Der Schriftzug Heavy Metal auf dem Cover ist silbern geprägt. Unter dem Schutzumschlag befindet sich ein silberner Schriftzug Höllen-Lärm auf dem gebundenen Buchdeckel. Edel. Hier wird gleich deutlich: Autor Ian Christie geht es darum zu zeigen, dass diese Musik etwas von bleibendem Wert darstellt und kein kurzfristiger Trend, kein Wegwerfprodukt ist. Das gilt zweifellos für die Top-25 Alben, die sich am Ende des Buches finden: Slayer, Iron Maiden, Judas Priest u. a. Diese und die anderen Listen haben mir mit am besten an diesem Buch gefallen. Was mir fehlt sind (Farb)Fotos der besprochenen Alben und generell mehr Tiefgang. Für Einsteiger ist das Buch eine sehr ergiebige, lehrreiche und unterhaltsame Lektüre. Für Fortgeschrittene ist es dann aber sehr mager, was in diesem Buch etwa über Nu Metal geschrieben wird: einige Sätze über Marilyn Manson und Slipknot, das war's fast schon. Dafür immer und immer wieder Metallica.
Schlimmer Schnitzer übrigens auf der Buchrückseite: Es heisst Thrash Metal und nicht Trash Metal! Obwohl manch Scoropions-Hasser Wind of change wohl als Trash Metal bezeichnen würde...
Metal Techno, Skandinavischer Black Metal, Grindcore, Glam Metal usw. - die Bandbreite ist überraschend gross. Auch Punk-Pioniere wie Iggy Pop und die Ramones, sowie Grunge-Held Kurt Cobain werden in diesem Buch erwähnt. Über die Hardrocker Aerosmith und Led Zeppelin hingegen findet sich wenig, stattdessen werden Black Sabbath als die Erfinder des Heavy Metal gefeiert.
Für die Metal Kids von heute ist manch sonderbares dabei: Mötley Crüe und Poison oder auch die Fake-Metal Band Europa - sollte man nicht vergessen, das es sowas auch mal gab. Ist amüsant.
Sprachlich finde ich das Buch etwas langweilig und durch die schiere Masse, die Christie abarbeitet, wirken seine Texte etwas gehetzt und lassen Fragen offen. Dafür gibt es mehr als genug altbekannte Anekdoten und das Grundwissen über die bahnbrechensten Alben und die einflussreichsten Musiker. Die mir vorliegende Ausgabe endet 2001, eine Neuauflage sollte Wacken und andere Themen aufnehmen, wäre interessant! Rob Halfords Outing, Slayers Anfänge mit Make-up und Iron Maiden Cover-Versionen, Metallica und Dave Mustaine - das sind alles Fakten, die jeder Heavy Metal Hörer kennen sollte. Höllen-Lärm ist eine gute Gelegenheit sich die Grundlagen dieses, in den 70ern gestarteten, in den 80ern gigantische, in den 90ern totgesagte und zur Jahrtausendwende wiederauferstandene Genre anzueignen. Ne Menge Spaß macht's außerdem!
408 Seiten, Hardcover, s/w- & Farbfotos, Index, Übersetzung: Conny Lösch, Hannibal 2004