazit:
Wer die Stellfläche für ein so großes Gerät hat und einen Drucker sucht, der schnell und hochwertig druckt, erhält mit dem K5400 ein robustes Arbeitstier mit moderaten Folgekosten. Der Marktpreis liegt derzeit bei knapp 70 Euro, was in Verbindung mit der aktuellen HP-Aktion ein gelungenes Paket für Schnäppchenjäger ergibt.