Ich hatte bislang noch nie von Wimmer Wilkenloh gehört, fand aber die Inhaltsangabe durchaus spannend. Dann kam die große Enttäuschung.
Es fiel mir unheimlich schwer, mich auf das Gelesene zu konzentrieren, liest Manuel Kressin doch zumindest am Anfang relativ monoton. Dazu kommen zu kurze Pausen zwischen den Perspektivwechseln, sodass es nicht immer leicht ist, herauszuhören, wer was spricht. Ein weiterer Minuspunkt war zunächst, dass Wilkenloh wirklich sehr ausführlich beschreibt. Manchmal kam mir der Gedanke, dass der Autor für eine evtl. Verfilmung des Krimis die Regieanweisungen, die Untertitel für Gehörlose und Beschreibungen für blinde Menschen gleich mitgeliefert hatte.
Da ich selbst in Schleswig-Holstein wohne und dazu die Kombination "Storm, Psychologie, Buddhismus und Krimi" wirklich spannend finde, hielt ich durch.
Und siehe da, nicht nur der Vorleser entwickelt sich, sondern auch die Figuren und damit die Geschichte. Ich bin jetzt mittendrin und kann mich kaum gedulden, weiterzuhören.
An die Lesart gewöhnte ich mich und auch die sehr vielen Details stören mich nicht mehr. Allerdings würde ich mir das nächste Buch als Drucksache kaufen, da ich die inneren Monologe Swensens und die Diskussionen zu den Themen "Lebenseinstellung" und "Weltanschauung" lesend besser verfolgen kann und die kaum vorhandenen Übergänge wirklich irritierend sind.