Ein kleiner Junge, der in einem Waisenhaus aufwächst und die Welt mit so ganz anderen Augen betrachtet, als das ein Erwachsener je tun würde, ist die Ich-Person dieser Geschichte. Das tägliche Leben in einem System, das Freiheit unterdrückt und nur die christliche Moral der Nonnen, die ihm als "Ersatz" vorgesetzt wurden, als richtig anerkennt, lastet schwer auf ihm. Allen Ortens lauert Prügel für den kleinsten Verstoß, oder doch auch Zuneigung und Zärtlichkeit. Dieses Buch ist wunderbar zu lesen und zeigt eine Lebenswelt auf, die ganz sicher nicht dem entspricht, was "ein Kind" im Glauben der wohl meisten Erwachsenen denkt und fühlt. Die Schilderung der Umstände, in denen der Junge gefangen ist, stellt eine ganz und gar andere Sicht aus viel "reiferen" Augen heraus dar, als was man einem so jungen Knaben zutrauen möchte - dabei ist es immer wieder interessant und bewegend, ihm zuzusehen, wie er Neues entdeckt und die Eindrücke in seine bisherigen Erfahrungen einordnet und mit seinem geringen (künstlich beschränkten) Wissen deutet.