Zugegebenermaßen war ich skeptisch, als ich diesen Drucker gekauft habe. Die Rezensionen hier haben bereits auf hohe Druckkosten schließen lassen. Letztendlich war es die Tatsache, dass ich diesen Drucker nur als Zweitdrucker für Farbausdrucke nutzen wollte und die S/W-Hauptdrucklast noch auf einen tapferen Laserjet 5L abwälzen konnte, die mich doch zum Kauf bewegt hat.
Im Nachhinein (etwa ein halbes Jahr später) kann ich sagen, dass sich der Kauf wirklich gelohnt hat und als praktisches Beispiel will ich hier den Druck meiner Diplomarbeit aufführen.
Der Drucker hat einen sog. "manuellen beidseitigen Druck". Der Druckertreiber lässt erst die geraden Seiten in umgekehrter Reihenfolge und auf dem Kopf gedreht drucken. Anschließend nimmt man den Papierstapel und legt ihn, so wie er auf dem Drucker liegt, einfach eine Etage tiefer in der Papierschublade wieder ein, drückt eine Taste am Drucker und die andere Seite wird bedruckt. Faierweise muss ich erwähnen, dass dieser Modus unter Windows 7 gut funktioniert hat, der Linux Treiber aber Probleme hatte. Um auf Nummer sicher zu gehen, habe ich die beiden Druckzyklen daher (von meinem Linux Rechner aus) manuell gestartet (gerade Seiten in umgekehrer Reihenfolge, dann Papier in 180° gedreht unten wieder einlegen und die ungeraden Seiten in richtiger Reihenfolge drucken).
Die Diplomarbeit umfasste 171 Seiten wovon 71 Seiten 4-farbig waren (farbige Diagramme, Funktionsgraphen, ein paar halbseitige Bilder und reichlich Quelltext mit Syntax-Highlighting). Die Arbeit wurde in fünffacher Ausführung gedruckt. Ein Copyshop veranschlagte für diesen Umfang 136 Euro.
Der Ausdruck selbst hat relativ lange gedauert. Ich habe nicht genau auf die Uhr gesehen, aber es dürften 2,5 bis 3 Stunden ins Land gezogen sein. Alles verlief reibungslos (kein Papierstau, doppelte Blätter eingezogen, usw...) mit der Ausnahme, dass der kleine Drucker offensichtlich einiges zu knabbern hatte und in der letzten halben Stunde ein paar mal zwecks Abkühlung einige Minuten pausierte.
Das Ergebnis war überragend! Das Schriftbild... die Grafiken und einfach alles war gestochen scharf, die Farben so kräftig, dass es schon fast geschmerzt hat. Hierzu müsste man fast sagen, dass die Farben sogar etwas ZU kräftig waren und ggf. noch etwas heller justiert werden müssten.
Eine solche Einstellung ist problemlos über die "Webseite" möglich, die der Drucker intern betreibt. Ist dieser am Netzwerk angeschlossen, kann sich per Browser unter der IP des Druckers angemeldet werden und sehr viel Informationen zum Drucker, zur Job-Historie, usw... abgefragt und auch Einstellungen getätigt werden. Eben diese Webseite gibt auch viel Informationen über den Füllstand des Toners...
Aber nun die Fakten. Nachdem ich diese 855 Seiten ausgedruckt habe, hat der Drucker 65% des mitgelieferten schwarzen Toners verbraucht. Die Farbkassetten haben jeweils etwa 20% des Toners verloren. Alle Tonerkassetten der Erstausstattung sind jedoch mit 750 Seiten Druckumfang veranschlagt. Bezüglich den original Tonern von HP mit 2.200 bzw. 1.400 Seiten, die jeweils ca. 60 Euro kosten ergibt sich somit ein Druckpreis von ca. 33 Euro für alle fünf Ausdrucke.
Zusammengefasst bin ich demnach sehr froh, den Kauf getätigt zu haben. Nicht nur wegen der sehr einfachen Handhabe und der perfekten Ausdrucke, sondern auch, weil der Drucker offensichtlich nicht so viel Kosten mit sich bringt, wie befürchtet. Und sollte doch endlich mal eine der Erstausstattungs-Toner zur Neige gehen, kann die Warnung (gemäß der zahlreichen anderen Rezensionen hier) im Menu des Druckers deaktiviert und noch ein paar weitere hundert Seiten gedruckt werden.
Es sollte hier jedoch noch darauf hingewiesen werden, dass der beidseitige Druck billiges Kopierpapier leicht wellig werden lässt. Für high-end qualitative Ausdrucke sollte demnach ein wirklich hochwertiges Papier gewählt werden, dass gegen die Druckerhitze immun ist.