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In der Hölle. Blicke in den Abgrund der Welt
 
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In der Hölle. Blicke in den Abgrund der Welt [Gebundene Ausgabe]

Denis Johnson
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 186 Seiten
  • Verlag: Tropen Verlag; Auflage: 1 (August 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3932170903
  • ISBN-13: 978-3932170904
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,8 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 574.203 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Denis Johnson
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Warum, wird man in hundert Jahren sagen, haben nicht früher alle Schriftsteller so hart recherchiert und so unaffektiert, unliterarisch-literarisch geschrieben wie dieser Wirklichkeitsfanatiker Johnson?" (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

"In einer Welt, die immer unübersichtlicher zu werden scheint, je mehr wir über sie erfahren, gehört Denis Johnsons Buch zu den wichtigsten Neuerscheinungen in diesem Jahr. Es wift den Leser mit dem Erzähler und seinen Protagonisten in den Abgrund. Und wäre da nicht Oswalds kluges und bedächtiges Vorwort - man fände kaum wieder heraus." (taz)

"Das sind düstere, grausame Szenen, die aber durch Johnsons surreale Schilderung eine ganz eigene, irrsinnig-morbide Anziehungskraft entwickeln." (Deutschlandfunk)

"Das ist das eigentliche Drama dieser beeindruckenden Protokolle der Hilflosigkeit: Der westliche Berichterstatter ist nicht nur'der Idiot, der mit Zettel und Stift durch die Gegend läuft'und nichts versteht. Er ist mit seinen im Gürtel eingenähten Hundert-Dollar-Noten auch längst selbst Teilhaber des Grauens geworden." (Die Welt)

"Dem Autor geht es nicht darum, einem bequemen, selbstgefälligen Defätismus das Wort zu reden, sonder der eigenen Ohnmacht, Rat- und Fassungslosigkeit Ausdruck zu verleihen. Dabei gelingt es ihm meisterhaft den äußeren Zivilisationszerfall seiner eigenen inneren Fragilität gegenüberzustellen." (n-tv)

"Die Menschlichkeit seines Scheiterns an der höllischen Welt macht die berührende literarische Größe Johnsons aus." (Berliner Zeitung) -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Kurzbeschreibung

Denis Johnson beschreibt in seinem unverwechselbar klaren, rauhen und poetischen Stil drei Reisen in das von Armut und Bürgerkrieg verwüstete Afrika. In großer Schonungslosigkeit und Radikalität stellt er die verzweifelte Grausamkeit der Menschen neben die schillernde Schönheit des Kontinents.

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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Hölle, 23. März 2008
Von 
I. Lichtenberg - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
3 Reportagen aus Ländern, in die wir niemals reisen werden (oder sollten).

Sie zeigen, das Gewalt etwas Normales ist, wenn sie täglich gelebt wird, sie zeigen die ganze Banalität des Grauens und der Unmenschlichkeit und die Hilflosigkeit eines Schriftstellers, der unverhofft zum Beteiligten wird und sich dabei nicht gut schlägt.

Johnson möchte die Machthaber in Somalia und Liberia interviewen, stellt sich das als normalen Journalistenjob vor, so wie es auch uns ja immer vermittelt wird. Aber plötzlich steht er im Angesicht eines Gefolterten, der ihn um Rettung bittet, plötzlich muss er entscheiden, ob er das Land fluchtartig verläßt oder einem verhafteten Kollegen beisteht, der vorher ihm beistand.

Plötzlich findet er sich vor einem Bildschirm mit einem kalten Budweiser in der Hand und sieht, wie einem Menschen die Ohren abgeschnitten werden, von dem er weiß, das er kurz danach gestorben ist und vorher selbst ein Schlächter war. Und führt im Anschluss trotzdem sein Interview weiter. Plötzlich begeht er in einem Verhör Verrat an allen, die ihm bis dahin geholfen haben.

Machthaber in Jogginanzügen, die noch kurz zuvor getötet haben. Schlächter, die Reggae singen.

Das ist es, was Entsetzen hervor ruft: wie banal das alles offenbar ist. Wie schnell man sich daran gewöhnt, das gemordet und geplündert wird. Wie sich die Menschen darin einrichten und wie das Hemd einem doch plötzlich näher ist, als die Hose.

Und wie schnell auch hier das jederzeit wieder passieren könnte?

Und wie wenig wir alle daran Anteil nehmen, das es passiert, nicht weit von hier.
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Szenarien des Horrors, 3. März 2007
Von 
Dirk Wolff-Simon (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: In der Hölle. Blicke in den Abgrund der Welt (Gebundene Ausgabe)
Wir leben in einer durch visuelle Effekte bestimmten Mediengesellschaft, in der wir mittlerweile durch die täglichen Bilder des Schreckens einen Übersättigungsgrad erreicht haben, der in unserer emotionalen Reaktion Resignation und Abstumpfung zur Folge hat. Bilder und Reportagen über menschliches Leid in Kriegen und Bürgerkriegen werden von uns mittlerweile vielfach nur noch unreflektiert zur Kenntnis genommen. Die Bilder von martialisch ausgerüsteten Kindersoldaten in Afrika oder von zu undefinierbaren Fleischklumpen verstümmelten Attentatsopfern in Bagdad rufen bei uns in ihrer grotesken Wirkung nur noch kurzweilige Emotionen hervor.

Lohnt es sich angesichts dessen, einen Blick in den Abgrund der Welt zu wagen, wie ihn Denis Johnson uns mit seinem Buch In der Hölle. Blicke in den Abgrund der Welt" ankündigt? Denis Johnson ist Schriftsteller und hat aus eigenem Erleben vor einigen Jahren ein Buch über die Abgründe jener Gesellschaft geschrieben, in die er für einige Zeit als Junkie geraten ist. Wer seine früheren Romane gelesen hat, weiß, wie eindrucksvoll es Johnson vermag, die Atmosphäre einer für Außenstehende surrealistischen Welt in Worte zu fassen, so dass für uns Unbeteiligte Eindrücke vermittelt werden, die sich für uns nur in unseren düstersten Phantasien erahnen lassen. Wird Johnson diesem Anspruch in seinem neusten Buch über seine Reise in das bürgerkriegsgeschüttelte Liberia erneut gerecht? Wer Oriana Fallacis Buch Inschallah" gelesen hat, in dem die leider zu früh verstorbene italienische Journalistin engagiert, eindringlich und emotional über den Irrsinn des libanesischen Bürgerkrieges geschrieben hat, der wird vom Inhalt des Buches enttäuscht sein. Dem Leser erschließt sich aus Johnsons Schilderungen kaum, weshalb ein Land, dessen Unabhängigkeit bereits 1847 anerkannt wurde und seit Mitte des 20. Jahrhunderts zu wirtschaftlicher Prosperität gelang, zu einem bürgerkriegszerrissenen Schlachthaus verwandeln konnte. Johnson beschreibt nüchtern die Eindrücke, die er bei der Wahrnehmung der subtilen Gewalt im Land empfindet. Eine historische und soziologische Würdigung der Ursachen nimmt er jedoch leider nicht vor. Aus seiner nüchternen Beschreibung der Erlebnisse entsteht für den Leser eine Bildfolge, die an Josef Conrads Buch Herz der Finsternis" erinnert. Seine an einigen Stellen zuweilen etwas zu langatmig geratenen Ausführungen machen für den Leser den Horror gegenwärtig, der in einer Gesellschaft Einzug gehalten hat, die in die Apokalypse katapultiert wurde, denn anders ist die Situation nicht zu beschreiben, in der sich Liberia nunmehr befindet. Spannungsvoll beschreibt Johnson seine Bemühungen, mit dem Warlord Charles Taylor ein Interview zu führen, das zwar zustande kommt, aber aufgrund einer technischen Panne nicht wiedergegeben werden kann. An dieser Stelle wird eine weitere Unzulänglichkeit des Buches deutlich: Mangels Aufzeichnung wird das Interview aus dem Gedächnis wiedergegeben, womit sich der journalistische Wert deutlich vermindert.

Trotz der handwerklichen Mängel stellt das Buch von Denis Johnson ein beachtenswertes und lesenswertes Zeitdokument über die Apokalypse des Bürgerkriegs in Liberia dar, wie es Cappola nicht besser hätte verfilmen können.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die Hölle auf Erden - einige Flugstunden von uns entfernt !!!, 13. März 2008
Der bekannte amerikanische Journalist Denis Johnson gibt uns tiefe Einblicke in eine andere Welt, die wir im Westen nicht wahrnehmen, einfach nicht sehen: nämlich daß Millionen von Kindern und Menschen die wahre Hölle tagtäglich erleben und froh sind, sie noch erleben zu können, denn der sichere Tod ist für sie immer in greifbarer Nähe! Ob nun in Liberia, in Somalia oder auch in Madagaskar, die Müllkinder, oft puppenartige, intelligente Wesen von 4, 5 oder 6 Jahren, haben eine Lebenserwartung von einigen Jahren, sind mit Fliegendreck verklebt, haben überall offene Wunden von den scharfen Rändern der rostigen Konservendosen und sind dabei verurteilt, an Infektionskrankheiten zu sterben. Wir Menschen haben kein Recht, andere Menschen wie Tiere, oder schlimmer wie Unterwesen leben zu lassen! Wir, auf unseren angehäuften Milliarden, schreien auf bei der Erhöhung von Benzinpreisen, aber akzeptieren stillschweigend, daß es menschliche Wesen gibt, die zu Millionen im Angesichte des Todes Schreckliches erleiden!

Die Reportage von Denis Johnson ist erschütternd, ich finde es aber noch erschütternder, daß sich niemand der vielen Millionen Leser des Buchabdruckes in der New York Times oder in der vorliegenden TB Ausgabe, wirklich für diese Sache engagiert. Ja, es wird immer mal hie und da das Gewissen erleichtert und ein paar Münzen werden überwiesen, gespendet, um die Anteilnahme zu bekunden. Aber können Menschen, können wir wirklich so grausam sein, diese Kinder sterben zu lassen, sie in solchen Schmutzpfuhlen langsam krepieren zu lassen? Hunderte von Millionen Lesern weinen heute wegen der verschwundenen Arzttochter des englischen Ehepaares in Portugal, doch niemand würde es wagen, einen Verein der Müllkinder persönlich zu unterstützen. Hier ein Tipp: www.paterpedro.de oder www.kiwanis.de, zwei Vereine, die sich für solche Ausgestoßenen der Gesellschaft einsetzen!

Fazit: ein bemerkenswertes Buch, das tief in die menschliche Seele blicken läßt!
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