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H. C. Artmanns Schauerromane.
 
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H. C. Artmanns Schauerromane. [Broschiert]

Hans C. Artmann
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Broschiert: 110 Seiten
  • Verlag: Piper (1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492226000
  • ISBN-13: 978-3492226004
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.381.597 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

In diesem Band sind erstmals alle Schauerromane Artmanns versammelt, anarchisch, kurz und abartig vergnüglich. Ist doch "H. C. Artmann, der Verwandlungskünstler, der Masken tragende Poet, der einzige Dichter, der einen 650-Seiten-Roman ohne Verlust auf sieben Seiten reduzieren kann" wie Klaus G. Renner im Nachwort schreibt."

Autorenportrait

H. C. Artmann, 1921 geboren, im Dezember 2000 gestorben, unvergleichlicher Dichter und Doyen der österreichischen Gegenwartsliteratur, dessen autobiographische Skizze aus Malmö mit den Worten endet: " ... a gesagt, b gemacht, c gedacht, d geworden. Alles was man sich vornimmt, wird anders als man sichs erhofft ..."

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von weiser111
Oh, wie schön ist Transsylvanien! Dieser schmale Band hat's in sich, und konkret hat er in sich: Hans Carl Artmanns alle vier Schauerromane der etwas anderen Art, chronologisch geordnet (Aber natürlich sind die vier Romane auch einzeln erhältlich).
Artmann beißt in die Halsschlagadern der phantastischen, Historien- und Schauerroman-Klassiker von Bram Stoker, Mary Wollstonecraft Shelley, Wilkie Collins, Le Fanu, Jules Verne und anderen; er kocht obskure Säfte und breitet fahlen Mondenschein aus, häutet Werwölfe und streut Kränze aus Knoblauchblüt(h)en, dass es eine Wonne ist. Fach- und Sprachkundige wagen sich ins finsterste Transsylvanien zu den Herren Velocipescu dem Einäugigen, Apollodorus Jaksch, Mordche Roitensteiner und Procopop dem Älteren, oder sie stellen vielleicht doch keinem Tiger nach im Hindukusch, sondern weit anspruchsvollerem jagdbarem Wild... Ein grandioses Vergnügen sind diese vier Kurzromane für alle, die das kultivierte Gruseln in viktorianischer Manier lieben und ein Faible haben für die respektlose Veräppelung desselben. -- "Ein schrei! Von wo kommt er her? Kommt er aus den weitläufigen gewölben und fluchten des schlosses? Aus dem knöchernen gelb des wolfsmondes, der drohend durch das nächtliche gewölke segelt?" Und mitten hinein in die gespenstische Stimmung, worinnen "weiße gardinen flattern wie brautkleider einer verstorbenen", kann der Vampirjäger auch schon mal auf einer nassen Seife ausrutschen.

Es braucht die Sprachgewalt eines Artmann, um das ganze komische Potential des Schauerromans nicht nur zu erkennen, sondern auch bis zum letzten Blutstropfen auszukosten, und das womöglich auch noch in Form des trivialen Fortsetzungsromans, unter souveräner Ausweidung aller literarischen Versatzstücke, deren er habhaft werden kann. In "Drakula drakula" und "Tök ph'rong süleng" bricht mitten in die allerwildest kolportierenden Schilderungen regelmäßig einer jener berühmten letzten Sätze des "Fortsetzung folgt"-Genre, natürlich garantiert sinnfrei: "Wer schenkte damals in Pesth, o Adderley Bancroft, dieses parfum?" Ja, wer mag das gewesen sein, und wo (ver)west der rät(h)selhafte nun? Da ist nicht nur der Sprachduktus des Schauerromans perfekt parodiert... "Eine überaus peinliche situation ist entstanden!" endet das achte Kapitel des transsilvanischen Abenteuers -- und schon hat man das ganze Personal viktorianischer Großromane beim In-Ohnmacht-Fallen vor Augen. Wer braucht da schon lange Kapitel, wenn's ein einziger Satz auch tut...

Auch ein Rosenkranz-Gebet der etwas anderen Art taucht schon einmal auf, Vampire, Werwölfe, Lykanthropologen und allerlei sinistres Volk treiben sich umher, dazwischen auch Juwelendiebe... Das Gros der klassischen Romanfiguren des Genres geistert durch herrlich absurde Abenteuer. In "Drakula drakula" erhält als kleines Extra späte typographische Wiedergutmachung, wer einmal das Proseminar Altkirchenslawisch irgendwie überstanden hat, und darf sich über ganz besonders abstruse Schreibweisen amüsieren (aber auch für alle anderen dürfte das Entziffern ein Vergnügen sein).
Beim "Handkolorierten Menschenfresser" erlebt man, wie Gruselprosa in bester Moritaten-Tradition die komplette einschlägig verwendbare Schauder- und Märchenwelt verbraten (!) wird; hier tobt sich Artmann mit besonders viel ungezügelter Freude am Wort und den Möglichkeiten aus, damit zu spielen und kneten. Ein besonderes Leckerli fürs mitternächtliche Mahl wäre da beispielsweise das "Rezept bäckergesellenlende in jägersauce" nicht nur für feingeschmäcklerische literarische Anthropophagen...
In "Frankenstein in Sussex" begegnen Lewis Carroll und Mary Wollstonecraft Shelley einander, mit unerwarteten Folgen fürs Wunderland und angrenzende Ländereien, und auch hier begegnet der Leser lieben und weniger lieben alten Bekannten von unerwartet hohem Unterhaltungswert.

Fast alle Rätsel dieser vier Romane enträtseln "Einige Knoblauchblüthen" in Klaus G. Renners Nachwort, das seines benachworteten Objektes würdig ist. Oder wusste bis dato jemand, dass der geniale "Dracula"-Übersetzer Stasi Krull unter seinem richtigen Namen h.c. artmann viel mehr Lesern bekannt sein dürfte?
Am Ende bleibt dem Leser nur noch zu ein Rätsel zu lösen: "was aber bedeuten die vokabeln tök ph'rong süleng? rätsel über rätsel!" Vielleicht hilft ein Gläschen schweren roten Tokajers aus des Grafen Drakula Weinkeller, auch wenn der Wein nach des Landes Sitte eigenartig salzig schmeckt...
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Von weiser111
Oh, wie schön ist Transsylvanien! Dieser schmale Band hat's in sich, und konkret hat er in sich: Hans Carl Artmanns alle vier Schauerromane der etwas anderen Art, chronologisch geordnet (Aber natürlich sind die vier Romane auch einzeln erhältlich).
Artmann beißt in die Halsschlagadern der phantastischen, Historien- und Schauerroman-Klassiker von Bram Stoker, Mary Wollstonecraft Shelley, Wilkie Collins, Le Fanu, Jules Verne und anderen; er kocht obskure Säfte und breitet fahlen Mondenschein aus, häutet Werwölfe und streut Kränze aus Knoblauchblüt(h)en, dass es eine Wonne ist. Fach- und Sprachkundige wagen sich ins finsterste Transsylvanien zu den Herren Velocipescu dem Einäugigen, Apollodorus Jaksch, Mordche Roitensteiner und Procopop dem Älteren, oder sie stellen vielleicht doch keinem Tiger nach im Hindukusch, sondern weit anspruchsvollerem jagdbarem Wild... Ein grandioses Vergnügen sind diese vier Kurzromane für alle, die das kultivierte Gruseln in viktorianischer Manier lieben und ein Faible haben für die respektlose Veräppelung desselben. -- "Ein schrei! Von wo kommt er her? Kommt er aus den weitläufigen gewölben und fluchten des schlosses? Aus dem knöchernen gelb des wolfsmondes, der drohend durch das nächtliche gewölke segelt?" Und mitten hinein in die gespenstische Stimmung, worinnen "weiße gardinen flattern wie brautkleider einer verstorbenen", kann der Vampirjäger auch schon mal auf einer nassen Seife ausrutschen.

Es braucht die Sprachgewalt eines Artmann, um das ganze komische Potential des Schauerromans nicht nur zu erkennen, sondern auch bis zum letzten Blutstropfen auszukosten, und das womöglich auch noch in Form des trivialen Fortsetzungsromans, unter souveräner Ausweidung aller literarischen Versatzstücke, deren er habhaft werden kann. In "Drakula drakula" und "Tök ph'rong süleng" bricht mitten in die allerwildest kolportierenden Schilderungen regelmäßig einer jener berühmten letzten Sätze des "Fortsetzung folgt"-Genre, natürlich garantiert sinnfrei: "Wer schenkte damals in Pesth, o Adderley Bancroft, dieses parfum?" Ja, wer mag das gewesen sein, und wo (ver)west der rät(h)selhafte nun? Da ist nicht nur der Sprachduktus des Schauerromans perfekt parodiert... "Eine überaus peinliche situation ist entstanden!" endet das achte Kapitel des transsilvanischen Abenteuers -- und schon hat man das ganze Personal viktorianischer Großromane beim In-Ohnmacht-Fallen vor Augen. Wer braucht da schon lange Kapitel, wenn's ein einziger Satz auch tut...

Auch ein Rosenkranz-Gebet der etwas anderen Art taucht schon einmal auf, Vampire, Werwölfe, Lykanthropologen und allerlei sinistres Volk treiben sich umher, dazwischen auch Juwelendiebe... Das Gros der klassischen Romanfiguren des Genres geistert durch herrlich absurde Abenteuer. In "Drakula drakula" erhält als kleines Extra späte typographische Wiedergutmachung, wer einmal das Proseminar Altkirchenslawisch irgendwie überstanden hat, und darf sich über ganz besonders abstruse Schreibweisen amüsieren (aber auch für alle anderen dürfte das Entziffern ein Vergnügen sein).
Beim "Handkolorierten Menschenfresser" erlebt man, wie Gruselprosa in bester Moritaten-Tradition die komplette einschlägig verwendbare Schauder- und Märchenwelt verbraten (!) wird; hier tobt sich Artmann mit besonders viel ungezügelter Freude am Wort und den Möglichkeiten aus, damit zu spielen und kneten. Ein besonderes Leckerli fürs mitternächtliche Mahl wäre da beispielsweise das "Rezept bäckergesellenlende in jägersauce" nicht nur für feingeschmäcklerische literarische Anthropophagen...
In "Frankenstein in Sussex" begegnen Lewis Carroll und Mary Wollstonecraft Shelley einander, mit unerwarteten Folgen fürs Wunderland und angrenzende Ländereien, und auch hier begegnet der Leser lieben und weniger lieben alten Bekannten von unerwartet hohem Unterhaltungswert.

Fast alle Rätsel dieser vier Romane enträtseln "Einige Knoblauchblüthen" in Klaus G. Renners Nachwort, das seines benachworteten Objektes würdig ist. Oder wusste bis dato jemand, dass der geniale "Dracula"-Übersetzer Stasi Krull unter seinem richtigen Namen h.c. artmann viel mehr Lesern bekannt sein dürfte?
Am Ende bleibt dem Leser nur noch zu ein Rätsel zu lösen: "was aber bedeuten die vokabeln tök ph'rong süleng? rätsel über rätsel!" Vielleicht hilft ein Gläschen schweren roten Tokajers aus des Grafen Drakula Weinkeller, auch wenn der Wein nach des Landes Sitte eigenartig salzig schmeckt...
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein echter Knüller. 20. Juli 2000
Von Ein Kunde
Hier hat h.c.artmann mal wieder so richtig schön zugeschlagen. Das ist ein echter Knüller. Wer sich immer schon gewünscht hat, mal ein intelligentes Buch über Vampire, Werwölfe und Menschenfresser zu lesen, wird hier sein blaues Wunder erleben. Erstaunlich preiswert ist es ausserdem. Ob Mary Shelley und Lewis Carroll es zu schätzen wüssten, dass hier ihre Figuren weiterverarbeitet werden, ist fraglich - lesenswert und lustig und sehr schön geschrieben ist es allemal.
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