Viele Menschen halten sich für unmusikalisch, obwohl sie gerne und mit Begeisterung Musik hören. Dabei ist das bewußte Musikerleben gar nicht so schwer, verspricht dieses Buch. Für begeisternden Musikgenuß ist weder das virtuose Beherrschen eines Instruments noch ein absolutes Gehör oder ein musikwissenschaftliches Studium notwendig. Der Spaß am Musikhören und die Motivation, diese Genußfähigkeit noch zu steigern, sind die einzigen Grundbedingungen. Einige andere Dinge - die weniger die Musik im engeren Sinn betreffen, sondern die Einstellung und Wahrnehmung im allgemeinen - lassen sich in kurzer Zeit trainieren: das aktive Bewußtsein, die Bereitschaft zu - immer wieder neuem - Staunen und das Interesse, den Dingen - soweit möglich - auf den Grund zu ge-hen.Ausgehend von der Sonaten(hauptsatz)form will der Autor anhand zahlreicher Musikbeispiele - mit Schwerpunkt in der Wiener Klassik (v. a. Wolfgang A. Mozart), aber z. B. auch von Franz Schubert, Hector Berlioz, Frédéric Chopin, Anton Bruckner bis hin zu Béla Bartók und Dmitri Schostakowitsch - zum bewußten Wahrnehmen anleiten und die Hörerwartung auf bestimmte Punkte lenken. Denn „differenziertes Wissen verstellt nicht das Erleben, wie viele Musikliebhaber fürchten, sondern steigert es". Der takt- und zeitgenaue Verweis auf die zum Buch erschienenen Audio-CDs, die alle 19 Hörbeispiele in voller Länge wiedergeben, ermöglicht den konkreten, hörenden Mitvollzug. Dieser kann nach wiederholtem „Aktiv-Hören" immer mehr zum „schöpferischen Nachvollzug" werden. Nicht zuletzt die zahlreichen Notenbeispiele im Text und das ansprechende Layout machen dieses Buch zu einem Werk, das der Freund klassischer Musik gerne und mit echter Bereicherung zur Hand nimmt.