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2.0 von 5 Sternen
Deprimierendes Dirigat, 23. Juli 2001
Rezension bezieht sich auf: Händel: Poro (Gesamtaufnahme(ital.),Aufnahme April 1994) (Audio CD)
Diese Aufnahme hat mich wirklich unheimlich frustriert!
Da sind einige der besten SängerInnen versammelt, die für eine Barockopernaufnahme überhaupt denkbar sind, allen voran Gloria Banditelli in der Hauptrolle, eine echte Traumbesetzung! Das Libretto der Oper beruht auf einem dramma per musica von Pietro Metastasio, welches allerdings für Händel bearbeitet und (wie üblich) sehr verstümmelt wurde. Doch zumindest sind die unvergleichlichen Arientexte erhalten geblieben, die von Händel mit wundervollen Melodien und sehr viel Sinn für Dramatik vertont wurden. Ich hatte mich also auf eine herausragende Opernaufnahme gefreut, doch dabei leider nicht mit Fabio Biondi gerechnet, der mit seinem verständnislosen Dirigat mühelos alle Anstrengungen der anderen Künstler zunichte machen konnte...
Am auffälligsten ist vielleicht die „eigenwillige" Wahl der Tempi. Spätestens bei der ersten Arie Poros regt sich so langsam der Verdacht, daß hier nicht alles mit rechten Dingen zugehen kann, denn sie wirkt merkwürdig schwerfällig und verschleppt, obwohl der Text einen zornigen Affekt ausdrückt. Das den 1. Akt beschließende Streitduett ist dann so lächerlich langsam genommen, daß es eher wie ein großes (und endlos langes) Lamento wirkt. Diese Verlangsamung der Tempi setzt sich so in den weiteren Nummern der Oper fort, besonders deutlich in der Arie „Dov'è" des Poro im 3. Akt und im Schlußchor. Meistens werden die Stücke einfach im halben Tempo genommen (aus Allegro wird Adagio, etc.), was natürlich jegliche Dramatik schon im Keim erstickt, da eine Wutarie nun einmal nicht den Ausdruck einer Klagearie fordert und eine Oper, die nur aus Klagegesängen besteht, schnell für gähnende Langeweile sorgt. Wer diese Aufnahme hört, mag es kaum für möglich halten, daß Händel bei einigen Stücken wirklich Presto vorgeschrieben hat. Vielleicht glaubt Biondi an Talsmas Tempo-These, das Ergebnis ist jedenfalls ermüdend.
Des weiteren werden natürlich tänzerische Rhythmen so gut wie möglich ignoriert, damit auch hier die Musik keinen Schwung oder gar Anzeichen von Lebendigkeit erhalten kann. Der Schlußchor ist wiederum ein gutes Beispiel: Selbst Karl Richter hätte mit einem Barockorchester und historischen Instrumenten keinen spätromantischeren und lebloseren Klang erzeugen können. Alles an dieser Aufnahme ist manieriert, gewollt und ohne jegliche Natürlichkeit, was einzig die Schuld des Dirigenten ist, der sich bewußt über den Notentext Händels (und über jedes musikalische Empfinden) hinwegsetzt. Die SängerInnen geben ihr bestes, um die Aufnahme zu retten, doch leider reicht es nicht. Schade!
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
the best Haendel you'll ever hear, 14. Dezember 2002
Rezension bezieht sich auf: Händel: Poro (Gesamtaufnahme(ital.),Aufnahme April 1994) (Audio CD)
I suggest to you listeners to open your ears and enjoy some of the best voices around in an incredible version of Poro. If you buy this one, it's worth every penny. I bought it in 1994 and it still knocks me out. Great performances, and the right feel.
Buy it.
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Unglaublich wie man Händel verhunzen kann, 3. November 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Händel: Poro (Gesamtaufnahme(ital.),Aufnahme April 1994) (Audio CD)
Leider muß man Herrn Kleine voll und ganz beipflichten. Eine derartige langweilige und langatmige Händelinterprätation hat es wahrscheinlich seit langem nicht mehr gegeben. Offensichtlich sind an Herrn Biondi die Fortschritte der historischen Aufführungspraxis der letzten 15 Jahre völlig vorüber gezogen. So wird Händel von ihm in schlimmster, schwermütigster romantischer Manier interpretiert. Von der Brillanz händelscher Musik bleibt nicht mehr viel übrig. Ein Trauerspiel im wahrsten Sinn des Wortes. Es kann hier nur jeden Liebhaber der Barockoper vom Kauf abgeraten weren.
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