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Händel. Die Opern
 
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Händel. Die Opern [Gebundene Ausgabe]

Silke Leopold
2.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Pressestimmen

" Händel. Die Opern das mit Abstand wichtigste Buch zum Händel-Jahr... Man möchte es jedem Regisseur in die Hand drücken, der sich an eine Händel-Oper wagt. Und sei s nur, um ihm die Arbeit zu erleichtern." (Opernwelt, August 2009)

"- unterhaltsame Lektüre für jeden begeisterten Opernfreund." (Das Opernglas 7-8/2009)

"- eines wird Leopolds Lektüre nie: trocken und wissenschaftlich, denn sie ist eine wunderbare Schreiberin. - Ein edles Buch, hilfreich und gut!" (Mannheimer Morgen 4. Juli 2009)

"... das bedeutendste Musikbuch dieses Sommers, Silke Leopolds Händel. Das Handbuch gehört in die Bibliothek des Musikliebhabers, es ist Monografie und Opernführer in einem, glänzend geschrieben, bestechend argumentiert, die Ästhetik der Opera seria meisterhaft rekonstruierend -" (ZEIT Literatur Juni 2009)

Kurzbeschreibung



Die Faszination von Händels Musiktheater


Händels Opern sind keine historischen Monumente, sondern lebendiges Theater. In jüngster Zeit werden sie auch nicht mehr in entstellenden Bearbeitungen, sondern in ihrer Originalgestalt aufgeführt. Von den rund vierzig Opern, die Händel geschrieben hat, sind viele inzwischen auf CD und DVD verfügbar, einige haben sogar den Sprung ins Bühnenrepertoire geschafft. Das ist nicht selbstverständlich für eine Opernform, die lange Zeit als unaufführbar galt: Bis heute haftet der Opera seria der Ruf an, schematisch, starr und undramatisch zu sein.Silke Leopold geht der Frage nach, wie Händels Opern in damaliger Zeit wahrgenommen wurden und warum diese Werke das heutige Publikum so begeistern. Das Buch ist zweigeteilt: In zehn Kapiteln behandelt Silke Leopold Händels Musik und seine Fähigkeit, den handelnden Personen in ihren Arien und Ensembles einen unverwechselbaren Charakter zu verleihen, sie als Menschen, nicht als typisierte Figuren erscheinen zu lassen. Er entlockt ihnen ihre Geheimnisse, ohne sie zu denunzieren. Den zweiten Teil bildet ein umfassendes Lexikon aller Händel-Opern mit ausführlichen Angaben zur Besetzung, zur Stoffgeschichte und zum Inhalt.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Caliban TOP 100 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Seit mindestens fünfzehn Jahren hatte der Laber-Verlag einen Band von Silke Leopold zur Georg Friedrich Händel in der Reihe berühmte Komponisten und ihre Zeit angekündigt. Ich weiß dies so genau, weil der in derselben Reihe erschienene Beitrag der Autorin zu Monteverdi (Monteverdi U.Seine Zeit zu den einsamen Glanzlichtern gehört und mir diesen Komponisten näher brachte als jede andere Veröffentlichung. Entsprechend hatte ich mir als laienhafter Liebhaber die Händel-Veröffentlichung besonders vorgemerkt und immer wieder einmal bei amazon nachgesehen. Dass dieses Werk nun von einem anderen Autor geschrieben wurde, schien mir angesichts des hier zu besprechenden Buches zu Händels Opern verschmerzlich. Umso größer ist leider die Enttäuschung über den vorliegenden Band; diese will ich näher erläutern.

Die eigentliche Darstellung umfasst nur knapp 200 Seiten. Der größere Gesamtumfang erklärt sich daraus, dass in einem breiten Anhang die einzelnen Opern angeführt und ihre Handlung in knappen Inhaltsangaben ohne musikwissenschaftliche Bewertung des Werkes wiedergegeben werden. Schon als interessierter Laie frage ich mich nach dem Nutzen eines solchen Unterfangens: Die Inhaltsangaben sind ohnehin über CD-Booklets, Begleitmaterialien zu Aufführungen bzw. das Internet erhältlich. Der Erkenntniswert dieses Abschnitts tendiert daher für den einigermaßen Interessierten leider gegen Null.

Dies gilt sicherlich nicht für die vorangehenden 200 Seiten, in denen Leopold Querschnittsthemen abhandelt (Da Capo-Arie, Opernanfänge usw.). Leider nur bleibt die Darstellung hier inhaltlich enttäuschend. Die Autorin gelangt im Wesentlichen nicht über das hinaus, was Winton Dean bereits in seinem ersten Werk zu Händels Opern (Handel and the Opera Seria (Ernest Bloch Lectures)) ausgearbeitet hat. Einen Überblick über diese Erkenntnisse gibt dem deutschsprachigen Publikum etwa Ulrich Schreiber in seinem Opernführer für Fortgeschrittene. Wer daher die englische Sprache beherrscht, sollte gleich zu diesem Werk oder den beiden nachfolgenden Werken (Handel's Operas, 1704-1726 und Handel's Operas, 1726-1741 greifen. Er versäumt hier leider nichts. Dies gibt die Autorin bedauerlicherweise selbst zu Beginn ihres Werkes zu, was den Leser nicht gerade motiviert.

Ich sage dies nicht gern, da ich während der langen Wartezeit einen Beitrag der Autorin zur Wirkungsgeschichte der Oratorien Händels über den Musikalienhandel und die Hausmusik gelesen hatte, der wahrlich verblüffte. Schade, dass hier nicht mehr investiert wurde. Aber angesichts des vergleichsweise hohen Preises muss eine Warnung ausgesprochen werden. Es handelt sich um ein Werk, das den gebildeten Anfänger im Bereich Händel zufrieden stellen dürfte, aber nicht mehr.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von MG
Format:Gebundene Ausgabe
Schon in ihrem Artikel in der NZZ zum Händel-Jubiläum hatte Silke Leopold aufhorchen lassen. Sie ist eine der wenigen, die begriffen hat, dass man dem Werk Händels nur wirklich näher kommen kann, wenn man sich klar macht, dass es von einer feudalistischen Weltordnung geprägt ist und alle Verdikte über Händels Opern im Kern aus einem fremden, d.h. bürgerlich-aufklärerischem Blick auf dieses Werk resultieren. Dass uns Händels Werk wieder näher rückt, sieht sie, zu Recht, als ein Zeichen, dass uns gewisse Aspekte der feudalistischen Epoche im gleichen Maße wieder näher rücken indem wir uns vom bürgerlichen Zeitalter entfernen.

In diesem wesentlichen Punkt ist sie auch weit über Winton Dean hinaus, dessen monumentales Werk nach wie vor sehr lesenswert ist, der jedoch noch vollkommen diesen fremden Blick auf Händels Werk hat und alles, was zu viel da capo Arien hat und dramaturgisch nicht moderner linearer Dramaturgie entspricht, den Messias als Ausnahme von der Regel immer ausgenommen, als misslungen brandmarkt.

In der Einleitung zum vorliegenden Buch knüpft sie an diesen Grundgedanken an und kommt auch im Laufe des Buches immer wieder darauf zurück, insbesondere im Kapitel mit einem Plädoyer für die da capo Arie. Gerade in diesem Kapitel räumt sie vollig zu Recht mit dem alten Klischee auf (das einem praktisch in jedem Buch über Händel aufgetischt wird), dass nämlich diese Form ein ungeliebter konventioneller Zwang für Händel und seine Zeitgenossen gewesen sei. Vielmehr sei sie ein ideales Ausdrucksmittel für die Ästhetik und das dramaturgische Empfinden des feudalistisch geprägten Spätbarocks gewesen. Mit ein wenig gesundem Menschenverstand hätte es einem schon immer seltsam vorkommen können, wie es denn möglich sei, dass sich eine Form, die angeblich so unbeliebt war, in einem kommerziellen Betrieb wie es die Oper in London war, so hartnäckig hat halten können.

Insgesamt bleibt das Buch, trotz vieler weiterer hervorragender Beobachtungen, u.a. über die Frauenrollen und das lieto fine, leider etwas hinter den Erwartungen zurück. Man hätte sich gewünscht, dass Silke Leopold sich weit stärker von wissenschaftlichen Konventionen frei gemacht hätte. Ihr Hang zum systematischen Überbick, zur Anbindung an Quellenbelege und detaillierter Exemplifizierung mögen wissenschaftlichem Ethos geschuldet sein, erweisen sich aber als kontraproduktiv. Denn im Reiche der Kunst geht es selten systematisch zu. Händel hat beim Komponieren sicher nicht an Descartes oder Spinoza gedacht (ob er ihre Werke kannte ist ungewiss, auch wenn er sie als Teil des geistigen Klimas sicher irgendwie aufgenommen hat) oder sich systematische Gedanken gemacht, welchen "Affekt" er jetzt darstellen will. So ist beispielswese die Tonartenwahl (eines der systematischen Kapitel) sicher einerseits gewissen Topoi geschuldet, doch in sehr vielen Fällen eben auch banal pragmatischen Günden (dem Ambitus einer Stimme oder der bequemen Spielbarkeit) oder, und hier wird es mit der Systematik problematisch, gänzlich idiosynkratischen Gründen. Überall wo es um systematische Einordnung oder mit ausführlich beschriebenen Beispielen um den Beleg einer These geht, wird das Buch leider ziehmlich zäh, zumal man zum wirklichen Nachvollziehen eigentlich Noten- und Hörbeispiele vor sich haben müsste.

Und überhaupt ist gerade Händel, der einer der größten Psychologen unter den Musikdramatikern war, ohnehin über alles schematische und systematische hinaus. Er komponierte in erster Linie intuitiv, entwickelte eine Oper oder ein Oratorium ganz aus den inneren Notwendigkeiten der Dramaturgie und der Charaktere. Schon die Vorstellung eine Arie würde einen spezifischen "Affekt" darstellen, engt in ihrer Kategorisierung den Blick ein und übersieht, dass Händel gerade ein Meister der "gemischten", ironisch gebrochenen Gefühlslagen war.

Auch wenn es sicher das bisher wichtigste Buch in diesem Gedenkjahr ist und daher für jeden Händel Interessierten ein Muss, als wirklich gelungen kann ich es leider nicht bezeichnen.
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Enttäuschend! 29. April 2012
Von linda82
Format:Gebundene Ausgabe
Ich kann mich den anderen Rezensionen nur anschließen: Gemessen an dem Renommee, das Frau Leopold hat, kann das Buch nicht überzeugen. Zwar ist es gut geschrieben, wirkt aber wie mit "heißer Nadel" gestrickt. Für den hohen Preis würde man sich als Laie auch mehr Neues erwarten.
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