Ich habe bereits mehrere Bücher von Mulisch gelesen und auch in diesem glänzt er mit seiner Fähigkeit, gekonnt mit Sprache umzugehen. (deshalb 2 Sterne)
Sein Schreibstil macht schlicht und einfach Spaß, diese Geschichte leider nur bedingt.
Der ehemalige, inzwischen gealterte Schauspieler Willem Uli Bouwmeester bekommt auf seine Alten Tage noch die Möglichkeit, in einem Stück die Hauptrolle zu spielen. Er wird in das Schauspielerkollegium eingeführt, geht zu den Proben und erinnert sich in Einschüben an seine Vergangenheit. Das Buch schließt mit der Aufführung des Stückes ab.
Mulisch beschreibt viele Details und Ereignisse bei denen ich mich gefragt habe, was diese mit dem Handlungsstrang zutun haben sollen (z.B. Ulis nächtliche Begegnung und deren Folgen [um nicht zuviel zu verraten gehe ich nicht weiter auf den Inhalt ein]).
Zum Teil streut Mulisch Elemente ein, (z.B. Brief an Uli vom Schriftsteller) die im Laufe des Buches nicht erklärt werden und welche meiner Meinung nach mehr verwirren, als die Handlung voranzutreiben.
Interessant ist das Element der Vermischung von Illusion und Wirklichkeit (Uli spielt den berühmten Schauspieler Pierre de Vries, welcher in seinem letzten Auftritt Prospero aus Shakespeares Sturm spielt; sozusagen das Schauspiel im Schauspiel).
Jedoch treibt es Mulisch auf den letzten Seiten soweit, dass ich mich erst erschlagen fühlte (Wie ist das Ende denn jetzt zu verstehen?, inklusive das Aufstellen von Thesen) und nach einer Weile das 350 -seitige Buch als ziemlich unbefriedigend empfand.