Nachdem Erdenstern für die Rollenspiele Elyrion und DSA einen eigenen Soundtrack geschrieben haben, widmen sich die drei sympatischen Musiker dieses Mal der Kampagne "Berge des Wahnsinns". Mit der "Farben"-Reihe haben sie vielleicht abgeschlossen, das heißt aber noch lange nicht, dass sie aufgehört haben zu komponieren und arrangieren. Erdenstern macht Rollenspielsoundtracks, Musik, die im Hintergrund von Rollenspielsitzungen gespielt werden kann, um bestimmte Szenen zu untermalen. Bekannt und beliebt wurde die Gruppe mit der genannten "Farben"-Reihe, die mit "Into the Green" ihren Anfang nahm und insgesamt sieben Teile hervorbrachte, die sich jeweils einem anderen allgemeinen Thema widmeten, z. B. Seefahrt und Wasser ("Into the Blue"), Horror und Grusel ("Into the Dark") oder Science Fiction und Cyberpunk ("Into the Grey"). Kälte und Schnee ("Into the White") sollten ihr letztes Thema in der Reihe werden. Mit ihrem Soundtrack für "Berge des Wahnsinns" widmen sie sich das erste Mal einer einzelnen Rollenspielkampagne. Mit drei dicken Hardcovern und verschiedenem anderen unterstützenden Material hat die Cthulhu-Kampagne aber auch eine Größe, bei der sich das lohnt und natürlich lässt sich die Musik größtenteils auch anderweitig einsetzen. Das Cover der CD zeigt das Cover des zweiten Buches, dem es gelingt in einem einzigen Bild einzufangen, worum die gesamte Kampagne geht: Die Charaktere sind Mitglieder einer Expedition an den Südpol, wo sie, wie nicht anders zu erwarten ist, gruselige Entdeckungen epischer Ausmaße machen werden. Was das Cover übrigens nicht zeigt, ist das Pegasus- oder das deutsche Cthulhu-Logo. Das liegt daran, dass die CD in Zusammenarbeit mit den französischen Lizenznehmern entstanden ist. Der Soundtrack fängt die gesamte Expedition sein. Nach einem Intro legen sie das Thema mit dem Titel "Die Berge des Wahnsinns" fest und mit "Das Abenteuer beginnt" geht es los. Die Spieler erleben musikalisch, wie ihre Charaktere von Monstern verfolgt werden, wie sie epische Entdeckungen machen oder auf dem Schiff nach Süden reisen. Erdenstern bedient sich dabei eines breiter gefächerten Stils als in den Farben-CDs. Viele Stücke könnten auch dort zu finden sein, doch dann stößt der Hörer plötzlich auf reine Stimmungsuntermalung mit wenig bis gar keiner Melodie. Auf der anderen Seite sind "Das Abenteuer beginnt" und "Antarctic Moon" wunderschöne Stücke voller Jazz. Als Hintergrund eignet sich die Musik genauso gut, wie die bisherigen CDs der Gruppe, wer also alte Alben besitzt, weiß, was ihn erwartet. Die CD lädt dazu ein, sie auch abseits des Spieleabends zu hören. Mir persönlich gefallen die beiden jazzigen Stücke zum Beispiel sehr gut. Weniger gut gefällt mir hingegen "Äquatortaufe", was aber eher daran liegt, dass ich den Titel als unpassend empfinde, als dass ich wirklich etwas daran auszusetzen hätte. Wem das noch nicht genug Argumente liefert, sich die CD anzuschaffen, bekommt im Booklet einen Code geliefert, mit dem er 15 weitere Stücke von der Homepage von Erdenstern herunterladen kann. Es handelt sich dabei um reine Geräusch-Tracks wie ein startendes Flugzeug, Schneesturm oder die Straßen New Yorks. Ein großartiger Service und ich persönlich würde diese Titel sogar noch eher im Spiel einsetzen als die Musik selbst. Fazit: "Berge des Wahnsinns" ist ein durchweg gelungener Rollenspielsoundtrack, der verschiedenste Stimmungen mit abwechslungsreicher Musik untermalt. Das Booklet ist hübsch, die wichtigsten Szenen der Abenteuerkampagne werden unterstützt und man kann sich die CD auch wunderbar "einfach so" anhören. Für mich die CD die bisher gelungenste von Erdenstern. (ringbote.de)
Erdenstern ist seit einigen Jahren völlig verdient der erste Name, der einem zu Rollenspiel begleitender Musik einfällt. Jetzt haben sich die drei Künstler der aktuell erscheinenden Cthulhu-Kampagne Berge des Wahnsinns gewidmet und den Soundtrack zum Abenteuer komponiert. Die CD beinhaltet Titel zur gesamten Kampagne, also zu allen drei erscheinenden Bänden. Wie bei Erdenstern üblich, sind jedem Track einige beschreibende Worte beigefügt, also beispielsweise "fremd, bedrohlich, unwirklich", was ihren Einsatz auch bei Rollenspielabenden anderer Systeme oder anderer Abenteuer ermöglicht. Berge des Wahnsinns ist in sich abwechslungsreicher als die themengebundenen CDs der "Into the …"-Reihe. Während der erste Track das Jahr 1933 humorvoll vertont, werden die Straßen von New York mit dem typischem Jazz-Sound der 30er untermalt und im Eis geht es sehr düster-bedrohlich und stellenweise auch klanglich sehr fremdartig zu. Es werden verstärkt Chöre eingesetzt, die sich jedoch gut einfügen. Da bisher nur der erste Teil der Kampagne erschienen ist, kann nur hier ein direkter Vergleich von CD und Spiel durchgeführt werden. Dabei fällt auf, dass Erdenstern einige Szenen musikalisch deutlich schwermütiger fasst, als sie beim Lesen der Kampagne erscheinen und auch die Eignung des gleichsam indianisch angehauchten Tracks "Äquatortaufe" für das im Buch beschriebene raue Seemannsfest ist sicher Geschmackssache. Unbestreitbar ist aber auch bei dieser CD wieder, dass sie sich sowohl als Hintergrundmusik anbietet, zugleich aber eine ausreichende musikalische Virtuosität besitzt, um sie einfach mal so anzuhören. Als Bonus finden sich auf der Erdenstern-Homepage einige gelungene, auf die Kampagne abgestimmte Soundeffekte, die mit einem Code aus dem Booklet herunter geladen werden können (u.a. Funkstörung, Hintergrundgeräusche einer New-Yorker Straße oder der Propeller eines Flugzeuges). Fazit: Auch diese Erdenstern-CD ist vielfältig einsetzbar und die meisten Tracks eignen sich für diverse Rollenspielabende, sofern sie denn ein eher düsteres Thema haben. Die Tracks decken sich im ersten Teil nicht immer ganz mit der im Abenteuerbuch vermittelten Stimmung, sind aber in gewohnt hoher Qualität und damit für jeden Rollenspieler, der nicht nur Fungames spielt, eine klare Empfehlung wert. (lorp.de/rezensionen/show.asp?id=2088)
Wie immer bei Erdenstern orientiert sich die Musik auch dieses Mal wieder an zeitgenössischer Filmmusik, zeigt somit klar eine Orientierung an klassischer Musik, setzt diese Kompositionen aber dergestalt um, dass fast szenengenau eine filmische Dramaturgie erschaffen wird. Erdenstern schafft es in gewohnter Weise, das Kopfkino des Zuhörers in Gang zu bringen. Die allermeisten Stücke sind sehr gut loop-fähig, können also in Endlosschleife abgespielt werden und so im Hintergrund durchlaufen, ohne das der Spielleiter zum Disc-Jockey werden muss. Die Stücke sind sehr eng an die Dramaturgie und Storyline der Kampagne angelehnt, was dafür spricht, dass die drei Musiker von Erdenstern hier eine sehr solide Vorarbeit geleistet und sich im wahrsten Sinne des Wortes in die Materie hineingedacht und hindurch komponiert haben. Dennoch bleiben viele der Stücke auch für andere Kampagnen sehr gut nutzbar gut so, denn das Thema Aufbruch, Expedition, Reise kann auch in vielen anderen Spielsystemen durchaus verwendet werden. Von Track 3, 4, 5, und 7 abgesehen, die eine deutliche (und sehr gelungene!) Hommage an den Jazz der Dreißiger Jahre darstellen und diesen in musikalischen Kontext mit moderner Filmmusik setzen, sind sämtliche Stücke auch für andere Epochen und Kampagnen geeignet, wobei natürlich die sparsame Verwendung von Sound-Effekten ursächlich ist. [...]Ich habe selten, eigentlich nie, etwas passenderes für das Pen&Paper-Hobby gehört und bin restlos begeistert. Hinzu kommt, dass Erwerber des Soundtracks mittels eines Codes Zugriff auf Zusatzmaterial über die Erdenstern-Homepage haben. Hierzu zählen noch einige, wenige Musikstücke, vor allem aber jede Menge Hintergrund-Klangwelten und Soundeffekte, die den Realismus am Spieltisch noch eine Ebene nach oben schrauben. (Stadtgeräusche, auf Deck, das Wummern der Schiffsdiesel unter Deck, Geräusche der Alten Wesen, Schneesturm, Wind über der Antarktis etc.) Da die Stücke gelungen komponiert und mit einer ansprechenden Instrumentalisierung versehen wurden, Soundeffekte passend und dezent (außer bei den Online-Bonus-Tracks) eingesetzt sind, das Niveau (ohne ein großes Orchester zur Verfügung zu haben) sich sehr nahe beim professionellen Film bewegt und da sich zudem ein Großteil der Stücke auch außerhalb des Settings verwenden lässt, greife ich recht hoch in der Wertung und vergebe hier 4,7 Punkte [von 5]. Ich wüsste kaum, was man noch besser machen sollte! (dnd-gate.de/gate3/page/index.php?id=3951)