Wer Spencer Johnson und Kenneth Blanchard kennt weiß, worauf man sich einlässt:
- ein dünnes Büchlein, das man in wenigen Stunden durchlesen kann
- Ratschläge leicht verständlich in Form von Geschichten und Beispielen
- keine Scheu vor schlichten und banalen Gedanken, keine intellektuellen Höhenflüge
Dieser Band, ohne Kenneth Blanchard geschrieben, bleibt diesem Konzept treu. Die Aussage ist, verkürzt ausgedrückt, dass Höhen und Tiefen zum Leben gehören. Man solle nicht versuchen, immer oben zu sein, sondern sich darauf einstellen, dass Tiefschläge unvermeidlich kommen. Das Ganze im typischen subjektiven Idealismus der amerikanischen Erfolgsratgeber, d.h. nach dem Motto geschrieben, wenn DU dran glaubst, dann schaffst DU es.
Die Seichtheit mancher Gedanken in diesem Buch kann durchaus nerven, etwa "Inzwischen glaubte er fest daran, dass er mehr Chancen hatte, geliebt zu werden und eine wahrhaft befriedigende Beziehung zu finden, wenn er zunächst einmal selbst liebevoller wurde - indem er Angst durch Liebe ersetzte." (S. 100) Das hört sich so nach Pfarrer an, dass es mir beinahe peinlich ist zuzugeben, dass ich dieses Buch gelesen habe.
Dennoch ist das Buch gar nicht so schlecht. Auch wenn die Aussagen platt daherkommen, können sie durchaus nützlich sein. Wer in einer persönlichen Krise steckt, dem kann eine solche Ermutigung durchaus helfen. Die meisten Situationen sind nicht objektiv hoffnungslos, so dass eine solch subjektive Herangehensweise möglicherweise helfen kann.