Von "Die Farbe aus dem All" wurde zwar die Grundidee übernommen, leider aber nicht die Stimmung. Der Film ist näher am Original als "Darkness Beyond", aber das unbegreifliche Grauen von HPL weicht auch bei "Saat des Bösen" eher einem satanischen, man fühlt sich an Filme wie "Der Exorzist" erinnert. Einzig die Ausweglosigkeit wie im Original findet sich wieder. Dazu kommt, dass Zuccon viel mit Ekel- und Bluteffekten arbeitet, dazu später noch mehr.
Insgesamt muss man Zuccon eine Steigerung zugestehen, die Machart und die Effekte sind eindeutig besser geworden. Vom reinen Trash weg nähert er sich den B-Movies, aber man sieht dem Film immer noch das geringe Budget an. Schauspielerisch werden überwiegend passable Leistungen geboten, wobei keine wirklich zu begeistern weiß.
Wer gerne Menschen dabei zusieht, wie sie sich selbst oder andere verletzen, wird an "Saat des Bösen" schon Gefallen finden können. Aber letztlich bietet der Film nichts Neues oder Eigenständiges: Menschen werden wahnsinnig, haben Visionen und metzeln. Wirklich spannend ist das meist nicht, zum Ausgleich gibt es die üblichen Schockeffekte und Kunstblut. Wobei es schon lustig wirkt, wenn auf einen Mann mit einer Sichel eingedroschen wird, das Kunstblut in den üblichen Fontänen spritzt und der Mann in den Nahaufnahmen nur ein blutiges Gesicht hat. Vom zwischenzeitlichen Overacting des Mörders ganz zu schweigen ...
Die zeitliche Lokalisierung im Italien des Zweiten Weltkriegs wirkt beliebig. Böswillig könnte man sagen, dass die Verfolgung der Jüdin im Film für besonderes Grauen sorgen soll, außerdem kommen Nazis als Bösewichte ja immer gut.
Die Bildqualität ist gut, das Bild wirkt aber oft, gerade am Anfang, arg steril. Die Tonqualität ist nicht zu bemängeln, hier stört kein Rauschen oder ähnliches. Neben der deutschen Tonspur ist eine englische vorhanden, ferner gibt es deutsche Untertitel. Hinzu kommen diverse Extras, darunter ein "Hinter den Kulissen" und Interviews; alles im englischen Original ohne deutsche Untertitel.
"Saat des Bösen" ist ein akzeptabler Horror-B-Movie, dem man das geringe Budget aber ansieht. Außer der Idee hat der Film mit dem Werk von H.P. Lovecraft nicht viel zu tun, Lovecrafts Grauen und dessen Auswirkung wird durch üblicheren Standardhorror ersetzt. Lovecraft-Fans müssen Saat des Bösen" wegen der adaptierten Idee nicht unbedingt schauen, es sei denn sie sind allgemein Horrorfans. Diese können dem Film eine Chance geben, wenn sie Low Budget-Produktionen mögen.