11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Authentischer Bericht über das berüchtigte Gefängnis, 8. Juni 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Hölle Nr. 5. Tagebuch aus einem türkischen Gefängnis (Taschenbuch)
Dies ist ein politischen Buch und dieser Tatsachenbericht schildert unverblümt den Zustand des berüchtigten Gefängnisses für politische Gefangene in Diyarbakir: die Lage der Gefangenen, das Verhalten von Staatsanwälten, Richtern, Gefängnisdirektoren und Wärtnern zeigt auf erschreckende Weise das wahre Gesicht des Unrechtsstaates Türkei. Die Türkei, ein Nato-Partnerland, folterte und foltert auch heute noch ungehemmt Andersdenkende und Mitglieder ethnischer Minderheiten, ungehindert von der europäischen Staatengemeinschaft auf menschenverachtende Weise. Mehdi Zana, ein anständiger und integrer Mensch, berichtet über seine schwere Zeit auf bemerkenswerte Weise. Eine für uns unvorstellbare Tatsache, nämlich ausschließlich seiner Volkszugehörigkeit wegen und seines Verlangens und Strebens nach Gleichheit und Gerechtigkeit lassen ihn, und später auch seine Frau Leyla, diesen Leidensweg gehen. Auch erfährt man so nebenbei Interessantes über das tägliche Leben der Kurden. Mehdi Zana war, als ich in Diyarbakir lebte, Bürgermeister und er war der Hoffnungsträger für die arme kurdische Bevölkerung dieser Stadt, die ihn seinerzeit mit überwältigender Mehrheit gewählt hatte und nur durch politische Intrigen seines Amtes enthoben wurde. Dieses Buch ist, gerade im Zusammenhang mit dem Schauprozeß gegen Abdullah Öcalan, ein wichtiges Dokument, um Einblick in die wahre Lage der Menschen in der Türkei und besonders im Südosten des Landes zu erhalten. Es fordert die demokratisch Staaten Europas auf, endlich zu einer Lösung zur Beendigung der menschenverachtenden Politk seitens des türkischen Staates an der kurdischen Bevölkerung schnellstens beizutragen.
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5.0 von 5 Sternen
erschreckend und interessant, 5. Juni 2009
Rezension bezieht sich auf: Hölle Nr. 5. Tagebuch aus einem türkischen Gefängnis (Taschenbuch)
Heute möchte ich euch mit einem Buch vertraut machen, welches auf die Mißstände in türkischen Gefängnissen eingeht und dazu meine Meinung kundtun.
Hölle Nr. 5 ist ein Buch, welches von Gerd Schumann herausgegeben wurde. Es erzählt die Geschichte von Mehdi Zana, einem kurdischen Politiker, der viele Jahre seines Lebens in den Gefängnissen der Türkei verbringen musste. Er war ehemaliger Oberbürgermeister von Diyarbakir und erzählt die ganze Geschichte, wie es dazu kam und was er erlebte und durchleben musste. Und nicht nur er, auch seine Frau ....
Der Verlag "Die Werkstatt" hat viele solche äußerst interessante Titel in seinem Angebot, sicher wird noch das ein oder andere davon von mir rezensiert werden.
Inhalt:
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Das Buch ist in 4 Kapitel, eine Einleitung, einen Anhang, Dokumentation über den Prozess von Leyla Zana (seine Frau), botschaft an Europa und Apell von Hannover sowie historische Daten und Erläuterungen zu Begriffen, Organisationen und Personen und einer Karte von Kurdistan gegliedert. gegliedert.
Kapitel 1: Ende der Immunität Ankara 1994
Kapitel 2: Der Hungerstreik (1) Sondergefängnis Eskisehir 1988
Kapitel 3: In der Hölle, Gefängnis Nr. 5, Diyarbakir 1981-84
Kapitel 4: Der Hungerstreik (2) Sondergefängnis Eskisehir 1988
der Herausgeber:
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Gerd Schumann ist Jahrgang 1951 und freischaffender Journalist und Autor. Er lebt und arbeitet in Hamburg. Er schrieb bisher Reportagen, Porträts für Zeitungen, Zeitschriften und Hörfunk und Features über verschiedene Länder, wie z.b. das Baskenland, die Bretagne, Cuba, Mosambik usw..
Er führte ein Interview mit Leyla Zana und bereiste die kurdischen Regionen, also er weiß, wovon er schreibt, wobei, wer das nicht erlebt hat, kann es nicht nachvollziehen, nur versuchen ....
Ellie Wiesel und Jutta Schmale haben beim Buch geholfen und sind natürlich genau predistiniert wie der Herausgeber selber. Wiesel erhielt 1986 den Friedensnobelpreis. Er ist Journalist und Autor sowie UNO-Berichterstatter, war in Auschwitz und 1945 in Buchwald. Er wurde 1928 geboren.
Jutta Schmale ist 1951 geboren und hat die türkische Sprache studiert. Seit 1987 ist sie für ein Übersetzungsbüro tätig.
Ich möchte meine Meinung zum Buch mit einem kleinen Ausspruch eins kurdischen Schriftstellers beginnen:
Im Osten, das heißt in Kurdistan, gibt es viele schwarze Wunden. Einige davon sind die Augenekrankheit, die Tuberkulose und die Lepra. Aber schlimmer als all diese Krankheiten sind deren eigentliche Ursachen: Unwissenheit, Armut und Elend.
Die Einleitung zeigt dem Leser erstmal den historischen und persönlichen Hintergrund auf, man muss sich hier erstmal reinlesen, aber es ist wichtig, um die geschichtlichen und politischen Fakten zu verstehen, wenn man sich nicht im Vorfeld gut damit auskannte.
Dann beginnt das erste Kapitel. Es ist in der Ich-Schreibweise geschrieben, also, als ob Medi Zahna das alles erzählen würde. Dies macht es so realistisch und der Leser kann sehr gut mit ihm fühlen.
Auch hier geht es erstmal noch um Erklärungen, wie es zur Inhaftierung kam. Man lernt seine Frau und seine Kinder kennen .... usw.
Weiter im Buch erfährt man dann die schrecklichen Geschehnisse, die in den Gefängnissen innerhalb der 15jährigen Haftzeit Zahnas stattfanden. Man sollte nicht meinen, dass ein Mensch solche Grausamkeiten aushalten und überleben und danach "normal" weiterleben kann.
Ob es um sexuelle Tätlichkeiten geht, um psychische und physische Gemeinheiten, um die überaus heftigen und erschreckenden Geschehnisse, wie das Essen von Ratten usw. usw. - Ich möchte hier nicht mehr erwähnen, es soll kein Thriller sein, es ist leider alles schreckliche Wahrheit, die hier stattfand. Und es geht im Buch auch nicht nur um diese grausamen Vorkommnisse, sondern halt auch um den geschichtlichen Hintergrund und die Folgen für die Menschen und für ein Land - um den Versuch, diese Praktiken in den Gefängnisse durch Hungerstreiks zu beenden usw.
Es ist in jedem Fall ein aufrüttelndes Buch, welches ungeschminkt, interessant und zusammenfassend das Leben eines kurdischen Politikers beschreibt, der für seine Auffassung und seine Abstammung 15 Jahres seines Lebens und seine Familie aufgeben musste.
Zana zeigt alle erschreckenden Details auf, aber auch den Zusammenhalt, den es unter den Inhaftierten gab, ohne den sicher niemand überleben hätte können.
Auch erzählt er im Buch von der Zeit 1994 (Ankara), als seine Frau Leyla, die Abgeordnete war, nicht mehr ihre bisherige Immunität genießen konnte. Sie ist die erste Kurdin, die im türkischen Parlament war und saß auch lange Zeit im Gefängnis.
Welche Erniedrigungen sie und ihr Mann aushalten und über sich ergehen lassen mussten, all dies wird im Buch beschrieben. Und auch die Lebensläufe der beiden sind nochmal zusammenfassend notiert.
Die zahlreichen persönlichen Fotos runden das Bild noch ab und lassen den Leser die Personen noch besser vor Augen führen.
Das Buch ist eindrucksvoll und zu Herzen gehend geschrieben, es zeigt dem Leser die Umstände, die Hintergründe, die Gefühle und die Menschen, die dieses Buch begleiten.
Ich habe das Buch mit sehr großem Interesse gelesen und bin schockiert und zugleich vom Mut und Durchhaltevermögen und dem Zusammenhalt unter den Menschen begeistert.
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