Achtung, Achtung, hier kommt unser sechstes Baby! Ein paar nette Songs auf einen Silberling kokeln können viele, aber zwei Scheiben mit extrem hör- und tanzbarer Musik zu füllen, ist eine Fertigkeit, die sich die Hörsturz-Fraktion bei unzähligen Einheiten an den Plattentellern angeeignet hat. Die hier vertretenden 42 Songs bringen regelmäßig in erlesenen Städten der ganzen Republik die Hüften und die Tanzbeine zum Schwingen. Jede Nummer musste eine Testphase von diversen Hörsturz-Partys über sich ergehen lassen, bis sie letztendlich den Weg auf diese Compilation geschafft hat. Aber lassen wir die Beiträge doch für sich selbst sprechen...
Bei der Zusammenstellung wurde auf ein hohes Maß an Abwechslung geachtet. Alternativ ja, ebenso Indie - aber bitteschön in all' seinen Facetten. Im Laufe der über 140 Minuten Spielzeit schunkeln emotionale Indiepop-Nummern gemeinsam mit rabiaten Brettern, während der Schwedenrock auf den Tischen tanzt. Zu Beginn wird mit den Beatsteaks („Hand In Hand") und The Hives („Die All Right") sogleich ein deutliches Zeichen gesetzt. Hier sind echte Hits mit von der Partie. Boy Sets Fire mit dem nagelneuen „Requiem" und der Tears For Fears-Hit „Mad World", den Evergreen Terrace kompetent unter ihre Fittiche genommen haben, runden den Knaller-Start ab.
Dennoch wird auf „Hörsturz Vol. 6" nicht ausschließlich die wuchtige Stromgitarre ausgepackt. Für gehörigen Pop-Appeal sorgen unter anderem Maximo Park („Apply Some Pressure"), Moneybrother („Reconsider Me") und Alterkicks („Oh Honey"). Direkt aus der Hansestadt wurden Tomte, Olli Schulz & Der Hund Marie und Kettcar importiert. Aushängeschilder der Hamburger Schule befinden sich Ton an Ton neben Hochkarätern des amerikanischen Punkrocks wie Pennywise (selbstverständlich mit „Bro Hymn Tribute") und Anti-Flag („Turncoat"). Und auch Agnostic Fronts Über-Hymne „Gotta Go" darf keineswegs vernachlässigt werden.
Kommen wir zu der Abteilung „Genickbrecher": Caliban, Alexisonfire, As I Lay Dying und Atreyu sind die beste Medizin, wenn es darum geht, die Gehörgänge kräftig durchzuspülen, ganz zu schweigen von den brachialen In Flames, die mit „Take This Life" eine Schneise der Verwüstung hinterlassen, und den großartigen Comeback Kid, deren Song „Wake The Dead" vom gleichnamigen Album ein echter Tanzflächen-Panzer ist.
Außerdem auf der Sonnenseite der anständigen Rockmusik befinden sich Danko Jones, Waterdown, Bloc Party, Turbonegro und JR Ewing - allesamt Belege dafür, dass des auf diesem Hörsturz-Sammelsurium nicht um Verkaufszahlen oder Chart-Platzierungen geht, sondern um das Ergebnis der direkten Konfrontation mit den Partygängern.
„Hörsturz Vol. 6" kredenzt einen umfangreichen Überblick über die zeitgenössischen Klassiker der alternativen Musik und reichert den Hörgenuss zugleich mit einigen unbekannten Perlen an. Verlegt die Hörsturz-Party doch einfach in eure eigenen vier Wände!