Die Stimmen der Rezensenten gehen weit auseinander. Die einen schwärmen, die anderen verdammen.
Eine sehr interessante Debatte. Was will man bewerten ? Wenn es um Technik geht, ist ja schon eher eine gewisse Einigkeit vorhanden, Villazon ist kein Barock-Sänger, er wird auch keiner werden. Gerade im Händel-Jahr sind so viele hervorragende Aufnahmen technisch versierter Sänger auf dem Markt, dass diese unter diesem Gesichtspunkt klar abfallen muss.
Dazu wurde ja einiges in den Rezensionen geschrieben.Man kann es überprüfen, wenn man ,wenn auch immer , als Vergleich hört. Villazon zieht insoweit den Kürzeren.
Eine ganz andere Dimension ist, wie er diese Arien gestaltet. Oftmals bleibt die Gestaltung bei der Virtuosität ein wenig auf der Strecke. Da kommen die Rouladen und Triller in Perfektion, und vielleicht meint der ein oder andere Interpret, das reiche für die Gestaltung.
Anders Villazon. Er ist ( war?) ein Sänger mit Herzblut. Das hört man bei allen Stücken. Es geht nicht um die Bewältigung der Töne, sondern die Gestaltung dieser Scene, die in der Arie beschrieben wird. Er singt mit der Intensität ( die ihn vielleicht jetzt um die Stimme bringt).
Damit steht er nicht alleine, aber doch in deutlich weniger Konkurrenz als in technischer Hinsicht. Und in diesem Bereich wird er nicht von seinen Konkurrenten ohne weiteres getoppt.
Wer Wert auf die Emotionalität legt, ist mit dieser Aufnahme sehr gut bedient, wem die Technik des Singens , die schiere Virtuosität mehr am Herzen liegt, der greife lieber zu anderen Aufnahmen.
Licht und Schatten. Chiaoscuro.