Pressestimmen
„Eine kurzweilig-kluge Mischung aus Landeskunde und Kultursoziologie, ein ‚nationales Selbstporträt in Wasserfarben’“ (Süddeutsche Zeitung )
„‚H2Olland’ bietet populärwissenschaftliche Unterhaltungslektüre vom allerbesten, intelligente Schmunzellektüre mit einem großen Sack voller Informationen. Maarten Asscher schreibt wunderbar, mit leichter, eben holländisch-ironischer Hand. Wer die Niederlande nicht nur kennenlernen, sondern regelrecht erfahren möchte, der muss ‚H2Olland’ lesen - es gibt kein anderes Vademecum dafür.“ (Deutschlandradio Kultur )
„Dank der reichen Sprache Asschers macht es einfach Spaß, sich in diesem Werk zu verlieren und die Nachbarn im Westen ein wenig besser kennenzulernen.“ (Gießener zeitung )
„‚H2Olland’ bietet populärwissenschaftliche Unterhaltungslektüre vom allerbesten, intelligente Schmunzellektüre mit einem großen Sack voller Informationen. Maarten Asscher schreibt wunderbar, mit leichter, eben holländisch-ironischer Hand. Wer die Niederlande nicht nur kennenlernen, sondern regelrecht erfahren möchte, der muss ‚H2Olland’ lesen - es gibt kein anderes Vademecum dafür.“ (Deutschlandradio Kultur )
„Dank der reichen Sprache Asschers macht es einfach Spaß, sich in diesem Werk zu verlieren und die Nachbarn im Westen ein wenig besser kennenzulernen.“ (Gießener zeitung )
Kurzbeschreibung
Ein vergnügliches und geistreiches Buch über das Element, das die Niederlande erst zu dem macht, was sie sind: das Wasser
Wie lebt es sich in einem Land, das nicht nur zu einem Fünftel aus Wasser besteht und im Durchschnitt 800 l Regen pro m² im Jahr zu erwarten hat, sondern auch am Meer und zu einem großen Teil unter dem Meeresspiegel liegt? Dass die Bewohner der Niederlande eine besondere Beziehung zum nassen Element entwickelt haben, kann da nicht verwundern. Höchst amüsant und geistreich erzählt Maarten Asscher von seinen Landsleuten, von ihrem Kampf gegen das Wasser und wie es seit Jahrhunderten ihr Leben prägt.
Wie lebt es sich in einem Land, das nicht nur zu einem Fünftel aus Wasser besteht und im Durchschnitt 800 l Regen pro m² im Jahr zu erwarten hat, sondern auch am Meer und zu einem großen Teil unter dem Meeresspiegel liegt? Dass die Bewohner der Niederlande eine besondere Beziehung zum nassen Element entwickelt haben, kann da nicht verwundern. Höchst amüsant und geistreich erzählt Maarten Asscher von seinen Landsleuten, von ihrem Kampf gegen das Wasser und wie es seit Jahrhunderten ihr Leben prägt.
Klappentext
"Manchmal leichtfüßig, dann wieder melancholisch, aber immer treffsicher." De Morgen
"Immer wieder genial und überraschend." Elsevier über »Stunde und Tag«
Über den Autor
Maarten Asscher, geboren 1957 in Alkmaar, studierte Assyriologie und Jura, bevor er sich der Verlagsarbeit und seiner eigenen Tätigkeit als Schriftsteller zuwandte. Als Verleger trug er dazu bei, dass Autoren wie Giorgio Bassani, Marcel Möring, Carlos Fuentes, Primo Levi oder Amos Oz in ihrer literarischen Bedeutung in den Niederlanden anerkannt wurden. Er selbst übertrug u.a. Gedichte von Thomas Gry, Paul Valéry und Fernando Pessoa. Von 1998 bis 2003 hatte er ein hohes Amt im niederländischen Ministerium für kulturelle Angelegenheiten inne. Heute ist er Geschäftsführer von Athenaeum Boekhandel in Amsterdam, einer der größten unabhängigen Buchhandlungen Hollands. Maarten Asscher hat Essays, Erzählungen, Gedichte sowie einen Roman veröffentlicht.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Ein Wort vorab: DER LÖWE
Als Fötus besteht der Mensch zu circa 95 Prozent aus Wasser. Nach der Geburt geht der Anteil zwar zurück, aber es sind noch immer mehr als 70 Prozent. Alle Menschen sind also wässrig, doch die Niederländer sind wässriger als andere Menschen. Zweifellos hängt das unter anderem damit zusammen, dass mehr als ein Fünftel des niederländischen Hoheitsgebiets aus Wasser besteht. Vor den großen Trockenlegungen, die seit dem siebzehnten Jahrhundert das niederländische Festland Schritt um Schritt erweitert haben, war der Wasseranteil sogar noch höher. Selbst heute berührt es einen, wenn man nach einer langen Abwesenheit wieder in die Niederlande zurückkehrt, wie grün alles ist, wie flach, wie gerade und - vor allem - wie nass. Und sich dann vorzustellen, dass in den Niederlanden, zusätzlich zu all diesen vorhandenen Gewässern, im Jahresdurchschnitt auch noch 80 Zentimeter Regen pro Quadratmeter fallen. Das ist viel, vor allem wenn man sich klarmacht, dass es auf der Welt auch Regionen mit jährlich weniger als 0,01 Zentimeter Niederschlag gibt, wie die Atacama-Wüste in Chile. Es heißt sogar, dass es in dieser Wüste an manchen Stellen seit vierhundert Jahren nicht mehr geregnet hat, was für ein wassersattes, niederländisches Hirn so gut wie unvorstellbar ist.
Wer die Niederlande aus der Vogelperspektive betrachtet, sieht unzählige spiegelnde Wasserflächen: Gräben, Kanäle, Seen, Wasserstraßen und mittendrin das IJsselmeer, nach der teilweisen Einpolderung noch immer 1100 Quadratkilometer groß. Dieses Binnenmeer hat nach Meinung der Meteorologen eine nicht geringe Auswirkung auf das gesamte niederländische Klima. Wenn man aus noch größerer Höhe, mit Hilfe der Satellitenbilder von Google Earth, auf die Niederlande herunterschaut, hat das Land einen so ausgeprägten Umriss, dass es unmöglich mit irgendeinem anderen Land zu verwechseln ist. Den Umriss von Tschechien oder von Finnland zu identifizieren wird nur wenigen auf Anhieb gelingen, aber die Niederlande gehören zu den
Ländern, die sofort an ihrer Form erkennbar sind, wie etwa der italienische Stiefel.
Bereits im sechzehnten Jahrhundert hat diese typische Form Kartographen dazu angeregt, die »Lage Landen«, also die niedrig liegenden Länder (die Niederlande unter Einschluss des heutigen Belgien) in Gestalt eines Löwen darzustellen - eine bildliche Umsetzung, die unter dem Namen »Leo Belgicus« bekannt wurde. Der Küstenstreifen von Nordfrankreich bis ganz hinauf nach Den Helder ist der leicht gekrümmte Rücken des Löwen, die Watteninseln sind seine Mähne, die drei nördlichen Provinzen das brüllende Maul, und Oost-Gelderland und Limburg sind das rechte bzw. das linke Bein. Dieses Bild der Niederlande als kämpferischer Löwe mit aufgerissenem Maul wurde 1583 von dem österreichischen Geschichtsschreiber und Diplomaten Michael Freiherr von Aitzing zum ersten Mal gezeichnet und seitdem unzählige Male kopiert. Angesichts der zahlreichen Kriege, die das Land jahrhundertelang im Osten und im Süden führen musste, ist diese Darstellung durchaus plausibel, aber genau genommen müsste der Löwe in die andere Richtung brüllen. Denn wenn es einen Feind gibt, der das Land seit Urzeiten bedroht, dann ist es die See im Westen und im Norden der Niederlande.
Dennoch macht nicht allein das Meer die Niederlande zu einem typischen Wasserland. Im vermutlich berühmtesten Gedicht über das Wasser in den Niederlanden kommt das Meer nicht einmal vor, obwohl sein Verfasser auf See gestorben ist, und zwar am 21. Juni 1940 auf dem Weg von Bordeaux zum Hafen des englischen Falmouth. Das Handelsschiff Berenice, auf dem er als Passagier mitfuhr, wurde von dem deutschen U-Boot U65 mit einer gewaltigen Explosion versenkt. Der Dichter heißt Hendrik Marsman, und sein urholländisches Wassergedicht ist noch heute so einprägsam für den Leser, dass ich es von der ersten bis zur letzten Zeile zitieren möchte:
Denk ich an Holland seh ich breite Flüsse träg durch unendliches Flachland gehen, Reihen unglaublich lichter Pappeln wie große Federn am Horizont stehen und im gewaltigen Raum versunken die Bauernhöfe verstreut übers Land, Baumgruppen, Dörfer, gedrungene Türme, Kirchen und Ulmen in stolzem Verband. Der Himmel hängt tief und die Sonne ist langsam in vielfarbig grauen Schwaden verschwommen und in allen Landen wird die Stimme des Wassers ewig Unheil verkündend mit Furcht vernommen.
Das Schönste an diesem 1936 geschriebenen Gedicht ist eigentlich der Titel, »Erinnerung an Holland«. In der Verbindung mit dem Titel lässt dieses Gedicht genau nachempfinden, wie jemand, der in der Fremde an sein Vaterland denkt, zwischen Sehnsucht und Furcht, Nostalgie und Ablehnung hin- und hergerissen wird. In den ersten zehn Zeilen überwiegt die Sehnsucht, wenn der Raum, die Landschaft, die Dörfer und die Natur gepriesen werden, doch ab Zeile 17 (»der Himmel hängt tief«) schlägt die Stimmung um, man spürt Beklemmung, Atemnot und Angst. Marsman, der jahrelang das Mittelmeer bereist hatte, schrieb das Gedicht im selbstgewählten französischen Exil.
Vielleicht kennt jeder ein derartig zwiespältiges Gefühl gegenüber seinem Vaterland, aber meiner Erfahrung nach empfinden es die meisten Niederländer offenbar sehr ausgeprägt. Sie emigrieren zwar freiwillig nach Spanien, Griechenland oder New York, sitzen dort dann aber die ganze Zeit in einem »Dutch Club« beisammen, um gemeinsam den Nationalfeiertag, den Koninginnedag, zu feiern, die neuesten Nachrichten aus Holland zu besprechen und Erinnerungen auszutauschen. Aber zurückkehren? Niemals. Die Nationalität, und ganz bestimmt die niederländische, ist eine angeborene Tarnfarbe, die das Geburtsland verschleiert; sie fällt erst richtig auf, wenn man in ein anderes Land zieht.
Im vorliegenden Buch habe ich versucht, diesen Zwiespalt - das Vertraute und das Ungewöhnliche - zum produktiven Ausgangspunkt zu machen. Einerseits hätte ich mich nicht so gründlich mit meinem Land auseinandergesetzt, wenn ich nicht brennend an ihm interessiert wäre; andererseits haben die Niederlande zu viele kuriose oder sogar, offen gesagt, verschrobene Charakterzüge, als dass ich vorbehaltlos sagen könnte, ich liebe mein Geburtsland. Die Liebe, die ich zu diesem Land empfinde, ist - wie die Liebe zu Blutsverwandten - im Grunde eine Art verkappter Eigenliebe. Und diese besteht nun einmal zu einem Großteil aus der Bereitschaft, sich die eigenen Fehler nachzusehen.
Zugleich ist die Tatsache nicht zu leugnen, dass die Niederländer die wichtigsten Bestandteile ihrer nationalen Identität seit Jahrhunderten aus dem Ausland beziehen: unseren Reichtum aus den Ost- und Westindischen Kolonien, unser königliches Blut aus Deutschland.
Als Fötus besteht der Mensch zu circa 95 Prozent aus Wasser. Nach der Geburt geht der Anteil zwar zurück, aber es sind noch immer mehr als 70 Prozent. Alle Menschen sind also wässrig, doch die Niederländer sind wässriger als andere Menschen. Zweifellos hängt das unter anderem damit zusammen, dass mehr als ein Fünftel des niederländischen Hoheitsgebiets aus Wasser besteht. Vor den großen Trockenlegungen, die seit dem siebzehnten Jahrhundert das niederländische Festland Schritt um Schritt erweitert haben, war der Wasseranteil sogar noch höher. Selbst heute berührt es einen, wenn man nach einer langen Abwesenheit wieder in die Niederlande zurückkehrt, wie grün alles ist, wie flach, wie gerade und - vor allem - wie nass. Und sich dann vorzustellen, dass in den Niederlanden, zusätzlich zu all diesen vorhandenen Gewässern, im Jahresdurchschnitt auch noch 80 Zentimeter Regen pro Quadratmeter fallen. Das ist viel, vor allem wenn man sich klarmacht, dass es auf der Welt auch Regionen mit jährlich weniger als 0,01 Zentimeter Niederschlag gibt, wie die Atacama-Wüste in Chile. Es heißt sogar, dass es in dieser Wüste an manchen Stellen seit vierhundert Jahren nicht mehr geregnet hat, was für ein wassersattes, niederländisches Hirn so gut wie unvorstellbar ist.
Wer die Niederlande aus der Vogelperspektive betrachtet, sieht unzählige spiegelnde Wasserflächen: Gräben, Kanäle, Seen, Wasserstraßen und mittendrin das IJsselmeer, nach der teilweisen Einpolderung noch immer 1100 Quadratkilometer groß. Dieses Binnenmeer hat nach Meinung der Meteorologen eine nicht geringe Auswirkung auf das gesamte niederländische Klima. Wenn man aus noch größerer Höhe, mit Hilfe der Satellitenbilder von Google Earth, auf die Niederlande herunterschaut, hat das Land einen so ausgeprägten Umriss, dass es unmöglich mit irgendeinem anderen Land zu verwechseln ist. Den Umriss von Tschechien oder von Finnland zu identifizieren wird nur wenigen auf Anhieb gelingen, aber die Niederlande gehören zu den
Ländern, die sofort an ihrer Form erkennbar sind, wie etwa der italienische Stiefel.
Bereits im sechzehnten Jahrhundert hat diese typische Form Kartographen dazu angeregt, die »Lage Landen«, also die niedrig liegenden Länder (die Niederlande unter Einschluss des heutigen Belgien) in Gestalt eines Löwen darzustellen - eine bildliche Umsetzung, die unter dem Namen »Leo Belgicus« bekannt wurde. Der Küstenstreifen von Nordfrankreich bis ganz hinauf nach Den Helder ist der leicht gekrümmte Rücken des Löwen, die Watteninseln sind seine Mähne, die drei nördlichen Provinzen das brüllende Maul, und Oost-Gelderland und Limburg sind das rechte bzw. das linke Bein. Dieses Bild der Niederlande als kämpferischer Löwe mit aufgerissenem Maul wurde 1583 von dem österreichischen Geschichtsschreiber und Diplomaten Michael Freiherr von Aitzing zum ersten Mal gezeichnet und seitdem unzählige Male kopiert. Angesichts der zahlreichen Kriege, die das Land jahrhundertelang im Osten und im Süden führen musste, ist diese Darstellung durchaus plausibel, aber genau genommen müsste der Löwe in die andere Richtung brüllen. Denn wenn es einen Feind gibt, der das Land seit Urzeiten bedroht, dann ist es die See im Westen und im Norden der Niederlande.
Dennoch macht nicht allein das Meer die Niederlande zu einem typischen Wasserland. Im vermutlich berühmtesten Gedicht über das Wasser in den Niederlanden kommt das Meer nicht einmal vor, obwohl sein Verfasser auf See gestorben ist, und zwar am 21. Juni 1940 auf dem Weg von Bordeaux zum Hafen des englischen Falmouth. Das Handelsschiff Berenice, auf dem er als Passagier mitfuhr, wurde von dem deutschen U-Boot U65 mit einer gewaltigen Explosion versenkt. Der Dichter heißt Hendrik Marsman, und sein urholländisches Wassergedicht ist noch heute so einprägsam für den Leser, dass ich es von der ersten bis zur letzten Zeile zitieren möchte:
Denk ich an Holland seh ich breite Flüsse träg durch unendliches Flachland gehen, Reihen unglaublich lichter Pappeln wie große Federn am Horizont stehen und im gewaltigen Raum versunken die Bauernhöfe verstreut übers Land, Baumgruppen, Dörfer, gedrungene Türme, Kirchen und Ulmen in stolzem Verband. Der Himmel hängt tief und die Sonne ist langsam in vielfarbig grauen Schwaden verschwommen und in allen Landen wird die Stimme des Wassers ewig Unheil verkündend mit Furcht vernommen.
Das Schönste an diesem 1936 geschriebenen Gedicht ist eigentlich der Titel, »Erinnerung an Holland«. In der Verbindung mit dem Titel lässt dieses Gedicht genau nachempfinden, wie jemand, der in der Fremde an sein Vaterland denkt, zwischen Sehnsucht und Furcht, Nostalgie und Ablehnung hin- und hergerissen wird. In den ersten zehn Zeilen überwiegt die Sehnsucht, wenn der Raum, die Landschaft, die Dörfer und die Natur gepriesen werden, doch ab Zeile 17 (»der Himmel hängt tief«) schlägt die Stimmung um, man spürt Beklemmung, Atemnot und Angst. Marsman, der jahrelang das Mittelmeer bereist hatte, schrieb das Gedicht im selbstgewählten französischen Exil.
Vielleicht kennt jeder ein derartig zwiespältiges Gefühl gegenüber seinem Vaterland, aber meiner Erfahrung nach empfinden es die meisten Niederländer offenbar sehr ausgeprägt. Sie emigrieren zwar freiwillig nach Spanien, Griechenland oder New York, sitzen dort dann aber die ganze Zeit in einem »Dutch Club« beisammen, um gemeinsam den Nationalfeiertag, den Koninginnedag, zu feiern, die neuesten Nachrichten aus Holland zu besprechen und Erinnerungen auszutauschen. Aber zurückkehren? Niemals. Die Nationalität, und ganz bestimmt die niederländische, ist eine angeborene Tarnfarbe, die das Geburtsland verschleiert; sie fällt erst richtig auf, wenn man in ein anderes Land zieht.
Im vorliegenden Buch habe ich versucht, diesen Zwiespalt - das Vertraute und das Ungewöhnliche - zum produktiven Ausgangspunkt zu machen. Einerseits hätte ich mich nicht so gründlich mit meinem Land auseinandergesetzt, wenn ich nicht brennend an ihm interessiert wäre; andererseits haben die Niederlande zu viele kuriose oder sogar, offen gesagt, verschrobene Charakterzüge, als dass ich vorbehaltlos sagen könnte, ich liebe mein Geburtsland. Die Liebe, die ich zu diesem Land empfinde, ist - wie die Liebe zu Blutsverwandten - im Grunde eine Art verkappter Eigenliebe. Und diese besteht nun einmal zu einem Großteil aus der Bereitschaft, sich die eigenen Fehler nachzusehen.
Zugleich ist die Tatsache nicht zu leugnen, dass die Niederländer die wichtigsten Bestandteile ihrer nationalen Identität seit Jahrhunderten aus dem Ausland beziehen: unseren Reichtum aus den Ost- und Westindischen Kolonien, unser königliches Blut aus Deutschland.