Ich muss sagen, dass ich sowohl von Film als auch DVD etwas mehr erwartet hätte.
Regisseur Pierre Schoendoerffer hat die Schlacht von Dien Bien Phu selbst miterlebt, und verarbeitete sie mit diesem Film.
Dabei lässt er aber leider allenfalls die Hälfte der Handlung im Talkessel von Dien Bien Phu stattfinden, und widmet sich dafür ausgiebig dem Plot um einen US-Reporter (Donald Pleasance; "Blofeld" aus "007 - Man lebt nur zwei Mal"), der in der Stadt Hanoi Wetten auf den Ausgang des Krieges abschliesst, mit einem Verleger über Kolonialismus philosophiert, und am Ende einem Konzert einer in Vietnam weilenden Starviolinistin lauscht.
Ein zweiter, quasi überblickender Plot neben dem Kampfschauplatz ist keine schlechte Idee, nur bekommt man dadurch eigentlich nichts genaues vom Kampfgeschehen und den Verhältnissen vor Ort in der Kampfzone mit. Die Szenen im unkämpften Tal wirken unvernetzt, beliebig, und dazu kommt erschwerend, dass man nicht einen einzigen Charakter auf dem Schlachtfeld näher beschrieben bekommt.
So bleibt man als Zuschauer irgendwie aussen vor. Hätte ich vorher nichts von Dien Bien Phu und der Bedeutung dieser Schlacht gewusst, hätte mir dieser Film absolut zu wenig erklärt.
Dazu ist das Bild der DVD noch nicht einmal besonders gut.
Als Bonus-DVD liegt der Box eine Doku zu Pearl Harbour bei (- der Tippfehler "Perl Harbour" befindet sich nur auf der Hülle, nicht auf der DVD.) Warum nun aber diese Doku dem Film beiliegt, begreife ich ebenfalls nicht vollständig; Was haben der Angriff Japans auf den US-Stützpunkt Pearl Harbour von 1941 und die letzte Schlacht Frankreichs 1954 in Vietnam miteinander zu tun????
Da hätte man besser eine Doku zu Dien Bien Phu oder gar keine reinlegen sollen.
Fazit: Seltsam zusammengestellte Box eines Films, der ein geschichtlich interessantes Kapitel des letzten Jahrhunderts unzureichend darstellt.