Eine geheimnisvolle Höhle, der sagenumwobene Harz im Hintergrund, eine eingeschworene Dorfgemeinschaft, ein geheimnisvoller Mönch und mehrere Morde ... Roland Langes zweiter Harz Krimi hat alles, was das mordlüsterne Leserherz begehrt.
Der Hauptprotagonist, Kommissar Ingo Behrends, ist eine rundherum gut gelungene und authentische Figur. Er bemüht sich emsig um Aufnahme in die Dorfgemeinschaft des Örtchens Förste, unterhalb der berühmten Lichtensteinhöhle. Der Tote, den man dort findet gehört jedoch nicht zu den bronzezeitlichen Opfern, die durch die Medien gingen. Das neuzeitliche Höhlenopfer wird Kommissar Behrends und seinem Team als Fall übertragen.
Behrends Nachbarn, die Förster, hüllen sich in beharrliches Schweigen, sehr zum Ärger des Kommissars, dessen Kollisionen mit dörflichen Initialisierungsriten ebenso komisch wie liebenswert geraten.
Behrends kriminalistisches Gehirn funktioniert bestens, doch in zwischenmenschlichen Angelegenheiten ist Behrends ein wenig nachhilfebedürftig, was ihm von mir satte zehn Sympathiepunkte einbringt. Nachhilfe gibt ihm seine ebenso sympathische Kollegin Maike de Baer, die oft genug zwischen ihrem Chef und dem Ermittlerteam moderierend eingreifen muss. Behrends Verhaltenspalette in zwischenmenschlichen Dingen, wechselt zwischen Verwirrung, Verweigerung und purer Bockigkeit hin und her, was zuweilen zu urkomischen Situationen führt. Dagegen trügt ihn seine Ermittlernase nie und so lassen sich Behrends und sein ulkiger Schönwetterhund Sir Toby keinen Millimeter von der Fährte des Mörders abbringen.
Roland Lange gelingt es die Landschaft und den Menschenschlag des Südharzes in facettenreichem Lokalkolorit darzustellen und darüber hinaus einen schönen Spannungsbogen drum herum zu spinnen. Wer Regionalkrimis liebt, der sollte diesen Krimi mitnehmen.