1998 legen HIM -kurz für „His Infernal Majesty" - „Seine höllische Majestät" mit diesem melancholischen Düsterrock Album den Grundstein für einen kometenhaften Aufstieg. Das androgyne Wesen auf dem Cover ist Sänger und Songwriter Ville Valo persönlich. Und bevor dieser allein durch seine Ausstrahlung Fans gewinnen konnte, kam es auf diesem Album zunächst ausschließlich auf die musikalische Substanz an. Und die besaßen HIM. Auf dieser Platte befinden sich neun unglaublich simple, aber dennoch sehr effektive - weil ganz schnell unter die Haut gehende - Miniopern. Der flotte Rocker „Your Sweet Six Six Six" macht den Anfang. Es folgt eine authentische Coverversion von Chris Isaaks Klassiker „Wicked Game". Authentisch nicht etwa deshalb, weil das Original eins zu eins repliziert wurde. Sondern, weil das schummrige, schwülstige Flair des Originals hervorragend zu HIMs kokettem Image passt. Weiter geht's dann mit „The Heartless", das mit einer poppigen Mitsingmelodie überzeugt und erst bei Minute vier etwas rockiger abgeht- nur um dann wieder mit Akustikgitarren und Valos anhimmelnden Gesangspassagen um die Ecke zu kommen. „Our Diabolikal Rapture" groovt irgendwie, allerdings ohne dass man groß etwas davon merkt. Im Gegenteil- man wird schlicht hypnotisiert und ertappt sich irgendwann dabei, dass man wie eine Schlange den Körper kreisen lässt. Danach wird's wieder rockig- „It's All Tears" poltert los. Valo singt die Oktaven souverän und das Stück erweist sich als flockiger Rocker. Danach aber fährt die Dramaturgie wieder in ruhigere Gewässer. „When Love and Deth Embrace" ist so unendlich langsam- spielt es doppelt so schnell ab und ihr habt einen Midtempo- Rocker ;-)
„The Beginning Of The End" enthält eine tieftraurige Textzeile- „Save your happiness for tomorrow and today we'll drown in our tears". Wie gut doch die Musik diese Aufforderung untermalt... Eine weitere Coverversion folgt: "(Don't fear) the Reaper", im Original von Blue Öyster Cult. Hier gilt im Endeffekt das Gleiche wie für „Wicked Game"- HIM haben ein untrügliches Gespür, welche Songs mit ihrem Sound kompatibel sind. Schließlich rundet „For You" das Album ab. HIM ist mit ihrem Debüt damals etwas Grandioses gelungen: sie sind rockig und romantisch, aber zu keiner Sekunde dabei kitschig oder peinlich. Nicht so zäh wie Type O Negative, und auch nicht so zynisch wie Paradise Lost, haben sie anno 1998 diese Lücke gefüllt und mit ihren ganz eigenen Trademarks versehen- Hut ab! Dieses rote Schmuckstück sind die einzig wahren HIM- von mir also eine Kaufempfehlung und fünf Sternchen!