Aus der Amazon.de-Redaktion
Der freiberufliche Videoreporter Gonschorek, genannt Gonzo, muß immer Polizei- und Feuerwehrfunk abhören, um dann irgendeiner Sensation nachzujagen und kommt dabei des öfteren zwielichtigen Gestalten aus Politik, Wirtschaft und Unterwelt in die Quere. Wie er es trotzdem schafft, als Einzelkämpfer gegen die Konkurrenz gute Arbeit abzuliefern und dabei nebenbei auch noch ein Verbrechen aufklärt, wird in diesem Buch, das in Essen spielt, schnell und rasant erzählt. Es sind die kleinen Kämpfe gegen zuständige Redakteure, eitle, selbstdarstellerische und karrieregeile Kollegen, die Gonzo sympathisch machen. Er kennt jede und jeden, ob es eine Prostituierte, der Oberstadtdirektor oder die ermittelnden Polizeibeamten sind. Ein kleiner, doch vermutlich auch so gewollter Nebeneffekt dieses Buches ist eine detaillierte Beschreibung der Stadt Essen, in der es spielt, so daß der Leser am Schluß sich dort auskennt, auch wenn er noch nie dort war. Die Handlung ist spannend aufgebaut, wobei sich die vordergründig mafiösen Strukturen und die daraus resultierenden Gewalthandlungen zum Schluß hin auf das Verbrechen eines einzelnen geldgierigen Individuums reduzieren. Vorher wird der Leser jedoch von dem Autorenteam H.P. Karr und Walter Wehner auf verschiedene falsche und richtige Spuren geschickt, ohne daß die Geschichte zu kompliziert und undurchschaubar wird.
Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen und war begeistert von der bildhaften Sprache und dem Lokalkolorit des Ruhrgebietes. Der schnodderige Charme des Hauptakteurs erinnert an Chandler und ich bin auf die anderen Bücher der Gonzo-Reihe -- Geierfrühling, Rattensommer und Bullenwinter -- gespannt. --Lutz Dahm
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Kurzbeschreibung
Daß das Leben die besten Geschichten eben nicht ganz allein schreibt und man darum den dramaturgischen Schwächen des Lebens hin und wieder auf die Sprünge helfen muß, hat Gonzo Gonschorek, unser Video-Geier und Mann am Okular, längst kapiert. Der Born der Wahrheit sprudelt irgendwo auf dem schmalen Grat zwischen Realität und künstlerischer Freiheit. So wird manchmal aus zwei schmutzigen Lügen die reine Wahrheit. Jedenfalls am Bildschirm. Jedenfalls wenn Gonzo die Kamera führt. Er und seine Kollegen und Konkurrenten rennen wie die Hühner durch das herbstliche Revier, immer auf der Suche nach dem goldenen Korn, der ultimativen Action-Story.