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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Eine etwas langwierige Einführung in das dunkle Jahrhundert, 21. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: Hüter der Macht. Das dunkle Jahrhundert 1 (Gebundene Ausgabe)
Im Jahr 1348 beginnt Sara Douglass Trilogie "Das Dunkle Jahrhundert" (The Crucible), im englischen Original sind die Titel der Romane "The Nameless Day" (2000), "The Wounded Hawk" (2001) und "The Crippled Angel" (2002). Held der Romane ist der zum Dominikanermönch konvertierte Thomas Neville, Angehöriger der mächtigen Neville-Familie und somit verwandt mit dem englischen Hochadel. Die Autorin betont im Vorwort, dass es sich um eine Parallelwelt handelt, mit keinem der vielen historischen Thomas Nevilles aus der sehr kinderreichen Neville-Sippe hat unser Held zu tun. Ebenso hat sie die Zeitspanne des Hundertjährigen Kriegs auf wenige Jahre verdichtet, alles ihrem eigentlichen Anliegen zuliebe: Im 14. Jahrhundert wurde Europa von Kriegen, der Pest, Klimawandel, wirtschaftlichem Zusammenbruch sowie sozialen und religiösen Umwälzungen erschüttert. Das Ergebnis war ein grundlegender Wandel der Mentalität, man war mehr an weltlichen Dingen als an dem Seelenheil im Jenseits interessiert, die Wissenschaft verdrängte immer mehr die Kirche und das Wohl des Individuums, sowie der Begriff desselben, trat an Stelle einer gottgewollten, unveränderbaren Ständeordnung. Die Autorin macht diesen Wandel zum Ergebnis eines sehr realen Kampfes dämonischer Heerscharen gegen die Engel des Himmels. Denn Wynkyn de Worde, Thomas Vorgänger als Hüter der Macht, stirbt an der Pest, bevor er das Eindringen von Dämonen in die Welt der Menschen durch den Höllenschlund bei Nürnberg verhindern kann. Sein Wissen ist verloren, ebenso sein Buch mit den nötigen Bannritualen. Thomas, der vom Erzengel Michael selbst ausgewählt wurde, macht sich als erstes auf die Suche nach diesem Buch, doch auf dem Weg gerät er in die Wirren des Kriegs in Frankreich und begegnet unter anderem Jeanne d'Arc. Grauenhaft abgeschlachtete Menschen und Massenvergewaltigungen erschüttern Thomas jedoch nicht so sehr wie die Gedanken aufständischer Pariser Kaufleute, die sich gegen Staat und Kirche auflehnen und eine neue Gesellschaftsordnung anstreben. Er sieht sich überall von Dämonen umzingelt und ist überzeugt, dass die Geliebte seines Onkels eine dämonische Hure ist, die ihn von Gottes Pfad abbringen soll. Nicht nur Edward, genannt der schwarze Prinz, scheint unter dämonischen Einfluss zu stehen, auch auf französischer Seite sitzen Dämonen an den Schaltstellen der Macht, während die Kirche zwei Päpste hat, zwischen Rom und Avignon gespalten und handlungsunfähig ist. Sara Douglass bekennt auf ihrer Webseite ihre große Liebe zum europäischen Mittelalter, und bezeichnet diese Trilogie als ihre Lieblingsserie, den zweiten Band "The Wounded Hawk" gar als ihr Lieblingsbuch. Doch die Faszination mittelalterlicher Denkweisen und Weltverständnisses bringt sie nicht so gut herüber für Nichtkenner des Mittelalters, interessant ist, dass der Held Thomas im Gegensatz zu sonstigen historischen Romanen wirklich erzkonservativen mittelalterlichen Denkmustern verhaftet ist, wodurch es jedoch auch schwieriger wird, mit ihm zu empfinden oder Sympathie aufzubauen. Die Handlung kommt aufgrund der etwas langwierigen Vorstellung der damaligen Welt und Gedankenwelt in diesem ersten Band kaum in die Gänge. Um es kurz zu machen, dieser erste Band ist eine schrecklich langweilige Einleitung, erst im Folgeband entfaltet sich der ganze Reiz der Geschichte um Engel und Dämonen, der arme Thomas wird zunehmend von Zweifeln geplagt, welche Seite denn nun wirklich das Beste für die Menschen will, während die Handlung erfreulich an Tempo gewinnt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der erste dreier spannender Teile, 9. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Hüter der Macht. Das dunkle Jahrhundert 1 (Gebundene Ausgabe)
Als eingeschworener Sara Douglass Fan finde ich ihr Werk natürlich wieder einmal mitreißend und spannend. Allerdings, erst gegen Ende des ersten Teils hin. Zu beginn war mir der Held, Thomas - ein Mönch, nicht unbedingt sympathisch. Doch wer sie kennt, weiß, dass ihre Protagonisten lange und beschwerliche Wege gehen ehe sie wirklich im rechten Licht glänzen. Mittlerweile bin ich beim zweiten Teil und möchte das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen. Was mich am meisten fasziniert, ist ihre Detailgenauigkeit in den Schilderungen des 100-jährigen Krieges. Man hat das Gefühl inmitten einer großen Schlacht zu sein. Und das ist sogar noch besser als Tencendor, weil es Lust macht auf Nachlesen und Recherchieren. Viel Spaß und Spannung mit dem ersten von drei großartigen Teilen.
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4.0 von 5 Sternen
Düstere, realistische und packende Schilderung der Vergangenheit, 28. Januar 2010
Die vorliegende Taschenbuchausgabe ist eine weitere Ausgabe von Sara Douglass' "Hüter der Macht", dem ersten Band der Trilogie "Das dunkle Jahrhundert". "Das dunkle Jahrhundert" hat seinen Schauplatz in einer Zeit, die diesen Namen mehr als verdient hat - der Leser wird zurück in das 14. Jahrhundert und mitten in das Wüten der Pest versetzt. Doch obwohl die Pest grassiert, scheint noch nicht alles verloren, denn auch wenn der letzte Streiter Gottes seine Mission nicht zu Ende bringen konnte, besteht dennoch Hoffnung, denn ein neuer Retter wurde geboren. Wie man schon an dieser kleinen Zusammenfassung erahnt, bleibt dem geneigten Leser nicht lange die religiöse Bindung dieses Buches verborgen, es geht um die Streiter Gottes auf Erden, die sich als ebenso menschlich entpuppen, wie es schon ihre großen Vorbilder waren. Der Grundton dieses Buches sollte man durchaus als düster bezeichnen, es sind schlimme Zeiten und Sara Douglass schafft es fast schon erschreckend gut, die Ideale, Ideen und Denkweisen dieser Zeit an den Leser heranzubringen - das irdische Leben als Nichts, die von Gott gegebene Ordnung und die Frauen als Ursprung allen Übels. Trotz vieler historischer Figuren, die sich Sara Douglass für ihre Geschichte ausleiht, stellt sie doch zu Anfang des Buches ganz klar, dass es sich mehr um ein Paralleluniversum handelt als um die echte Vergangenheit, und so kommt es, dass man sich eben an einigen entscheidenden Wegpunkten der Geschichte anders entschieden hat und dies zum Beispiel dazu führt, dass Jeanne D'Arc plötzlich vor ihrer Zeit erscheint, um in diesen unruhigen Zeiten für die göttliche Sache zu streiten. Aber gerade diese Mischung aus wahren historischer Fakten, die sehr echt herüberkommen, und diesem gewissen "Was wäre wenn ...?"-Tenor, auf den der Leser eingestimmt wird, machen dieses Buch so interessant. Sicherlich ist "Hüter der Macht" an sich ein typischer Einführungsroman, in dem die wichtigsten Figuren in Szene gesetzt werden und das große Ziel offenbart wird - aber trotz allem schafft es Sara Douglass, eine gesunde Mischung zu erzeugen, die den Leser sowohl an dieses Buch bindet als auch neugierig macht, wie es in diesem "parallelen Universum" weitergeht.
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