Mit "Höllenärger" beschert Simon R. Green seinen Lesern den siebten Band der "Geschichten aus der Nightside". In diesem dunklen und bizarren Herzen Londons kann man alle widerwärtigen Leidenschaften ausleben, alten Göttern begegnen und nicht nur seine Seele verkaufen oder verpfänden. Hauptfigur ist wie immer der zynische Privatdetektiv John Taylor, dem es gelungen ist, das Geheimnis seiner Herkunft zu ergründen und der zu einer der gefährlichsten Personen der Gegend zählt. Wie immer schlägt er sich mehr mit Zynismus und seinem Talent des Bluffens durch die Hindernisse als mit Waffengewalt und Magie. Im Gegenzug zu anderen Romanen ist er allerdings bei diesen Ermittlungen zum großen Teil alleine unterwegs und erkundet die schmutzigen Details der Familiengeschichte.
Wer die Reihe kennt, der freut sich auf eine Begegnung mit alten Bekannten wie Flinten-Suzie und Dead Boy und deren schrägen Humor. Und auch wenn so viele unterschiedliche Gestalten in den Romanen bislang aufgetaucht sind, gelingt es Simon R. Green auch hier, neue bedeutende Persönlichkeiten und Gruppierungen wie die Schwesternschaft der Heilsarmee einzuführen und dabei zu tun, als hätte es sie schon immer in dieser Welt gegeben. Deswegen wirkt die Nightside auch in jedem Roman so dicht bevölkert und lebendig. Dieses Mal ähnelt die Geschichte mehr dem ersten Teil der Reihe, da sich alles hauptsächlich um die tatsächliche Arbeit eines Privatdetektivs dreht und die dunklen Geheimnisse, wenn auch vorhanden, nicht im Mittelpunkt des Interesses stehen.
"Höllenärger" ist zynisch, voll bösem Humor und unterhält den Leser aufs Beste, wenn er gewillt ist, sich in die Nightside zu wagen. Und selbst wenn man die vorherigen Bände nicht kennt, kann man hier problemlos in die Erzählung einsteigen, da die wichtigsten Informationen gut erklärt werden. Man darf hoffen, dass Simon R. Green noch viele seltsame Geschichten auf Lager hat.